Das schwere Unwetter letzten Freitag rund um den Bodensee hat auch in der Landwirtschaft große Schäden angerichtet. Eine Messstation in Schaffhausen registrierte allein in Friedrichshafen Orkanstärken von bis zu 114 Kilometer pro Stunde.
Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) soll das Unwetter außergewöhnlich gewesen sein. Vom Landkreis Konstanz kommend zog am Freitagmorgen eine ausgedehnte Unwetterzelle über den Bodensee hinweg. Der kurze und heftige Gewittersturm hinterließ in zahlreichen Gemeinden umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und auch in der Landwirtschaft hohe Schäden.
Viele Birnen nur noch Mostobst
Obstbauern und auch Winzer waren betroffen. Auf einigen Höfen sind ganze Ernten zerstört worden und einige Winzern beklagen aufgeplatzte Trauben. Der Obst- und Eierhof Knoblauch in Berg bei Friedrichshafen teilt auf Instagram mit, dass innerhalb weniger Minuten ein erheblicher Schaden entstanden sei. So ein Ergebnis tut weh und ist für den Betrieb alles andere als einfach.
Besonders betroffen waren hier mehrere Hektar Birnen, die gerade reif für die Ernte waren, so der SWR. Rund ein Drittel der Birnenflächen sei durch Hagelnetze geschützt gewesen. Dort könne die Ernte wie geplant stattfinden. Die übrigen Birnen müssten nun einzeln kontrolliert und sortiert werden. Ein Teil könnte vielleicht noch verkauft werden, anderes Obst müsse zu Most verarbeitet werden, heißt es weiter.
Wasser in Hofladen reingelaufen
Bauer Martin auf dem Hohreutehof bei Owingen wurde ebenfalls von dem Unwetter überrascht. Der Hofladen musste einige Tage geschlossen bleiben. Wassermassen sind auf den Dachboden gelaufen und zur Decke in den Laden rein. Auf Instagram ist das ganze Chaos zu sehen. Viele Helfer haben spontan angepackt und geholfen.
In Bambergen bei Überlingen hat das heftige Unwetter den Hof von Benjamin Klotz schwer getroffen. „Die Ernte ist vorbei“, sagte er dem SWR. Walnüsse, Zwetschgen, Nektarinen, Pfirsiche, Mirabellen, Brombeeren, Birnen, Himbeeren – alles sei kaputt durch das Unwetter.
Hagelkörner verletzten die grüne Außenschale der Walnüsse. An den Einschlagstellen bilden sich dann schnell schwarze Flecken, Risse und Faulstellen.
Viel Gemüse nahezu unerkennbar
Auf der Schweizer Seite des Bodensees hat der schwere Hagelsturm einen Hof derart getroffen, dass viele Gemüsesorten schwer beschädigt wurden. Alles Gemüse, was Laub hatte ist nahezu unerkennbar. Die Hopfenbauern rund um Tettnang sind bei dem schweren Unwetter am Freitag dagegen mit einem blauen Auge davongekommen.
Der Hopfenpflanzerverband Tettnang erwartet allgemein rund 15 % weniger Ernte als im Vorjahr. Die Gründe liegen vor allem in den außergewöhnlichen Witterungsbedingungen: Ein sehr trockenes Frühjahr, anhaltende Hitze. Erwartet werden rund 2.312 Tonnen.
(Quelle: SWR/Instagram)