Digitalisierung rettet Leben App-gestütztes Ersthelfer-System stärkt Notfallversorgung in der Bodensee-Region

App-gestütztes Ersthelfer-System stärkt Notfallversorgung in der Bodensee-Region
App „Region der Lebensretter“ startet in der Bodensee-Region. (Bild: Region der Lebensretter e.V.)
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Jährlich erleiden rund 60.000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislaufstillstand. Wird nicht innerhalb von drei bis fünf Minuten mit der Wiederbelebung begonnen, sinken die Überlebenschancen drastisch – nur etwa elf Prozent der Betroffenen überleben.

Mit der Einführung des App-basierten Ersthelfer-Systems „Region der Lebensretter“ in der Region Bodensee-Oberschwaben-Sigmaringen verbessert sich nun die Versorgung in lebensbedrohlichen Notfallsituationen deutlich.

Die Initiative geht zurück auf Prof. Dr. Volker Wenzel, Direktor der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Klinikum Friedrichshafen sowie Sprecher des dortigen Cardiac Arrest Centers. In Lindau und Konstanz ist das System bereits erfolgreich etabliert.

Prof. Dr. med. Volker Wenzel, Zentrumsdirektor und Chefarzt am MedizinCampus Bodensee (Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie)
Prof. Dr. med. Volker Wenzel, Zentrumsdirektor und Chefarzt am MedizinCampus Bodensee (Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie) (Bild: Prof. Dr. Wenzel)

Digitale Alarmierung bringt qualifizierte Ersthelfer schneller zum Einsatzort

Herzstück der „Region der Lebensretter“ ist eine georeferenzierte Smartphone-App, die medizinisch qualifizierte, ehrenamtlich registrierte Ersthelfende bei einem Notfall in unmittelbarer Nähe alarmiert. Diese können in kürzester Zeit lebensrettende Maßnahmen wie Herzdruckmassage und Frühdefibrillation einleiten – noch bevor der Rettungsdienst eintrifft.

Da etwa 25 Prozent der Fälle auf Herzrhythmusstörungen zurückzuführen sind, ist die App zusätzlich mit einer Datenbank öffentlicher Defibrillatoren (AEDs) verknüpft. Die Einsatzkräfte werden im Notfall gezielt zu diesen Standorten geleitet. Wird innerhalb der ersten drei Minuten nach Beginn des Herzkammerflimmerns ein Defibrillator eingesetzt, kann die Überlebensrate auf über 50 Prozent steigen.

„Seit drei Jahrzehnten forsche ich zum plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand – die georeferenzierte Ersthelfer-App ist die bedeutendste Innovation in diesem Zeitraum“, betont Prof. Dr. Wenzel.

Politische Unterstützung und nachhaltige Finanzierung

Klaus Hoher, MdL, ist politischer Initiator des Projekts im Bodenseekreis und begrüßt die Umsetzung ausdrücklich: „24 von 34 Integrierten Leitstellen in Baden-Württemberg sind bereits angebunden. Durch eine großzügige Spende, die den Betrieb für drei Jahre sichert, können wir dieses lebensrettende System nun auch in unserer Region einführen.“

Die Landkreise Bodenseekreis, Ravensburg und Sigmaringen profitieren künftig von der flächendeckenden Ausweitung des Systems. Bereits aktiv ist „Region der Lebensretter“ unter anderem in den Kreisen Lindau, Oberallgäu, Unterallgäu, Memmingen, Konstanz und Biberach.

Mit 71 teilnehmenden Landkreisen in sieben Bundesländern ist es das größte Ersthelfer-System Deutschlands. Über 32.000 qualifizierte Ersthelfer sind registriert und können im Notfall auch regions- und bundeslandübergreifend alarmiert werden – beispielsweise auch Urlauber oder Besucher, die sich temporär in der Bodenseeregion aufhalten.

Wissenschaftlich begleitetes System mit hohem Standard

Prof. Dr. Michael Müller, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin am St. Josefskrankenhaus Freiburg und Vorsitzender des Vereins „Region der Lebensretter e.V.“, erklärt: „Seit acht Jahren wird das System im Rahmen von Forschungsprojekten wissenschaftlich evaluiert und kontinuierlich weiterentwickelt. Inzwischen ist die dritte App-Generation im Einsatz – mit ihr erreichen wir eine durchschnittliche Eintreffzeit des Ersthelfers von unter vier Minuten.“

Prof. Dr. Wenzel und Prof. Dr. Müller begleiten die Einführung in der Bodenseeregion wissenschaftlich.

Wer darf mitmachen? – Anforderungen an Ersthelfende

Registriert werden ausschließlich medizinisch geschulte Helferinnen und Helfer. Voraussetzungen sind:

  • Vollendung des 18. Lebensjahres
  • Nachweis einer präklinischen oder klinischen Qualifikation mit regelmäßiger Rezertifizierung in BLS/ALS (z. B. Sanitätshelfer, Gesundheits- und Krankenpfleger)
  • Angehörige von Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr oder THW mit anerkannter Zusatzqualifikation

Interessierte laden die App „Region der Lebensretter 3.0“ im App Store oder Google Play Store herunter und registrieren sich mit einem entsprechenden Qualifikationsnachweis.

Weitere Informationen: regionderlebensretter.de/qr-code

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.
(Quelle: Region der Lebensretter e.V.)