Im Landkreis Lindau werden sieben illegal verbrachte Hundewelpen aufgegriffen. Das Landratsamt warnt vor unseriösem Welpenhandel.
Bei einer Kontrolle der Bundespolizei am Samstag, 30.05.2026, wurden in einem rumänischen Transporter sieben etwa sieben Wochen alte Hundemischlingswelpen entdeckt. Nach Rücksprache mit dem Veterinäramt wurden die Tiere wegen massiver tierschutz- und tierseuchenrechtlicher Verstöße sicher untergebracht.
Gemäß Tierseuchenrecht ist das Landratsamt in solchen Fällen verpflichtet einzuschreiten, wenn Vorgaben zur Kennzeichnung, zum Heimtierausweis, zur Tollwutimpfung und zur amtstierärztlichen Gesundheitsbescheinigung für das Verbringen innerhalb der EU nicht erfüllt sind und keine Besitzer in Deutschland bekannt sind. Die Welpen hätten insbesondere erst ab vollendeter achten Lebenswoche von der Mutter getrennt werden dürfen.
Welpen sind in Quarantäne
Die Welpen befinden sich derzeit in Quarantäne und werden tierärztlich versorgt. Alle Tiere sind gesundheitsgeprüft, gechipt, entwurmt, geimpft und sicher untergebracht.
Nach Abschluss der Quarantäne sind die Jungtiere rund 14 Wochen alt. Sie werden gegen eine Schutzgebühr in verantwortungsvolle Hände abgegeben. Interessierte können sich an das Tierheim Lindau wenden.
„Die festgestellten Missstände verdeutlichen die Gefährdung von Tierschutz und Tiergesundheit durch illegalen Welpenhandel. Wir appellieren an die Bevölkerung: Prüfen Sie Herkunftsangaben sorgfältig, verlangen Sie Nachweise und setzen Sie nur auf seriöse Vermittlungen“, erklärt Frau Dr. Mahler, Veterinäramt des Landkreises Lindau.
Darauf sollten Käufer achten
Das Landratsamt Lindau appelliert vor dem Hintergrund aktuell vermehrter Aufgriffe von illegalen Hundewelpen eindringlich an einen verantwortungsbewussten Welpenkauf.
Wer einen Welpen kaufen möchte, sollte die Herkunft vorab prüfen. Gesundheits- und Impfnachweise sollten vorgelegt werden. Bei Welpen sollten möglichst auch die Mutter und Geschwister gezeigt werden.
Beim Online-Kauf sollten Käufer auf persönliche Besichtigungstermine, eine vollständige Anschrift der Verkäufer und überprüfbare Informationen bestehen. Ein Kauf nur über WhatsApp-Kontakt sollte nicht erfolgen.
Bei Tieren aus dem Ausland sind ein EU-Heimtierausweis, ein Mikrochip, gültige Impfungen und ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis (Traces) wichtig. Vorsicht ist bei ungewöhnlich niedrigen Preisen oder Druck zum sofortigen Kauf geboten.
Übergaben an versteckten oder ungewöhnlichen Orten wie Autobahnraststätten, Parkplätzen oder Tankstellen oder außerhalb regulärer Zeiten sollten nicht akzeptiert werden.
Das Landratsamt Lindau bittet alle Bürgerinnen und Bürger um umsichtiges Handeln. Nur durch sorgfältige Prüfung und verantwortliche Vermittlung könne weiteres Tierleid verhindert und der illegalen Welpenvermarktung wirksam entgegengetreten werden.
(Quelle: Landratsamt Lindau)