Gesundheitskonferenz berät über aktuelle Versorgungsthemen

Fünfte Kommunale Gesundheitskonferenz im Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm.
Fünfte Kommunale Gesundheitskonferenz im Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm. (Bild: Landratsamt Alb-Donau-Kreis)

WOCHENBLATT
WOCHENBLATT

Befragung in den Notfalleinrichtungen der Region

„Die kommunale Gesundheitskonferenz hat sich als etabliertes Gremium bewährt. Dieses Jahr konnten die Arbeitsgruppen ihre Arbeit wiederaufnehmen und den Blick auf Möglichkeiten für die Verbesserung der zukünftigen medizinischen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in der Region richten“, betonten Landrat Heiner Scheffold und Bürgermeisterin Iris Mann nach der fünften Kommunalen Gesundheitskonferenz (KGK) des Alb-Donau-Kreises und der Stadt Ulm am 16.Dezember 2022.

Landrat Heiner Scheffold stellte nochmals die Bedeutung der Zusammenarbeit und Vernetzung dar. Er wies darauf hin, dass die Kommunale Gesundheitskonferenz beispielhaft darstelle, wie sektorenübergreifende Zusammenarbeit funktionieren kann, um die Gesundheit der Bevölkerung zu stärken. Er betonte, dass für eine gute funktionierende sektorenübergreifende Versorgung dringend rechtliche Änderungen des Bundesgesetzgebers erforderlich sind.

„Mit der heute gegebenen starken Sektorentrennung in niedergelassene und stationäre Versorgung ist dies nur sehr eingeschränkt möglich. Die Sektorengrenzen müssen deutlich niedriger werden oder ganz fallen. Die Bedeutung der Kommunalen Gesundheitskonferenz wird im Zuge der vom Land neu gestalteten Landeskrankenhausplanung erheblich an Gewicht gewinnen. Denn vorgesehen sind regionale Strukturgespräche mit allen Beteiligten, um die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.“

An dieser Konferenz im Haus des Landkreises in Ulm nahmen unter Vorsitz von Landrat Heiner Scheffold, Bürgermeisterin Iris Mann, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Ulm, des Alb-Donau-Kreises, der Kreis- und Gemeinderatsfraktionen, der Kliniken, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Kreisärzteschaft, des Gesundheitsnetzwerks, des Rettungswesens sowie der Notärzteschaft, der Krankenkassen, des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung und des öffentlichen Gesundheitsdienstes teil. Die Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz ist beim Landratsamt im Fachdienst Gesundheit angesiedelt.

KGK als Plattform zu Fragen der Gesundheitsversorgung im Kreis

Mit Verabschiedung des Landesgesundheitsgesetzes am 30. Dezember 2015 wurde die KGK verpflichtend für alle Land- und Stadtkreise eingeführt, als Plattform zur Beratung, Vernetzung und Koordination von Fragen der Gesundheitsversorgung. Die Schaffung der Kommunalen Gesundheitskonferenzen ist unter anderem durch das EU-weite Konzept „Gesundheit in allen Politikbereichen“ beeinflusst.

Dieses Konzept betont den bereichsübergreifenden Charakter von Fragen der öffentlichen Gesundheit und hebt die Bedeutung der politischen Entscheidungsfindung für die Gesundheit der Bevölkerung hervor. Es bekräftigt die wichtige Rolle, die Politikprogramme, strukturelle Faktoren und die gute Vernetzung vieler Akteure spielen. Gesundheitsaspekte sollen möglichst in allen Politikbereichen berücksichtigt werden.

Nachdem die Brisanz der Corona-Pandemie nachgelassen hat, konnten in diesem Jahr wieder Themenschwerpunkte zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Stadt- und Landkreis gesetzt werden.

Kommunale Pflegekonferenz und Befragung in den Notfalleinrichtungen

Bei der Auftaktveranstaltung der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Alb-Donau-Kreises und der Stadt Ulm im Jahr 2019 wurden Handlungsbedarfe erkannt und hierzu Arbeitsgruppen eingerichtet, welche das Thema bearbeiten um die Gesundheitsversorgung zu stärken. Themen der Arbeitsgruppen sind weiterhin die sektorenübergreifende Versorgung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, die kommunale Pflegekonferenz und die Sicherstellung des ärztlichen Notdienstes im Alb-Donau-Kreis und in der Stadt Ulm.

Die Arbeitsgruppe „sektorenübergreifende Versorgung“ möchte grundsätzlich Hürden zwischen dem ambulanten und dem stationären Bereich abbauen und Vernetzungsmöglichkeiten intensivieren. Seit längerer Zeit beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit der Frage, wie das Entlassmanagement im Krankenhaus verbessert werden kann. Zudem möchte sich die Region als mögliche zukünftige Modellregion für eine digitale Informationsplattform positionieren.

Die kommunale Pflegekonferenz, welche sich unter anderem mit der Schaffung von altengerechten Quartiersstrukturen und dem Aufbau integrierter Unterstützungs-, Entlastungs- und Vernetzungsstrukturen für pflegende Angehörige beschäftigt, ist weiterhin bei der Stadt Ulm angesiedelt. Die Durchführung erfolgt in enger Kooperation mit dem Alb-Donau-Kreis. Themenschwerpunkt der diesjährigen kommunalen Pflegekonferenz war die Vorstellung des Projektes „Einzelhelfer“ der Stadt Ulm des Projektträgers Kuratorium Deutsch Altershilfe gGmbH in.

In Ulm-Böfingen und Ulm-Lehr soll es so mehr Menschen ermöglicht werden, möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld wohnen zu bleiben. Die Arbeitsgruppe „Notdienste“ befasst sich mit der Frage, wie die Notfallversorgung in Stadt- und Landkreis verbessert werden kann. Hierfür findet derzeit eine Befragung in den Notfalleinrichtungen in der Stadt Ulm und dem Landkreis statt, um zu eruieren, wie zufrieden die Patienten mit der Notfallversorgung sind und ob es zu fehlgeleiteten Patientenströmen kommt.

Kommunale Gesundheitskonferenz erweitert Themenfelder

Die kommunale Gesundheitskonferenz hat im Plenum weitere mögliche Themenfelder erörtert. Bürgermeisterin Iris Mann hat das Thema „Suchthilfe – Versorgungslage Substitution“ eingebracht, da es hier gilt, einer Versorgungslücke zu begegnen. Nach einem Impulsvortrag durch eine Vertreterin der Kassenärztlichen Vereinigung zur Darstellung der Ist-Situation und der Herausforderungen wurde durch die Kommunale Gesundheitskonferenz diskutiert, wie in der Region künftig mit diesem Thema umgegangen werden soll. 

Des Weiteren hat sich die Kommunale Gesundheitskonferenz mit aktuellen Herausforderungen, wie der medizinischen Versorgung von Geflüchteten in Gemeinschaftsunterkünfte, befasst.

(Pressemitteilung: Landratsamt Alb-Donau-Kreis)