Für den Weiterbau der B31 am Bodensee laufen die Planungen in mehreren Abschnitten weiter. Im Herbst 2026 soll für Meersburg–Immenstaad eine Vorzugsvariante vorliegen.
Neue Bewegung gibt es insbesondere beim rund 10,5 Kilometer langen Neubauabschnitt zwischen Meersburg/West und Immenstaad. Nach einer Auskunft des Bundesverkehrsministeriums vom 24. August, über die der Südkurier berichtet, will die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) im Herbst 2026 eine Variantenbewertung mit einer Vorzugsvariante vorlegen.
Nach der Prüfung und Freigabe durch das Land Baden-Württemberg und den Bund soll die ausgewählte Variante anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Zwölf Trassenvarianten werden geprüft
Für die Verbindung zwischen Meersburg/West und Immenstaad befinden sich nach Angaben der DEGES derzeit zwölf Trassenvarianten in der Prüfung. Ende 2023 hatte das baden-württembergische Verkehrsministerium die DEGES mit Planung, Baurechtschaffung, Bauvorbereitung und Baudurchführung beauftragt.
Der geplante Neubau soll die Verkehrssituation auf der B31 dauerhaft entspannen und die Verkehrssicherheit erhöhen. Ein wesentliches Ziel ist außerdem die Entlastung der Ortsdurchfahrt von Hagnau. Dort sollen Unfallrisiken und Umweltbelastungen reduziert werden.
Die B31 ist nach Angaben der DEGES die wichtigste West-Ost-Verkehrsachse im Bodenseeraum. Vor allem an Sonn- und Feiertagen sowie während der Sommerferien werden auf dem betreffenden Abschnitt streckenweise die Kapazitätsgrenzen erreicht oder überschritten. Die Folge sind Staus und Ausweichverkehr auf dem untergeordneten Straßennetz sowie durch Siedlungsgebiete.
Auch weitere Planungen laufen
Parallel dazu schreiten die Planungen im Abschnitt zwischen Überlingen und Meersburg voran. Die Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg arbeitet dort derzeit an der Entwurfsplanung. Unter anderem wird ein Fachbeitrag zur Wasserrahmenrichtlinie erstellt, zudem laufen die Vorbereitungen für Baugrunduntersuchungen. Umweltkartierungen und Vermessungsarbeiten sollen bis Herbst 2026 fortgeführt werden.
Damit befinden sich die noch offenen Teilabschnitte des B31-Weiterbaus am Bodensee weiterhin in Planung. Einen konkreten Termin für einen Baubeginn gibt es nach den vorliegenden Informationen noch nicht.
Neues Gesetz soll Verfahren beschleunigen
Verändert haben sich inzwischen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen. Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz soll Planungs- und Genehmigungsverfahren für wichtige Infrastrukturprojekte beschleunigen.
Davon kann nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bodensee-Oberschwaben auch die B31 profitieren. Die IHK begrüßt, dass die Planungen für den Ausbau der Bundesstraße weiter vorankommen. Nach ihren Angaben zählt die B31 zu den Projekten von überragendem öffentlichen Interesse und profitiert damit von den neuen Regelungen. Welche konkrete Zeitersparnis sich daraus für das Vorhaben ergibt, werde sich im weiteren Planungsverfahren zeigen.
IHK sieht Chancen für B31
„Wir haben uns seit längerem für die Beschleunigung von Infrastrukturvorhaben durch das überragende öffentliche Interesse sowie durch weitere nun im Infrastruktur-Zukunftsgesetz vorgesehen Maßnahmen eingesetzt. Jetzt zeigt sich erstmals konkret in unserer Region, was das bedeuten kann“, sagt Dr. Sönke Voss, Hauptgeschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben.
Mit Blick auf die Bedeutung der Bundesstraße für die Region fordert Voss, die neuen Möglichkeiten konsequent zu nutzen: „Gerade bei einem für die Bodenseeregion so wichtigen Verkehrsprojekt wie der B 31 kommt es darauf an, dass die neuen Möglichkeiten konsequent genutzt werden. Jede gewonnene Zeit bringt uns dem dringend notwendigen Ausbau ein Stück näher.“