Hospiz Johannes in Sigmaringen feierlich eingeweiht

Hospiz Johannes in Sigmaringen feierlich eingeweiht
Frau Dr. Sophie Schwörer übergibt symbolisch mit einem Schlüssel das Hospiz an Frau Landrätin Stefanie Bürkle und Herrn Landrat Günther-Martin Pauli. (Bild: Landkreis Sigmaringen)
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Redaktion

Was zwischen dem Landkreis Sigmaringen und dem Zollernalbkreis begann, rückte im Jahr 2018 dank dem großzügigen Engagement von Frau Dr. Sophie Schwörer in greifbare Nähe. Landkreisübergreifend und in enger Zusammenarbeit mit der Dr.-Hermann-Schwörer-Stiftung entstand etwas ganz Besonderes und nach vier Jahren der Planung und des Baus war es am Mittwoch, 5. Oktober 2022 endlich soweit: Das Hospiz Johannes konnte feierlich eingeweiht werden.

Im Beisein der Stifterin Dr. Sophie Schwörer, der beiden Landräte Stefanie Bürkle und Günther-Martin Pauli, dem Co-Vorsitzenden des Interfraktionellen Gesprächskreises Hospiz im Deutschen Bundestag Markus Grübel MdB sowie Vertretern des Fördervereins und weiterer Unterstützer wurde das Hospiz an die St. Elisabeth-Stiftung als zukünftige Betreiberin übergeben und durch die geistlichen Vertreter gemeinschaftlich eingeweiht.

Die bescheidene Stifterin Dr. Sophie Schwörer brachte ihre Freude zum Ausdruck und unterstrich in ihrer Ansprache, dass es ihr ein Herzensanliegen ist, schwerkranken Menschen einen würdigen Lebensabend zu ermöglichen. „Daher war mir eine hochwertige Ausstattung und ein besonderer Bau wichtig“, so Schwörer. Sie dankte allen Anwesenden für ihre Unterstützung.

„Mit dem Hospiz Johannes steht in unseren Landkreisen nun eine wohnortnahe, stationäre Palliativversorgung zur Verfügung, die unheilbar kranken und sterbenden Menschen und deren Angehörigen eine würdevolle Begleitung und bestmögliche Versorgung ermöglicht.“ freuen sich die beiden Landräte Stefanie Bürkle und Günther-Martin Pauli über das neue Hospiz, das neben den Kliniken und der ambulanten Palliativversorgung ein wichtiger Baustein in der letzten Lebensphase schwerstkranker Menschen sein wird. Ehrwürdig schlossen sie ihre gemeinsame Ansprache mit Worten des Dankes ab: „Unser herzlicher Dank gilt allen Menschen, die zum Gelingen dieses wertvollen Hauses beigetragen haben – allen voran Ihnen, liebe Frau Dr. Schwörer. Ohne Sie und die großzügige Unterstützung der Dr. Hermann-Schwörer-Stiftung, wäre das Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen“.

Markus Grübel MdB hob in seiner Ansprache die Bedeutung der Hospizarbeit für unsere Gesellschaft hervor: „Unsere moderne Gesellschaft tut sich extrem schwer mit den Themen Sterben, Tod und Trauer. Die Themen werden aus dem nahen Bereich der Familie und Nachbarschaft in die Institutionen verlagert. Umso wichtiger sind Einrichtungen wie das Hospiz Johannes, die Menschen am Ende ihres Lebens begleiten, ihnen und den Angehörigen in den letzten Tagen ihres Lebens Lebensqualität geben und ein würdevolles Sterben ermöglichen.“

„Wir freuen uns über das große Engagement von Dr. Sophie Schwörer für das Hospiz in Sigmaringen und über das Vertrauen, das uns die Landkreise Sigmaringen und Zollernalbkreis entgegenbringen“, sagte Susanne Sieghart, Leiterin des Geschäftsbereichs Altenhilfe und Hospize, im Namen der St. Elisabeth-Stiftung. „Gemeinsam mit den Hospizgruppen vor Ort und allen weiteren Akteuren wollen wir mit dem Hospiz Johannes, einen Ort schaffen, an dem schwerkranke Menschen am Ende ihres Lebens gut begleitet werden. Und wir wünschen uns, dass uns die Region mit ihren aktiven Bürgerinnen und Bürgern weiter so tatkräftig unterstützt wie bisher.“

Zum Hintergrund:
Mit dem gemeinsamen Hospiz Johannes in Sigmaringen wird eine Lücke der beiden Landkreise Sigmaringen und Zollernalbkreis in der stationären palliativen Versorgung geschlossen. Bisher wurden unheilbar Kranke und sterbende Menschen aus den beiden Landkreisen in den Hospizen der Nachbarlandkreise betreut. Dabei war die Entfernung zu einer stationären palliativen Versorgung für die Betroffenen ein großes Problem. Durch die räumliche Distanz wurden soziale Kontakte in der Sterbephase erschwert und die meisten entschieden sich für ein näher gelegenes Pflegeheim. Zwar bestand mit Hilfe der bewährten ambulanten Palliativversorgung und den Hospizgruppen die Möglichkeit der Versorgung im eigenen Haushalt. Diese kommt jedoch an ihre Grenzen, vor allem sobald eine intensivere nächtliche Versorgung notwendig wurde. Daher wurden viele Sterbende in den Kliniken oder in den Pflegeheimen bis zuletzt betreut. Diese sind dafür aufgrund ihres Auftrages und ihrer Ausstattung aber oft nur bedingt geeignet.

(Pressemitteilung: Landkreis Sigmaringen)