Vermisster Segler bei Lindau: Suchhunde auf dem Bodensee im Einsatz

Speziell ausgebildete Hunde helfen bei der Suche nach dem vermissten Segler.
Speziell ausgebildete Hunde helfen bei der Suche nach dem vermissten Segler. (Bild: Wasserwacht Lindau)

Die Suche nach dem 93-jährigen Segler, der seit Mittwoch vermisst wird, geht weiter. Dabei setzen die Einsatzkräfte auf besondere Unterstützung: Speziell ausgebildete Suchhunde waren in Booten auf dem See unterwegs.

Zeugen hatten bei der Lindauer Insel Schreie gehört und ein herrenloses Segelboot gefunden. Der 93-jährige Skipper wird laut Polizeibericht seit Mittwochnachmittag, 6. September, vermisst. Die Ermittler nehmen an, dass ein medizinischer Notfall die Ursache für sein Verschwinden sein könnte.

Suche wieder aufgenommen

Die Einsatzkräfte von Wasserwacht, Wasserschutzpolizei und DLRG suchen weiter nach dem vermissten Segler. Allerdings nun mit einem anderen Fokus. Matthias Müller, Einsatzleiter der Wasserrettung Lindau und stellvertretender Vorsitzender der Kreiswasserwacht sagt dazu: „Die Wasserwacht ist bei solchen Suchen federführend, solange noch die Hoffnung auf Rettung besteht. Das ist hier leider nicht mehr der Fall.“

Er betont: „Es handelt sich inzwischen nicht mehr um einen Rettungseinsatz, sondern um eine reine Vermisstensuche. Natürlich möchte man die vermisste Person gerne finden und die Sache zu einem Abschluss bringen, da das für die Angehörigen sehr wichtig ist, um eine Beendigung abzuhalten und trauern zu können.“

Suche mit Leichenspürhunden

Die reine Vermisstensuche ist Aufgabe der Polizei. Diese setzte nun auf speziell ausgebildete Suchhunde der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Die Hunde sind darauf trainiert, Tote unter Wasser über ihre Nase aufspüren zu können.

In Lindau gingen die Hunde an Bord.
In Lindau gingen die Hunde an Bord. (Bild: Wasserwacht Lindau)

Insgesamt waren fünf Hunde im Einsatz, die abwechselnd in Booten der Wasserwacht auf dem See unterwegs waren. Hierbei hielten sie ihre Nase in die Luft und reagierten, wenn sie eine Spur wahrgenommen hatten. Insgesamt zeigten die Suchhunde über 100 Reaktionen auf eventuelle Duftspuren.

Matthias Müller berichtet: „Hier muss dann genau geschaut werden: Wie deutlich ist die Reaktion und wo genau haben die Hunde reagiert. Es gab dann einige den Stellen, an denen mehrere Hunde angeschlagen haben.“ Bei dem Bereich, wo mehrere Hunde reagierten, handelt es sich um einen Kreis mit etwa 30 Metern Durchmesser.

Große Herausforderung für die Hunde

„Jeder der Suchhunde war maximal 1.5 Stunden im Einsatz, da sie mehr nicht schaffen. So eine Suche sieht zwar unspektakulär aus, ist aber sehr anstrengend für die Vierbeiner“, sagt Müller. „Ein Polizeihundeführer hat mir erklärt, dass diese Ausbildung am oberen Ende der Suchhundeausbildung steht. Diese Suche auf dem Wasser ist richtig Stress für die Hunde. Deshalb wurde nach einer gewissen Zeit immer wieder durch gewechselt.“

Unterwasserdrohne an vermuteter Unfallstelle im Einsatz

In dem durch die Hunde eingegrenzten Bereich beträgt die Wassertiefe 40 bis 60 Meter. Hier kam dann eine Unterwasserdrohne mit Kamera und Sonar zum Einsatz.

In dem eingegrenzten Bereich wurde mit einer speziellen Unterwasserdrohne weitergesucht.
In dem eingegrenzten Bereich wurde mit einer speziellen Unterwasserdrohne weitergesucht. (BIld: Wasserwacht Lindau)

Matthias Müller erklärt: „Die Drohne kann in bis zu 100 Meter Tiefe eingesetzt werden, aber natürlich gibt es in diesen Tiefen nur eine sehr begrenzte Sicht von circa einem Meter. Das gestaltete die Suche in diesen Tiefen sehr schwierig. Zudem hat der Ostteil des Sees hat eine riesige Wasserfläche, das macht solche Suchen sehr komplex.“

Suche bleibt erfolglos

Leider blieb auch diese Suche, die von circa 11 Uhr bis spät in den Sonntagabend ging, erfolglos. Der 93-Jährige ist somit weiter vermisst. Ob die Polizei die Suche fortsetzt, ist noch unklar.