Biberacher Hospitalrat erhöht Budget-Puffer für Neubau „Haus 2“

Biberacher Hospitalrat erhöht Budget-Puffer für Neubau „Haus 2“
Trotz einer witterungsbedingten Pause im Winter kommt der Neubau von „Haus 2“ auf dem Biberacher Hospitalquartier gut voran. (Bild: Stadt Biberach)

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Der Neubau von „Haus 2“, eines der zwei großen Bauprojekte auf dem Biberacher Hospitalquartier, kommt trotz einer etwa vierwöchigen witterungsbedingten Pause im Winter gut voran.

Die Rohbauarbeiten sind in der finalen Phase, im Juni wird mit den Holzbauarbeiten begonnen. Der Hospitalrat hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach mit den aus verschiedenen Gründen gestiegenen Kosten für den Neubau befasst, Ende April stand das Thema abermals auf der Agenda. Das Gremium setzte die neue Budgetgrenze auf 16,9 Millionen Euro fest – 440.000 Euro mehr als bislang.

Rund 88 Prozent der Gewerke sind zwischenzeitlich vergeben. Laut Hospitalverwalter Ralf Miller entspricht dies einer Summe von 13,3 Millionen Euro, kleinere Nachträge aus dem Rohbau seien bereits enthalten. Unter Berücksichtigung des achten Vergabepakets (Landschaftsbau, Dachbegrünung, Reinigung), dessen Ausschreibung im Mai erfolgt, sind 96 Prozent der Gewerke ausgeschrieben. Miller berichtete im Hospitalrat, dass grundsätzlich wieder mehr Angebote eingingen, die teilweise aber sehr weit auseinanderlägen.

Für Unvorhergesehenes und zur Baukostenfortschreibung hatte der Hospitalrat bei einem Gesamtbudget von 16,48 Millionen Euro bislang 2,29 Millionen Euro veranschlagt. Dieser Puffer ist mittlerweile nahezu aufgebraucht, vor allem die Probleme im Untergrund hatten hohe Kosten bei der Entsorgung des verunreinigten Aushubs verursacht, die so nicht eingeplant waren. Wie Ralf Miller erklärte, laufe man diesen Mehrkosten den gesamten Bau über hinterher. Oder anders ausgedrückt: „Die Probleme kommen nicht originär aus dem Bau selbst.“

Da das Restbudget nach den aktuellen Vergaben sowie der Prognose für das jetzt anstehende Vergabepaket acht noch bei rund 33.000 Euro liegt, schlug die Hospitalverwaltung dem Hospitalrat vor, das Budget vorsorglich um 440.000 Euro zu erhöhen. „Damit bleiben wir handlungsfähig für den Fall, dass der Puffer aufgebraucht sein sollte“, so Miller, der auch klarstellte: „Unser Ziel ist es, unter 17 Millionen Euro zu bleiben.“

Fertigstellung im Juli 2025

Die Hospitalräte signalisierten rasch grünes Licht und stimmten einstimmig für die neue Budgetgrenze. Miller betonte abschließend, dass man sich noch im Budget bewege. Die Erfahrung zeige aber, dass mit Nachträgen zu rechnen sei. Fertig sein soll der Neubau von „Haus 2“, wo schwerpunktmäßig ambulante Pflege und betreute Wohnformen Platz finden, Stand heute im Juli 2025.

In derselben Sitzung stimmte der Hospitalrat auch der Planung der Außenanlagen zu. Architekt Ulrich Gläser erklärte, dass die Gestaltung der neuen Außenanlagen sich am Bestand orientiere. „Wir bauen die bestehende gute Qualität weiter.“ Der zentrale Platz des Quartiers grenzt südlich an den Haupteingang des Neubaus an und wird mit Betonpflaster (30×30 Zentimeter) gestaltet. Acht Fahrradstellplätze sind im Bereich des Haupteingangs geplant. Eine barrierefreie Wegeführung soll die Bestandswege an den neuen Platz anbinden, die Gebäude werden über Pflasterflächen zusammengeführt. Einzelne Wege werden auch asphaltiert, darunter die Zufahrt zur Tagespflege im Westen.

Die Aufstellflächen für die Feuerwehr und die Stellplätze im Norden und Westen werden mit Rasengittersteinen versehen, um möglichst viel Versickerungsflächen zu schaffen. Einzelne zumeist freistehende Bäume sollen als Schattenspender dienen. Die Möblierung erfolgt zum größten Teil mit beweglichen Sitzmöbeln aus Stahl und Holz aus dem vorhandenen Bestand.

Die Räte lobten die vorgestellte Gestaltung durchweg als ansprechend. Angeregt wurden unter anderem Wasserspender und multisensorische Angebote für Demenzkranke. Ralf Miller entgegnete, dass die Bewohner immer gut versorgt seien, und hinterfragte den Mehrwert eines Wasserspenders. Sollte es tatsächlich Bedarf geben, könne man darauf reagieren.

Die Idee mit „Kunst im Raum“ als Angebot für Demenzkranke nehme er gerne mit, erklärte Miller. Finanzielle Mittel seien dafür im Moment aber nicht vorhanden. Für die Gestaltung der Außenanlagen wird mit Kosten von rund 369.000 Euro gerechnet. 

(Pressemitteilung: Stadt Biberach)

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