Lindau – Seit 1968 veranstaltet Michael Zeller in Lindau Kunstauktionen. Nahezu die gesamte Bandbreite der „Weltkultur“ kommt bei der 146. Internationalen Bodensee-Kunstauktion unter den Hammer. Exakt 1.888 Exponate sind im aktuellen Katalog aufgelistet.
146. Internationale Kunstausstellung bei Michael Zeller lädt zu Besichtigung und Auktion
„Auktionen gibt es schon seit der Antike“, weiß der versierte und erfahrene Kunstsachverständige und vereidigte Auktionator. Waren es damals überwiegend Arbeiter und Sklaven, die feil geboten wurden, kamen später Vieh, Fische und Blumen dazu.
Auf die Idee, Kunstgegenstände zu versteigern, kam Michael Zeller 1968. Damals hatte der junge, gelernte Juwelier und Goldschmied mit Ausbildung in Lausanne und Paris das Antiquitätengeschäft seines Großvaters Joseph und Vaters Karl übernommen.
Dabei ist der Bodenseeraum gar keine „kunstsinnige Gegend“, wie Zeller zu berichten weiß. Aber die Nähe zur Schweiz und zu Österreich kam seinen Intentionen entgegen.
„Auktionen mit festgelegten Limitpreisen geben den Anbietern (Einlieferern) die größte Chance, einen guten Preis zu erzielen. Für Verkäufer und Käufer bietet dies ein transparentes und faires Geschäft“ ist sich Zeller sicher.
Als einer der ersten in der Branche hat Zeller das Internet als ideales Medium entdeckt. War früher ein reich bebilderter Katalog das Maß aller Dinge, bietet das Internet jetzt Interessenten weltweit die Möglichkeit, Kunstgegenstände bei Zeller zu erwerben. Jedes Stück ist im Internet Fotografiert und beschrieben. Der reine Textkatalog dient lediglich vor Ort der Orientierung.
Sechs Tage lang haben die Interessenten aber auch Gelegenheit, die Gegenstände vor Ort im historischen Patrizierhaus in der Bindergasse 7 auf der Lindauer Insel persönlich in Augenschein zu nehmen.
Zeller erinnert sich an die Anfänge: Er war damals Deutschlands jüngster Auktionator Die ersten drei Auktionen fanden im Hotel Bayerischer Hof am Lindauer Hafen statt. Dann zog die Auktion ins gegenüberliegende Bahnhofsgebäude in den Terrassensaal um. Aber auch hier war der Raum bald knapp. Zeller siedelte Anfang der 1970iger Jahre ins historische Haus „Zur Krone“ in der Ludwigstraße über. Witziges Detail am Rande: Der Mietvertrag hatte eine Klausel, die besagte, dass dieser Gültigkeit haben solle, „bis die Russen einmarschieren“.
Dazu ist es bekannterweise nie gekommen. Trotzdem kündigte der Eigentümer, die Bischöflich Finanzkammer in Augsburg, den Mietvertrag 1984. Zeller musste sich wieder auf die Suche nach einer neuen Wirkungsstätte umsehen. Zufällig war ein ehemaliges Schulgebäude auf der Insel, das schon ein Mädchengymnasium und eine Fachoberschule beherbergte, auf dem Markt zum Verkauf.
Nach einiger Mühe erhielt Zeller den Zuschlag. Er baute das altehrwürdige Haus nach seinen Bedürfnissen um. Passender könnte das Haus für die Präsentation und die Versteigerung der Kunstgegenstände kaum sein.
Nun steht nach 53 Jahren bereits die 146. Internationale Bodensee-Kunstauktion an
Zeller ist stolz, eine Reihe von bedeutenden Nachlässen anbieten zu können. So z.B. 250 schöne Netsuke (als Gürtelknebel gestaltete Abbilder der Götter- und Fabelwelt Japans im Miniaturformat) aus der Sammlung Wilwers aus Luxemburg.
Die Asiatica-Sammlung des Konservators der Städtischen Sammlungen Freiburg, Prof. Paul Hübner, aber auch das Inventar einer seit Generationen in der Münchner Altstadt residierenden Familie mit Möbeln, Kunsthandwerk und Silber als Zeichen bürgerlicher Wohnkultur kommen ebenfalls unter den Hammer.
Die Bandbreite der 1.888 angebotenen Objekte reicht von Schmuck und Juwelen bis zu Silber, Uhren, Porzellan. Glas, Design und modernes Mobiliar bis zur alten Graphik, Bronzen und Skulpturen Gemälden und Aquarellen, Möbel, Asiatica und Waffen, um nur einige aufzuzählen. Alles wird liebevoll dekoriert und präsentiert. Der Eintritt ins „Museum auf Zeit“ ist frei.
Wer mitbieten will, kann dies persönlich im Auktionssaal tun. Aber auch schriftlich, per Telefon und im Internet ist dies möglich.
Die Besichtigung findet in der Bindergasse 7 (unweit der Fußgängerzone in der Maximilianstraße) vom 3. bis zum 8. September von 11.00 bis 18.00 Uhr statt. Michael Zeller versteigert dann vom 10. bis 12. September.
Weitere Informationen gibt es auch unter www.zeller.de, dort kann man sich alle Objekte auch ansehen.