Netzwerktreffen der Frauenbeauftragten in der Stiftung Liebenau

Netzwerktreffen der Frauenbeauftragten in der Stiftung Liebenau
Die Frauenbeauftragten der Liebenauer Arbeitswelten mit den Referentinnen: (v.l.) Brigitte Harsch, Susanne Steegmaier, Stefanie Bernecker (stehend), Carola Sortino, Leontine Hollah und Veronika Wäscher. (Bild: Stiftung Liebenau)

WOCHENBLATT

Frauenbeauftragte der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) von verschiedenen Einrichtungen aus der Region Bodensee/Oberschwaben trafen sich in der Stiftung Liebenau, um sich auf dem dritten regionalen Netzwerktreffen der Frauenbeauftragten auszutauschen, weiterzubilden und zu vernetzen.

Rund 25 Frauen der Liebenauer Arbeitswelten (LAW), der OWB Mengen und Ravensburg, der IWO Weingarten, der Dorfgemeinschaft Lehenhof, GPZ Friedrichshafen und dem ZfP Weissenau nahmen sich einen Tag lang Zeit, um sich mit Themen wie der Gleichstellung von Frauen und Männern, den Rechten der Frauenbeauftragten und dem Schutz vor körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt zu beschäftigen.

Frauenrechte und Frauenbeauftragte sind eng miteinander verbunden

Isabella Burgey-Meinel, die Gesamtleitung der Liebenauer Arbeitswelten, wies in ihrer Begrüßung auf den Zusammenhang hin und machte deutlich, dass die Frauenrechtsbewegung ab Mitte des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Schritt in der Geschichte der Gleichstellung in Deutschland war.

Seit dem 1. Januar 2017 ist in der neuen Werkstätten-Mitwirkungs-Verordnung vorgeschrieben, dass in jeder Werkstatt für behinderte Menschen eine Frauenbeauftragte aus den Reihen der Beschäftigten gewählt werden müssen. Stolz ist Burgey-Meinel, „dass wir nicht nur eine Frauenbeauftragte und eine Stellvertreterin haben, sondern an jedem Standort eine Frauenbeauftragte, um auch in der Dezentralität den Frauen eine Stimme zu geben“.

Aufbau von Netzwerken

Susanne Steegmaier ist Frauenbeauftragte im ZfP in Weissenau und arbeitet für „Starke.Frauen.Machen e.V.“, dem Bundesnetzwerk der Frauenbeauftragten in Einrichtungen. Sie berichtete beim Treffen von den neuesten Entwicklungen, Projekten und Zielen des Netzwerks und wies auf hilfreiches Infomaterial auf den jeweiligen Websites hin. „Wir möchten die Frauen stärken und ihnen Mut machen, sich für ihre Rechte einzusetzen. Dafür sind Netzwerke wichtig.“ Allein in der Region Bodensee/Oberschwaben gibt es 17 Werkstätten mit Frauenbeauftragten, die durch den Austausch wertvolle Tipps und neue Ideen bekommen.

Wir ziehen am gleichen Strang

Deswegen setzt sich Veronika Wäscher-Göggerle, eine weitere Referentin des Netzwerktreffens, seit 17 Jahren als Frauen- und Familienbeauftragte des Bodenseekreises für den Schutz von Frauen mit und ohne Behinderungen vor Gewalt ein. Dazu präsentierte sie erschreckende Zahlen: Jeden dritten Tag werde in Deutschland ein Femizid begangen und jede dritte Frau hätte schon mindestens einmal sexualisierte Gewalt erlebt.

Frauen mit Behinderungen erfahren besonders häufig Gewalt. Rund 65 Prozent der Frauen mit Behinderung haben Gewalt erlebt. Von sexueller Gewalt waren sie zwei bis drei Mal häufiger betroffen als der weibliche Bevölkerungsdurchschnitt. Deswegen seien Kooperationen, Präventionsmaßnahmen und Fortbildungsangebote für die Frauenbeauftragten so wichtig, wie beispielsweise ein Selbstbehauptungstraining.

Besichtigung des Liebenauer Landlebens

Abgerundet wurde der Netzwerktag mit einem Rundgang im Arbeitsbereich des Liebenauer Landlebens sowie einem gemeinsamen Mittagessen vor Ort. Alle Teilnehmerinnen gingen am Abend mit viel Input nach Hause und waren sich einig, dass mindestens einmal pro Jahr ein Netzwerktreffen stattfinden sollte. Denn nur zusammen entsteht Stärke!

(Pressemitteilung: Stiftung Liebenau)