Neue Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen in Laupheim

Neue Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen in Laupheim
Nils leitet die Selbsthilfegruppe für Depressionen in Laupheim. (Bild: Stadt Laupheim)
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In Laupheim hat sich eine neue Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen etabliert. Die Gruppe, die von Nils, einem 38-jährigen Schreinermeister, Familienvater und Vollzugsbeamten ins Leben gerufen wurde, bietet Betroffenen einen geschützten Rahmen, um sich über ihre Erfahrungen und den Umgang mit Depressionen auszutauschen.

Die offene Selbsthilfegruppe, die Platz für bis zu zehn Teilnehmer bietet, trifft sich regelmäßig im Begegnungscafé Laupheim. Interessierte können sich per E-Mail für die Teilnahme anmelden. Die genauen Termine und weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Begegnungscafés Laupheim.

In einer Gesellschaft, die oft nur die schönen Seiten des Lebens zeigt, bietet diese Gruppe einen Raum, in dem alle Gefühle offen ausgedrückt werden dürfen. „Hier darf geweint, gelacht und auch über Ängste gesprochen werden“, betont Nils. „Es ist für viele eine wahnsinnige Erleichterung, einfach mal sagen zu können: Ich bin überfordert und ich brauche Hilfe.“ Diese Offenheit ist ein zentrales Anliegen der Gruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Stigma rund um Depressionen aufzulockern und einen gesunden Umgang mit der Krankheit zu fördern. „Einen gebrochenen Fuß versteckt auch niemand“, so Nils.

Der Austausch von Erfahrungen steht im Mittelpunkt der Gruppentreffen. Jeder Teilnehmer bringt seine eigenen Erlebnisse mit und kann von den Erfahrungen der anderen profitieren. Nils selbst spricht aus eigener Erfahrung: „Nach einem 10-wöchigen Klinikaufenthalt im Jahr 2023 habe ich gelernt, wie wichtig eine solche Gruppe für den Heilungsprozess sein kann. Die Therapie findet nicht nur in Einzelstunden statt – die Gruppe ist maßgeblich an der Heilung beteiligt.“

Neben dem Austausch möchte Nils den Teilnehmer auch Basiswissen vermitteln. Themen wie die Wirkung von Therapien, der Umgang mit Emotionen, die Funktion von Traumata und Achtsamkeitsübungen sollen den Teilnehmern helfen, ihre Situation besser zu verstehen und zu bewältigen. „In erster Linie bestimmt die Gruppe, womit wir uns an einem Abend befassen“, erklärt er. So wird sichergestellt, dass die Themen den Bedürfnissen der Teilnehmer entsprechen.

Im Anschluss an die Gruppenstunde steht Nils noch eine halbe Stunde für diejenigen zur Verfügung, die erstmals Kontakt zu diesem Thema suchen und Unterstützung benötigen. „Ich bin kein Fachpersonal“, betont Nils, „aber ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, jemanden zu haben, der zuhört und versteht.“

Nils hofft, dass seine Gruppe ein Ort des Verständnisses, der Unterstützung und der Heilung für alle wird, die sich mit Depressionen auseinandersetzen müssen. „Ich habe so viel Gutes aus meiner intensiven Zeit in der Klinik mitgenommen, dass ich dieses Wissen und den gesunden Gruppenaustausch gerne weitergeben möchte.“

(Pressemitteilung: Stadt Laupheim)