Die aktuelle Geschäftslage in den regionalen Handwerksbetrieben ist im dritten Quartal 2023 weitgehend positiv – das zeigen die aktuellen Daten der regelmäßigen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Ulm. Und das, obwohl die wirtschaftliche Entwicklung branchenübergreifend vor allem durch eine weiterhin hohe Inflationsrate und einen Nachfragerückgang gebremst wird.
Ein Abbremsen wird insbesondere in der Baubranche deutlich. Dennoch beschreiben rund 65 Prozent der Handwerksbetriebe zwischen Ostalb und Bodensee ihre momentane Geschäftslage als gut. Von einem schlechten Geschäftsverlauf für die Monate Juli bis September waren rund sieben Prozent der befragten Betriebe betroffen.
Zum Vergleich: Im Vorjahr waren 62 Prozent mit ihrer Geschäftslage zufrieden und zwölf Prozent unzufrieden. Für das Schlussquartal erwarten knapp sieben von zehn der Befragten (68 Prozent) im Kammergebiet eine gleichbleibende Geschäftslage. Rund 17 Prozent (Vorjahr: 18 Prozent) rechnen mit einer Verbesserung, während 15 Prozent (Vorjahr: 22 Prozent) der befragten Betriebe befürchten, dass sich die Geschäftsaussichten verschlechtern werden.
„Unser regionales Handwerk steht noch stabil – aber es rumort. Die Auftragsbestände waren hoch, aber auf dem Bau fehlt die Nachfrage nach vorne“, sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

Konstante Auftragslage – Baugewerbe braucht positive Signale
Die Auftragslage im regionalen Handwerk entwickelte sich im dritten Quartal erwartungsgemäß. Während wie schon im Vorjahresquartal nahezu jeder Vierte gestiegene Auftragseingänge melden konnte, berichten knapp 27 Prozent (Vorjahr: 29 Prozent) der Befragten von Auftragseinbußen.
Die derzeitige Auftragslage im Ulmer Kammergebiet wird damit insgesamt rund zwei Prozent besser bewertet als im Landesdurchschnitt. Eine spürbare Verbesserung der Geschäftslage kommt laut Umfrage insbesondere aus dem Kfz-Gewerbe, aber auch aus dem Nahrungsmittel- und Gesundheitsgewerbe. Mit Blick nach vorne sind die Erwartungen dagegen vor allem im Bauhandwerk pessimistisch.
Mehlich weiter: „Für das Handwerk in der Region ist es unabdingbar, dass wieder positive Signale für das Baugewerbe gesendet werden. Was jetzt zählt, ist Tempo bei der Maßnahmenumsetzung des vorgelegten 14-Punkte-Plans der Bundesregierung, damit unsere Handwerksbetriebe im kommenden Jahr unter besseren Rahmenbedingungen wieder durchstarten können.“
Viele Betriebe gut ausgelastet – verhaltene Erwartungen zum Jahresende
Die Auftragserwartungen für das letzte Quartal 2023 haben sich im Handwerk nicht wesentlich verändert: So rechnet fast jeder vierte Befragte (24 Prozent) mit steigenden Auftragseingängen (Vorjahresquartal: 29 Prozent). Weniger Aufträge in den Monaten Oktober, November und Dezember erwarten hingegen 26 Prozent (Vorjahresquartal: 28 Prozent).
Im dritten Quartal waren die Handwerksbetriebe in der Region größtenteils gut ausgelastet: 17 Prozent waren demnach über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus ausgelastet (Vorjahr: 19 Prozent). Gut 45 Prozent (Vorjahr: 44 Prozent) gaben eine nahezu volle Auslastung an. Eine niedrige Auslastung und damit noch genügend Kapazitätsfreiräume haben rund neun Prozent, im Vorjahresquartal waren es rund 15 Prozent.
Konjunktursituation im Alb-Donau-Kreis/Stadtgebiet Ulm
Im Alb-Donau-Kreis beurteilen 73 Prozent der befragten Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut, im Stadtgebiet Ulm sind es 56 Prozent. Eine schlechte Geschäftslage geben im Alb-Donau-Kreis sechs Prozent an, im Stadtkreis Ulm hingegen elf Prozent. Rund 17 Prozent der Betriebe im Alb-Donau-Kreis und 22 Prozent der Betriebe im Stadtkreis Ulm rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage in den nächsten Wochen und Monaten.
Zehn Prozent im Alb-Donau-Kreis und 17 Prozent im Stadtkreis Ulm erwarten eine Verschlechterung. Sowohl im Alb-Donau-Kreis als auch im Stadtkreis Ulm haben 67 Prozent der Betriebe eine aktuelle Auslastung von 80 Prozent oder höher. Im Alb-Donau-Kreis wollen 71 Prozent ihre Beschäftigtenanzahl halten, weitere 15 Prozent planen zusätzliches Personal einzustellen. Im Stadtkreis Ulm sind es 67 Prozent (halten) bzw. 28 Prozent (aufbauen).
(Pressemitteilung: Handwerkskammer Ulm)