Am 23. April öffnen die Bildungsakademien in Ulm und Friedrichshafen ihre Türen für Schülerinnen. Der Girls‘ Day bietet praxisnahe Einblicke in zahlreiche Handwerksberufe.
Am 23. April findet der diesjährige Girls‘ Day statt. Die Bildungsakademien in Ulm und Friedrichshafen öffnen an diesem bundesweiten Berufsorientierungstag ihre Werkstätten und gewähren interessierten Schülerinnen einen Einblick in verschiedene Ausbildungsberufe. Zu den Berufen, die vorgestellt werden, gehören unter anderem Metallbauerin, Feinwerkmechanikerin, Anlagenmechanikerin, Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerin, Schreinerin sowie Elektronikerin. Unter fachlicher Anleitung können die Jugendlichen typische Tätigkeiten ausprobieren und herausfinden, wo ihre Stärken liegen.
Dazu sagt Katja Maier, Präsidentin der Handwerkskammer Ulm: „Junge Frauen haben im Handwerk alle Möglichkeiten, sich zu verwirklichen und Karriere zu machen. Der Girls‘ Day ist eine gute Gelegenheit, selbst aktiv zu werden, Handwerksberufe kennenzulernen und bislang unbekannte Talente und Fähigkeiten zu entdecken. Durch das praktische Arbeiten entstehen realistische Eindrücke vom Berufsalltag. Das ist hilfreich für die spätere Berufswahl.“
Mehr Frauen starten im Handwerk
Der Trend, der sich im Gebiet der Handwerkskammer Ulm abzeichnet, ist erfreulich. Denn immer mehr junge Frauen entscheiden sich für eine Ausbildung im Handwerk. Zwischen Ostalb und Bodensee ist mehr als jeder fünfte Auszubildende weiblich (21 Prozent). Allein im Jahr 2025 haben mehr als 600 junge Frauen im Kammergebiet eine handwerkliche Lehre begonnen. Besonders beliebt waren im vergangenen Jahr die Ausbildungsberufe Friseurin, Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk und Schreinerin.
Der Anteil weiblicher Auszubildender wächst auch in Berufen, die bislang als klassisch männlich galten. So ist insbesondere die Zahl der Schreinerinnen, Zimmerinnen, Kfz-Mechatronikerinnen und Malerinnen in den regionalen Handwerksbetrieben spürbar gestiegen. Gleichzeitig gibt es Berufe, in denen Frauen konstant stark vertreten sind. Im Konditorenhandwerk liegt ihr Anteil bei rund 90 Prozent, bei den Kauffrauen für Büromanagement sowie bei den Augenoptikerinnen bei jeweils rund 80 Prozent.
Klischees verlieren an Bedeutung
Seit einigen Jahren finden auch immer mehr Frauen in technische Handwerksberufe. Die Zahl der Kfz-Mechatronikerinnen hat sich beispielsweise seit 2010 mehr als verzehnfacht.
Maier weiter: „Ich begrüße die Entwicklung sehr, dass klassische Männer- und Frauenberufe im Handwerk zusehends verschwimmen. Digitalisierung, KI und modernste Technik machen viele Berufe auch für junge Frauen immer attraktiver. Wir müssen kontinuierlich weiter daran bleiben, auch in den letzten Winkeln veraltete Vorstellungen und Rollenklischees wegzufegen. Und dazu brauchen wir eine vorurteilsfreie Berufsorientierung an allen Schularten. Frauen können alles. Jeder in der Gesellschaft ist gefragt, geschlechtsunabhängig für gleiche Chancen zu sorgen.“
Hintergrund zum Girls‘ Day
Der Girls‘ Day ist ein deutschlandweiter Berufsorientierungstag und wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel ist es, Mädchen Berufe und Studienfelder näherzubringen, in denen Frauen bislang unterrepräsentiert sind, insbesondere in den Bereichen Handwerk, Technik, IT und Naturwissenschaften.
(Quelle: Handwerkskammer Ulm)