Der Zweckverband Tierische Nebenprodukte Süd (ZTN Süd) in Warthausen ist Ziel eines Cyberangriffs geworden. Ob personenbezogene Daten betroffen sind, wird derzeit untersucht.
Der IT-Sicherheitsvorfall wurde am 20. Juli entdeckt, nachdem mehrere Server-Systeme durch eine Verschlüsselungssoftware außer Betrieb gesetzt worden waren. Seither arbeitet der Verband gemeinsam mit externen IT-Sicherheitsexperten und den zuständigen Behörden an der Aufklärung.
Systeme vom Netz genommen
Unmittelbar nach der Entdeckung wurden die betroffenen Systeme vom Netzwerk getrennt sowie Notfall- und Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Zusätzlich wurden externe IT-Forensiker hinzugezogen. Auch die zuständigen Strafverfolgungsbehörden und die Datenschutzaufsichtsbehörde wurden informiert.
Im Mittelpunkt der laufenden Ermittlungen steht die Frage, ob und in welchem Umfang personenbezogene Daten betroffen sein könnten. Nach aktuellem Kenntnisstand kann dies derzeit nicht ausgeschlossen werden. Gesicherte Hinweise darauf, dass Daten abgeflossen oder missbräuchlich verwendet wurden, liegen bislang jedoch nicht vor.
Geschäftsführer: Schutz der Daten hat höchste Priorität
„Wir nehmen diesen Vorfall außerordentlich ernst. Der Schutz der Daten unserer Kunden, Tierhalter, Geschäftspartner und Beschäftigten hat für uns höchste Priorität. Gemeinsam mit spezialisierten IT-Sicherheitsexperten arbeiten wir intensiv daran, die Hintergründe des Angriffs vollständig aufzuklären und unsere Systeme sicher wiederherzustellen“, erklärt Geschäftsführer Kevin Dorner.
Die Experten untersuchen derzeit sämtliche relevanten Systeme, Logdateien und Datenbestände. Eine abschließende Bewertung des Vorfalls soll erst nach Abschluss der Untersuchungen möglich sein.
Verband empfiehlt erhöhte Vorsicht
Sollte sich im Zuge der Ermittlungen herausstellen, dass personenbezogene Daten betroffen sind, könnten theoretisch Risiken wie Phishing-Angriffe, betrügerische Kontaktaufnahmen, Identitätsmissbrauch oder die Offenlegung geschäftlicher Informationen entstehen. Aktuell liegen jedoch keine Hinweise darauf vor, dass solche Risiken bereits eingetreten sind.
Aus Vorsorgegründen empfiehlt der Verband seinen Kunden, Tierhaltern, Geschäftspartnern und Beschäftigten dennoch, bei ungewöhnlichen E-Mails, Anrufen oder Zahlungsaufforderungen besonders aufmerksam zu sein. Parallel zur Wiederherstellung der Systeme werden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt.
Die ZTN Süd mit Sitz in Warthausen ist für die Verwertung tierischer Nebenprodukte in weiten Teilen Südwürttembergs und Südbadens zuständig.
(Quelle: ZTN Süd)