Ex-Schultes von Friedrichshafen: Kurt Brotzer ist tot

Ex-Schultes von Friedrichshafen: Kurt Brotzer ist tot
Im Alter von 82 Jahren starb der frühere Sport- und Kulturbürgermeister Kurt Brotzer. (Archivbild: Stadt Friedrichshafen)
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Redaktion

Friedrichshafen (pr/le) – Der frühere Sport- und Kulturbürgermeister Kurt Brotzer starb am 5. August im Alter von 82 Jahren. Als Kurt Brotzer 1999 pensioniert wurde, ging eine lange Ära zu Ende. Er verabschiedete sich damals von der politischen Bühne mit den Worten: „Ich habe fertig. Dankeschön.“

Kurt Brotzer ist in Ostrach geboren

Nach seiner Ausbildung arbeitete er zunächst bei den Landratsämtern Ravensburg und Biberach. Für ihn gab es schon damals keinen anderen Berufswunsch, als Bürgermeister zu werden.

„Die schönste Zeit“

Mit 26 Jahren wurde Kurt Brotzer 1966 zum Bürgermeister der damals noch selbstständigen Gemeinde Kluftern gewählt. Er begleitete die Eingemeindung Klufterns zur Stadt Friedrichshafen aktiv mit, die in diesem Jahr auf ihren 50. Jahrestag zurückblicken kann. In den Jahren 1972 bis 1975 war er hauptamtlicher Ortsvorsteher der Ortschaft Kluftern. Für Kurt Brotzer war es nach eigenen Angaben „die schönste Zeit in seinem beruflichen Leben, weil alles so übersichtlich war und die Kluftinger ihm ganz offen begegnet sind“. Das hatte ihn geprägt.

Ein Herz für Vereine

1975 wechselte er als Kultur- und Sportbürgermeister ins Friedrichshafener Rathaus. Dort war er zuständig für Schulen, Sport, Kultur, Soziales, Jugend und Tourismus. Dabei lagen ihm besonders die Vereine am Herzen, die bis heute davon profitieren, was Kurt Brotzer auf den Weg gebracht hat.

Hat viel bewegt

Seine Bilanz als Bürgermeister war außergewöhnlich. In seine Amtszeit fielen wichtige Neuerungen für das Vereinsleben in Friedrichshafen, entscheidende Impulse für die Kultur wie das Graf-Zeppelin-Haus, das Bodenseefestival, das Kulturufer sowie der Umzug des Zeppelin Museums in den alten Hafenbahnhof.

In seiner Ära wurde viel gebaut

Die städtischen Sportförderrichtlinien wurden eingeführt, das erste Jugendhaus in Friedrichshafen entwickelte sich und es wurde viel gebaut: das Graf-Zeppelin-Haus, das Max-Grünbeck-Haus, Vereinsheime, Sportplätze und Sporthallen, die Ailinger Rotachhalle und das Bürgerhaus in Kluftern. 

Ein Mann der leisen Töne und immer gut gelaunt

In den 33 Jahren bis zu seiner Pensionierung 1999 arbeitete er mit drei Oberbürgermeistern zusammen: Dr. Max Grünbeck, Professor Martin Herzog und Dr. Bernd Wiedmann.

Eine wunderbare Zeit nannte Kurt Brotzer seine Ära als Bürgermeister. Er war ein Mann der leisen Töne, bescheiden, arbeitsam und – das wurde auch bei seiner Verabschiedung erwähnt – immer guter Laune.

Suchte den Kontakt zu den Häflern

Durch seine geradlinige, nahbare und gesellige Art genoss er hohes Ansehen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Bis zu seinem Tod ist Kurt Brotzer mit der Stadt und ihren Menschen eng verbunden gewesen. Gerne besuchte er die Jahresempfänge und suchte den Kontakt zu den Häflern.

Weitblick für Stadt und Bürger

Kurt Brotzer war ein hochverdienter Bürgermeister und Kommunalpolitiker, der durch sein Wirken und seinen Weitblick für die Stadt und ihre Bürger Gebäude und Strukturen geschaffen hat, die noch heute von großem Nutzen für das Gemeinwohl sind.

Ehrendes Andenken

Die Stadt Friedrichshafen trauert um einen Menschen, der sich um die Entwicklung von Friedrichshafen in großem Maße verdient gemacht hat. „Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren,“ heißt es in einer Pressemitteilung.