Die Bundespolizei entdeckt bei einer Kontrolle in Lindau fünf Hundewelpen mit mutmaßlich gefälschten Papieren. Gegen einen 50-jährigen Mann wird nun unter anderem wegen schweren Betrugs und Urkundenfälschung ermittelt.
Nach Hinweisen hat die Bundespolizei am Freitag, 26. Juni, in Lindau einen Transporter mit mehreren Hundewelpen kontrolliert. Die Beamten stießen dabei auf mutmaßlich gefälschte Dokumente und schalteten das Veterinäramt ein.
Verdächtiger Welpenverkauf an Tankstelle
In der Nacht hatten Bundespolizisten am Grenzübergang Lindau unabhängig voneinander zwei Fahrzeuge mit Schweizer Kennzeichen kontrolliert, die aus Österreich einreisten. Beide Fahrer gaben an, noch in derselben Nacht im Stadtgebiet Lindau jeweils einen Hundewelpen kaufen zu wollen.
Da es in der jüngeren Vergangenheit bereits ähnliche Fälle gegeben hatte und sowohl der vereinbarte Verkaufsort als auch die Uhrzeit ungewöhnlich erschienen, überprüften die Beamten den Sachverhalt.
An einer Tankstelle in Lindau trafen die Einsatzkräfte schließlich auf die beiden Fahrzeuge sowie auf einen Transporter mit ungarischer Zulassung, der mutmaßlich die Hundewelpen transportierte.
Zweifel an Papieren und Tiertransport
Bei der Kontrolle fanden die Bundespolizisten auf der Ladefläche des Transporters sechs Hundekäfige, von denen einer leer war. Der 50-jährige Fahrer und sein 22-jähriger Beifahrer, beide ungarische Staatsangehörige, gaben an, bereits einen Hund in Österreich verkauft zu haben.
Die ausgehändigten Unterlagen wiesen nach ersten Erkenntnissen Fälschungsmerkmale auf. Auch der Zustand der Tiere sowie der Transport erweckten bei den Beamten den Eindruck, dass die Anforderungen an einen Tiertransport nicht erfüllt waren.
Die Welpen wurden zusammen mit den beiden Männern zum Bundespolizeirevier Lindau gebracht. Dort überprüften die Beamten die Dokumente und das Fahrzeug eingehender, während sich speziell geschulte Einsatzkräfte um die Tiere kümmerten.
Veterinäramt stellt weitere Auffälligkeiten fest
Das hinzugezogene Veterinäramt überprüfte die Hundewelpen und die mitgeführten Unterlagen ebenfalls und äußerte weitere Zweifel. Zudem befand sich unter den Tieren ein Bullterrier, dessen Einfuhr nach Deutschland verboten ist.
Im Zuge der Ermittlungen stellten die Beamten außerdem fest, dass der 50-Jährige bereits im Jahr 2023 an der tschechischen Grenze in einem ähnlich gelagerten Fall wegen Urkundenfälschung und eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt worden war.
Ermittlungen wegen Betrugs und Urkundenfälschung
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kempten musste der Mann von den mitgeführten rund 3.300 Euro Bargeld 3.200 Euro als Sicherheitsleistung hinterlegen.
Die Bundespolizei ermittelt gegen den 50-Jährigen wegen des Verdachts der schweren Urkundenfälschung und des schweren Betrugs. Anschließend übergaben die Beamten den Mann an die Polizeiinspektion Lindau, die weitere mögliche Straftaten prüft.
(Quelle: Bundespolizeiinspektion Kempten)