Wasserstoff: Studie zeigt Handlungsbedarf in der Bodenseeregion

Um die Debatte hin zu einer grenzüberschreitendenden Wasserstoffinfrastruktur zu intensivieren, gab die Vereinigung der Bodensee-Industrie- und Handelskammern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (Bodensee-IHKs) eine Studie in Auftrag.
Um die Debatte hin zu einer grenzüberschreitendenden Wasserstoffinfrastruktur zu intensivieren, gab die Vereinigung der Bodensee-Industrie- und Handelskammern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (Bodensee-IHKs) eine Studie in Auftrag. (Bild: Scharfsinn86 // iStock / Getty Images Plus)

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In einer nachhaltigen Energieversorgung wird Wasserstoff zum zentralen Pfeiler der Versorgungssicherheit – insbesondere für den industriell geprägten Wirtschaftsraum Bodensee. Zum Aufbau der notwendigen Infrastruktur ist dabei eine grenzüberschreitende Planung eine wichtige Voraussetzung. Eine Studie im Auftrag der Bodensee-IHKs skizziert den Handlungsbedarf.

Um die Debatte hin zu einer grenzüberschreitendenden Wasserstoffinfrastruktur zu intensivieren, gab die Vereinigung der Bodensee-Industrie- und Handelskammern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (Bodensee-IHKs) eine Studie in Auftrag. Diese skizziert den Planungsstand in den Regionen um den Bodensee und stellt erste Überlegungen zu einer grenzübergreifenden Planung vor.

Durchgeführt wurde die Studie von Professor Dr. Markus Friedl, einem ausgewiesenen Experten in der Thematik: Friedl ist Leiter des Instituts für Energietechnik der OST – Ostschweizer Fachhochschule, eines etablierten Kompetenzzentrums in den Themenfeldern Wasserstoff und Power-to-X.

Gefahr einer ausgedünnten Infrastruktur in den Grenzregionen

Vor dem Hintergrund der Energiewende wird Wasserstoff in wohl jedem Energiesystem ein zentraler Pfeiler werden, wie die Studie aufzeigt. Gerade in der Industrie gibt es Prozesse, welche sich kaum mit elektrischer Energie ersetzen lassen. Entsprechend muss in allen Ländern der industriell geprägten Bodenseeregion den teilweise erkennbaren Bestrebungen beim Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Als Problemstellung für die Bodenseeregion zeichnet sich dabei jedoch ab, dass die Infrastruktur zu den Ländergrenzen hin ausgedünnt wird, statt länderübergreifend geplant zu werden. Im diesem eng verflochtenen Wirtschaftsraum gilt es, dies zu verhindern.

Koordination als Grundvoraussetzung

Die Bestrebungen zu einer zukunftsfähigen Wasserstoffinfrastruktur in der Bodenseeregion müssen länderübergreifend koordiniert werden. Bruchstellen im Versorgungsnetz entlang nationaler Grenzen würden die Versorgungssicherheit der Region als Ganzes beeinträchtigen und wären wirtschaftlich ineffizient. Entsprechend muss die Zusammenarbeit entlang mehrerer Dimensionen intensiviert werden: Zum einen müssen regulatorische Vorhaben auch in der EU mit denen in der Schweiz abgestimmt werden – dem gilt es, in den jeweiligen nationalen Strategien Rechnung zu tragen.

Einmal mehr zeigt sich dabei auch die Wichtigkeit von rechtssicheren bilateralen Beziehungen in der Bodenseeregion. Zum anderen betont die Studie auch die Wichtigkeit einer koordinierten Planung von Produktion, Import und Nachfrage beim Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur: Entsprechend müssen die relevanten Akteure grenzübergreifend zusammenarbeiten. Analog zu anderen Grenzregionen erscheint dafür eine Koordinationsplattform die richtige Option. Die Bodensee-IHKs werden diesbezüglich Alternativen prüfen.

(Pressemitteilung: IHK Bodensee-Oberschwaben)