Mit After-Work-Shopping „reif für die Insel“

Jeden ersten Donnerstag im Monat haben künftig zahlreiche Geschäfte auf der Insel bis 20 Uhr geöffnet.
Jeden ersten Donnerstag im Monat haben künftig zahlreiche Geschäfte auf der Insel bis 20 Uhr geöffnet. (Bild: Wilfried Vögel)

Die IHK, der Handelsverband Bayern, die Interessengemeinschaft Zukunft Insel, die Gewerbetreibenden und die Stadt Lindau wollen den Lindauer Bürgerinnen und Bürgern das Einkaufen auf der Insel wieder schmackhaft machen. Ein erster Schritt ist gemacht.

Jeden ersten Donnerstag im Monat haben künftig zahlreiche Geschäfte auf der Insel bis 20 Uhr geöffnet. Dabei können sie sich einem hoffentlich zahlreichen Publikum individuell präsentieren. Danach gibt es in wechselnden Gastbetrieben eine After-Work-Party.

Ziel der Aktion ist es, den Lindauern und Kundinnen und Kunden in der Umgebung das Einkaufen auf der Lindauer Insel wieder näher zu bringen. Besondere Aktionen der einzelnen Betriebe, z.B. besondere Rabatte, sollen zeigen: Es lohnt sich wieder auf der Insel einkaufen zu gehen.

Deutliches Signal senden

Bei einem ersten Aktionstag am vergangenen Donnerstag haben die Teilnehmer und Organisatoren versucht, ein deutliches Signal und Lebenszeichen zu senden. Man wolle sich künftig wieder mehr auf die Kunden und ihre Wünsche fokussieren, ihre Wünsche und Bedürfnisse kennenlernen und das große Potential, das die Insel biete, aufzeigen.

Rolf Thomann, Regionalvorsitzender der IHK, begrüßte die Initiatoren und Pressevertreter in der Cramergasse beim traditionsreichen Papiergeschäft Enderlin (seit 1849 in achter Generation im Familienbesitz). Zusammen mit der Regionalberaterin der IHK , Annalena Haußer, freute er sich, dass es gelungen sei, viele verschiedene Interessen unter einen Hut zu bringen und diese Aktion zu starten.

Die Insel ist kein Einheitsbrei

Matthias Müller (Papierhaus Enderlin) brachte es auf den Punkt: „Wir sind kein Einheitsbrei und haben jede Menge Individualität. Die Insel bietet für fast jeden etwas. Sie hat ein Alleinstellungsmerkmal, das wir noch mehr nutzen wollen“.

Deutlich wurde auch, dass sich die Inselkaufleute möglichst wenige Hürden, weniger Bürokratie, Auflagen und Gebühren wünschten.

Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons freute sich, dass es den Organisatoren gelungen sei, in einem ersten Schritt diese gemeinsame Aktion auf die Beine zu stellen. Die Stadt habe konstruktiv mitgewirkt und unterstütze dieses Engagement nach Kräften.

Dem ersten Impuls sollen weitere folgen

Lena Ellensohn (Schreibwaren Lipp), Ortsvorsitzende vom Einzelhandelsverband Bayern, sprach von einem super Startschuss. In gemeinsamer Teamarbeit zusammen mit der IHK und der Interessengemeinschaft Zukunft Insel und vielen anderen habe man einen ersten Impuls gestartet, dem weitere Aktionen folgen sollten. Das müsse man jetzt weiter denken und gestalten. Die Insel befinde sich derzeit im Umbruch, vielleicht sogar dem größten, den sie je erlebt habe. Darin sah Ellensohn aber auch eine große Chance, etwas Neues zu entwickeln.

Yassine Douar, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Insel, versprach sich von dieser partnerschaftlichen Aktion einen wichtigen Impuls für die Zukunft der Insel. Diverse Leerstände böten eine große Chance für die Zukunft der Insel. Erfreulich sei es, dass sich zahlreiche Geschäfte an dieser Aktion spontan beteiligt hätten.

Erste Station der After-Work-Party war dann die Eilguthalle. Auch deren Geschäftsführer Daniel Stütz, war des Lobes voll von so viel Gemeinsinn und partnerschaftlicher Aktion. Er erhoffe sich einen wertvollen Impuls für die Zukunft Insel.

Mit musikalischer Umrahmung und im stimmungsvollen Ambiente klang der Abend aus. Alle Akteure waren überzeugt, dass diesem ersten After-Work-Shopping noch viele weiter folgen sollten.

Ein Kommentar:

Es ist erfreulich, dass sich die Inselkaufleute zu dieser gemeinsamen Aktion zusammengefunden haben. Das kann und darf aber nur ein erster Schritt sein, dem weitere folgen müssen. Zu sehr hat in den vergangen Jahren das Image der Insel gelitten. Zahlreiche Leerstände und Geschäftsaufgaben sprechen eine deutliche Sprache. So verschieden dafür die Gründe auch sein mögen.

Viele Lindauerinnen und Lindauer haben, auch wegen des im Sommer überhand nehmenden Tourismus, die Insel bewusst gemieden. Da ist viel Vertrauen verloren gegangen, das man jetzt erst mühsam zurückgewinnen muss. Das ewige Gejammer nach noch mehr Parkplätzen ist da nicht hilfreich.

Die Kunden von heute wünschen sich ein attraktives Einkaufserlebnis. Man will ungestört von Autolärm und Abgasen bummeln und flanieren. Zu diesem Einkaufserlebnis gehört aber auch das passenden Angebot. Mit „Billigläden“ und hochpreisigen Fachgeschäften wird sich der Erfolg nicht wieder einstellen.

Erfreulich war an diesem Abend, dass sich da jetzt augenscheinlich eine junge Generation zusammengefunden hat, die entschlossen ist, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Dieser Aktion müssen jetzt aber auch weitere Taten folgen. Lippenbekenntnisse reichen da nicht aus und der viele beschworenen Gemeinsinn muss auch nach außen erkennbar sein.

Vielleicht bietet sich jetzt eine Chance auf einen Neuanfang. Zu wünschen wäre es den Organisatoren auf jeden Fall.

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