„TTL – Mein Raumausstatter“ meldet Insolvenz an: So geht es weiter

Nachdem in den vergangenen Wochen immer häufiger über eine mögliche Pleite bei TTL in Baden-Württemberg spekuliert wurde, ging Mitte Februar schließlich ein offizieller Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aalen ein.
Nachdem in den vergangenen Wochen immer häufiger über eine mögliche Pleite bei TTL in Baden-Württemberg spekuliert wurde, ging Mitte Februar schließlich ein offizieller Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aalen ein. (Bild: Ralf Geithe/ iStock / Getty Images Plus)

Schließen die Geschäfte? Was passiert mit bereits bestellter Ware? Die TTL OP GmbH ist blank. Nun muss das Vermögen des Raumausstatters mit 27 Filialen in Süddeutschland verwaltet werden.

Nachdem in den vergangenen Wochen immer häufiger über eine mögliche Pleite bei TTL in Baden-Württemberg spekuliert wurde, ging Mitte Februar schließlich ein offizieller Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aalen ein.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Steffen Beck von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH und sein Team analysieren derzeit die finanzielle Situation der Gesellschaft. Klar ist: Das Unternehmen ist nur zu erhalten, wenn der kurzfristige Einstieg eines Investors gelingt. Daher führen die Verantwortlichen derzeit Gespräche mit potenziellen Interessenten.

Kunden brauchen viel Geduld

Zahlreiche Käufer warten vergeblich auf ihre Ware, Mitarbeiter auf ihren Lohn. Das könnte sich allerdings noch etwas ziehen:„Wir haben zahlreiche Gespräche mit wichtigen Geschäftspartnern und den Mitarbeitern geführt. Die Situation ist nicht leicht. Wir bedanken uns ausdrücklich bei den Mitarbeitern, die mit uns an einem Strang ziehen. Die Kunden möchten wir um Geduld bitten, bis unsere Prüfung, inwieweit die bereits erteilten Aufträge ausgeführt werden können, abgeschlossen ist“, erklärt Steffen Beck.

Filialen werden zunächst geschlossen

Zunächst sei geplant gewesen, Filialen zumindest vereinzelt zu öffnen. Nach etwaigen Planungen und Gesprächen, sei das jedoch erst einmal vom Tisch: Vergangenen Freitag wurde vereinbart, alle Filialen vorübergehend zu schließen. Steffen Beck erklärt: „Die Gespräche mit allen Beteiligten waren konstruktiv. Die Analyse der vergangenen Tage hat gezeigt, dass die Verkäufe der Waren in den Filialen unter anderem aufgrund der aktuell angespannten Material- und Personalsituation kaum möglich sind.“

„In den kommenden Tagen ist es zudem nötig, die in allen Filialen durchgeführten Inventuren auszuwerten, was weiteres Personal bindet. Wir müssen hierfür von Ort zu Ort individuell planen, unter anderem die dafür nötigen Personalressourcen. Ein regulärer Betrieb in den Filialen ist daher nicht möglich. Wir haben deswegen beschlossen, zunächst alle Filialen für die kommenden Tage zu schließen.“ Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft neben dieser tagesaktuellen Planung auch, ob Filialen dauerhaft wirtschaftlich erhalten bleiben können. Das wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Investor gesucht

Gespräche mit potenziellen Interessenten werden derzeit parallel weiter fortgeführt. Nur wenn sich kurzfristig ein Investor findet, gibt es eine Zukunft für TTL OP. Das PLUTA-Team, unterstützt von Dr. Matthias Lehr und Achran Hagos, wird Mitarbeiter und Kunden regelmäßig über den aktuellen Stand informieren. Außerdem werden die Experten zudem neben der operativen Verfahrensbearbeitung parallel auch die finanzielle Historie des Unternehmens aufarbeiten.

(Quelle: PLUTA Relatio)