Georg Schlegel arbeitet seit mehr als 30 Jahren im Haus der Pflege St. Josef. Als Pflegedienstleiter schätzt er besonders die Nähe zu den Menschen und die Verantwortung für ihr Wohl.
Mit dem Haus der Pflege St. Josef in Brochenzell ist Georg Schlegel seit mehr als drei Jahrzehnten verbunden. Seit zehn Jahren leitet er dort den Pflegedienst und zählt damit zu den langjährigsten Mitarbeitenden der Stiftung Liebenau. „Ich kann gut mit älteren Menschen umgehen. Ich glaube, sie mögen mich“, sagt der 56-Jährige. Die positiven Rückmeldungen der Bewohnerinnen und Bewohner bestätigen ihn in seiner Arbeit.
Vom Industriemechaniker zum Altenpfleger
Dass er einmal in der Altenpflege arbeiten würde, war für Georg Schlegel zunächst nicht absehbar. Nach einer Ausbildung zum Industriemechaniker arbeitete er zwei Jahre lang als Fachkraft in einem großen Unternehmen und kontrollierte dort Panzermotoren. Während des Golfkriegs 1990 entschied er sich jedoch gegen den Wehrdienst und für einen Zivildienst beim Mobilen Sozialen Hilfsdienst der Johanniter.
Dort unterstützte er ältere Menschen im Alltag, las ihnen vor, ging mit ihnen einkaufen und übernahm verschiedene Hilfstätigkeiten. Die Arbeit gefiel ihm so gut, dass er anschließend eine Ausbildung zum Altenpfleger begann – im Haus St. Josef in Brochenzell und am Institut für Soziale Berufe in Ravensburg.
Mit dem Haus gewachsen
Für die Berufswahl spielte auch seine familiäre Geschichte eine Rolle. „Ich bin bei meiner Oma aufgewachsen und hatte immer einen Bezug zu älteren Menschen. Von der Ausbildung zum Altenpfleger erhoffte ich mir auch, dass ich sie eines Tages pflegen und ihr somit alles zurückgeben kann, was sie mir in meiner Kindheit Schönes ermöglicht hat“, erzählt Schlegel. Diesen Wunsch konnte er später erfüllen und seine Großmutter selbst pflegen.
Seit Beginn seiner Ausbildung im September 1994 ist er ununterbrochen im Haus St. Josef tätig. „Ich bin mit dem Haus gewachsen und verwachsen“, sagt er. In dieser Zeit erlebte er zahlreiche Veränderungen. Nach dem Umbau entstanden neue Wohnbereiche und Strukturen. Heute verfügt die Einrichtung über 53 Dauer- und vier Kurzzeitpflegeplätze sowie mehrere heimgebundene Wohnungen.
Nach einer Weiterbildung zum Teamleiter übernahm Schlegel zunächst die Leitung eines Wohnbereichs. Seit zehn Jahren trägt er als Pflegedienstleiter Verantwortung für die Pflegeorganisation.
Fachwissen und Feingefühl gefragt
An seiner Arbeit schätzt er vor allem die Möglichkeit, etwas für andere Menschen zu bewirken. „Es gefällt mir, dass ich Entwicklungsmöglichkeiten habe und Verantwortung trage. In der Altenpflege kann ich etwas für die Menschen bewirken. Ich kann Rahmenbedingungen mitgestalten und Lösungen für Probleme finden.“
Dabei gehe es oft um scheinbar kleine Entscheidungen, etwa bei der Sitzordnung im Speisesaal, der individuellen Betreuung im Krankheitsfall oder der Gestaltung eines Zimmers. Neben Fachwissen sei dafür vor allem Feingefühl gefragt.
„Alle Menschen sind sehr verschieden. Das macht die Arbeit abwechslungsreich, aber auch anspruchsvoll. Manche sind schwierig; manche freuen sich, wenn ich komme. Daraus beziehe ich meine Energie. Wegen der körperlichen und psychischen Herausforderungen ist es wichtig, dass man gut im Einklang mit sich selbst ist“, sagt Schlegel.
Eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit in der Pflege sei die Balance zwischen Nähe und Distanz. Deshalb liege ihm auch das Wohl der Mitarbeitenden besonders am Herzen. „Dann geht es nämlich auch den Bewohnerinnen und Bewohnern gut.“
Seinen persönlichen Ausgleich findet Georg Schlegel in seiner Freizeit. Er tanzt leidenschaftlich gerne und ist beim Geocaching regelmäßig mit einer Gruppe unterwegs.
(Quelle: Stiftung Liebenau)