Reparieren statt Wegwerfen: „Handwerk ist gleich Bildung, ist gleich nachhaltig“

Reparieren statt Wegwerfen: „Handwerk ist gleich Bildung, ist gleich nachhaltig“
Die Handwerkskammer Ulm begrüßt die EU-Vorgabe zum Recht auf Reparatur. (Bild: Viktoria Korobova // iStock / Getty Images Plus)

WOCHENBLATT

Das Handwerk steht traditionell für Qualität und Langlebigkeit von Produkten. Reparaturen sind das Kerngeschäft vieler Handwerksbetriebe in der Region zwischen Ostalb und Bodensee.

Mit dem neuen Recht auf Reparaturen rückt diese Kompetenz noch stärker in den Fokus. Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, betont: „Bislang fehlte oft der Anreiz, Produkte reparieren zu lassen.“ Häufig ist der Zeitaufwand für Reparaturen zu hoch gewesen. Die neuen Vorgaben sollen dazu führen, dass Produkte langlebiger und reparaturfreundlicher hergestellt werden. So können sich Reparaturen wirtschaftlich für Handwerksbetriebe und Kunden lohnen.

„Die Fähigkeit, Produkte nicht nur herzustellen, sondern auch zu erhalten und zu reparieren, zeigt das tiefe Verständnis des Handwerks für nachhaltiges Wirtschaften“, erklärt Mehlich. Durch Reparaturen wird die Lebensdauer von Produkten verlängert, Abfall vermindert, begrenzte Ressourcen geschont und so ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Mehlich weiter: „Reparieren ist die Kernkompetenz des Handwerks. Mit Wegwerfen und Neukaufen, also Handel, verdient das Handwerk sein Geld nicht. Deshalb ist Handwerk von Haus aus strukturell erhaltend und pflegend, ressourcenschonend und damit nachhaltig. Zur praktischen Umsetzung dieser theoretischen Neuregelung zum Reparaturrecht braucht es aber massives Wissen und Können und damit Bildung“.

Um den wachsenden Anforderungen der Reparaturwirtschaft gerecht zu werden, braucht es laut Mehlich ausreichend gut ausgebildete Fachkräfte im Handwerk. „Wer eine Ausbildung im Handwerk macht, trägt aktiv zu einer nachhaltigeren Welt bei.“ Damit sich wieder mehr Jugendliche für eine handwerkliche Ausbildung entscheiden, muss diese attraktiv und zukunftsorientiert gestaltet werden.

Die Handwerkskammer fordert daher verstärkte Investitionen in die berufliche Bildung. „Nur mit einer modernen, gut finanzierten Bildungslandschaft können wir das aktuelle Recht auf Reparatur umsetzen und sicherstellen, dass die nächste Handwerker-Generation über die nötigen Fähigkeiten und das Know-how verfügt, um den aktuellen und künftigen Herausforderungen zu begegnen“, so Mehlich.

(Pressemitteilung: Handwerkskammer Ulm)