Holzbau und Digitalisierung Hochschule Biberach erhält neue Lehr- und Forschungsprofessur

Hochschule Biberach erhält neue Lehr- und Forschungsprofessur
Studierende der Fakultät Bauingenieurwesen und Projektmanagement steht ein Industrieroboter zur Verfügung, um Programnmierung und Handling zu trainieren. (Bild: Hochschule Biberach)

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Die Hochschule Biberach (HBC) baut ihre Schwerpunkte Holzbau und Digitalisierung weiter aus:  Gefördert durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg sowie der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung EFRE) erhält die Fakultät Bauingenieurwesen und Projektmanagement über 900 000 Euro für die Lehr- und Forschungsprofessur „Produktions- und Automatisierungstechnik im Holzbau“ Die Stelle wird zum 1. September dieses Jahres besetzt.

Die Bewilligung des Antrages betrachtet Professor Dr.-Ing. Hannes Schwarzwälder „als konsequente Weiterentwicklung des Biberacher Modells“, das der Studiengang Projektmanagement seit 2010 in Kooperation mit dem Bildungszentrum Holzbau in Biberach (ZAZ) anbietet. In diesem Modell wird die Ausbildung im Zimmereihandwerk mit einem Ingenieurstudium verbunden; die Teilnehmenden schließen mit einer Gesellen- und/oder Meisterprüfung ab sowie mit einem Bachelor of Engineering. „In diesem Erfolgsmodell“, so der Studiendekan, könnten sich Studierende seit dem vergangenen Jahr zudem im Master Holzbau-Ingenieurwesen weiterqualifizieren. „Damit bilden wir die dringend gesuchten Fachkräfte auf Bachelor- und Master-Level aus“.

Prof. Dr.-Ing. Hannes Schwarzwälder, Studiendekan des Master-Studienganges Holzbau-Ingenieurwesen.
Prof. Dr.-Ing. Hannes Schwarzwälder, Studiendekan des Master-Studienganges Holzbau-Ingenieurwesen. (Bild: HBC)

Der weiterführende Masterstudiengang befasst sich im Schwerpunkt mit den Themen einer zeitgemäßen digitalen Planung und automatisierten Produktion beim Bau von Holzbauwerken. Denn der Holzbau unterliege aktuell einem starken Wandel, erläutert Hannes Schwarzwälder, und werde stark durch moderne Techniken verändert. Automatisierung und Robotertechnik würden eine zunehmende Rolle spielen. „Unsere Studierenden wollen wir gezielt auf diese Veränderung in der Fertigungstechnik vorbereiten“. 

Dafür stehe u.a. das Labor LiCoP (Laboratory for innovative construction and project management) mit umfangreicher Hard- und Software zur Verfügung. Hier können die Studierenden beispielsweise komplexe Bauvorhaben als virtuelles Modell aufbauen und mittels VR-Brille präsentieren oder einen kollaborativen Industrieroboter programmieren, so dass er exakte Fräsungen vornimmt. Im Zuge der Lehr- und Forschungsprofessur soll das Labor ausgebaut und weitere Roboter installiert werden. In Verbindung mit der Fertigungsanlage des ZAZ stünde am Standort Biberach damit eine hochmoderne Infrastruktur für die umfassende Ausbildung von Holzbau-Fachkräften zur Verfügung.

„Am Institut für Holzbau unserer Fakultät lehren und forschen mit der neuen Professur insgesamt vier Holzbau-Professor*innen“, führt Schwarzwälder weiter aus, „eine Größenordnung, die kaum eine andere Hochschule oder Universität vorweisen kann“. Dr.-Ing. Jörg Schänzlin, Dr.-Ing. Patricia Hamm und Dr.-Ing. Patrik Aondio sind ausgewiesene Experten für Holzverbindungen, Tragwerke und deren Schwingungen sowie innovative Wandsysteme. Aondio ist zudem Studiendekan des Masterstudiengangs Holzbau-Ingenieurwesen.

Die jetzt bewilligte Professur für Produktion- und Automatisierungstechnik wird den Schwerpunkt Holzbau an der Hochschule Biberach verstärken – und in Lehre und Forschung ergänzen. Die Professur wird zunächst über einen Zeitraum von fünf Jahren finanziert. Eine Verlängerung durch die Förderung von Land und EFRE ist möglich – unabhängig davon will die HBC die Professur verstetigen.

EFRE-Programm Baden-Württemberg 2021-2027

Das EFRE-Programm Baden-Württemberg 2021-2027 ist an der Innovationsstrategie Baden-Württemberg ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen Forschung, Entwicklung und Innovation sowie Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Bioökonomie. Hierfür stehen rund 279 Millionen Euro an Mitteln aus dem EFRE zur Verfügung. Ergänzt werden diese Mittel durch Landesmittel und Eigenmittel der Begünstigten.

(Pressemitteilung: Hochschule Biberach)