Bürger von Killer übergeben Unterschriftenliste

Autos fahren an dem Ortsschild des Ortes Killer vorbei.
Autos fahren an dem Ortsschild des Ortes Killer vorbei. (Bild: Silas Stein/dpa)

Deutsche Presse-Agentur
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Im Streit mit dem Landratsamt wegen der Unterbringung weiterer Flüchtlinge haben Vertreter der Stadt Burladingen und der Teilgemeinde Killer eine Unterschriftenliste an Landrat Günther-Martin Pauli (CDU) übergeben.

Die Unterzeichner sprechen sich gegen die Einrichtung einer vorläufigen Unterbringungsmöglichkeit für geflüchtete Menschen im Gebäude des früheren Gasthofes Lamm in Killer aus, wie der Sprecher von Pauli am Montagabend mitteilte.

Pauli sagte am Montag in Balingen, er nehme die Sorgen und Ängste der Bevölkerung in Killer ernst. Er hob aber hervor, dass die Unterbringung von Geflüchteten eine kommunale Pflichtaufgabe sei, an deren Mitwirkung Städte und Gemeinden gebunden seien. Pauli forderte Burladingens Bürgermeister Davide Licht (parteilos) erneut dazu auf, sich an der Findung von intelligenteren und passenderen Unterbringungsmöglichkeiten als Alternative zum Gebäude Lamm in Killer zu beteiligen.

Das 600-Seelen-Dorf Killer im Zollernalbkreis wehrt sich gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge in dem früheren Gasthof. Dort könnten nach Auskunft des Kreises ab September bis zu 40 Geflüchtete unterkommen. Der Kreis rechnet damit, bis Ende des Jahres 200 bis 300 weitere Geflüchtete in der vorläufigen Unterbringung zugewiesen zu bekommen. Auf einer Infoversammlung in der brechend vollen Bürgerhalle wurde Pauli kürzlich ausgebuht und kam kaum zu Wort.

In der vergangenen Woche hatte Justizministerin Marion Gentges (CDU) einen Brief an Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) geschrieben. Darin steht: «Dies ist eine Erfahrung, die exemplarisch für zunehmend ähnliche Erlebnisse anderer kommunaler Mandats- und Entscheidungsträger steht.» Gentges forderte wegen der teils aufgeheizten Stimmung in den Kommunen vom Bund schnelle Entscheidungen in der Flüchtlingspolitik. «Wir laufen Gefahr, die Menschen in unserem Land zu verlieren, und riskieren unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt», warnte sie weiter.