Erfolgreiche Kitzrettung in Berg: Drohne ist wieder im Einsatz

Erfolgreiche Kitzrettung in Berg: Drohne ist wieder im Einsatz
Die erfolgreiche Kitzrettung liegt jedem Helfer ganz besonders am Herzen. (Bild: Jägervereinigung Ravensburg/Kitzrettung Berg)

Ravensburg/Berg (le) – Jedes Jahr werden im Frühjahr beim Mähen von Wiesen Rehkitze verletzt oder getötet. Die Kleinen ducken sich bei Gefahr ins hohe Gras, anstatt beim Lärm der Traktoren die Flucht zu ergreifen. Die Jagdgesellschaft Berg ist seit über 30 Jahren aktiv in der Kitzrettung tätig.

Das jährlich aufwendige Ablaufen der Wiesen wurde im Jahr 2018 durch das Anschaffen einer Drohne mit Wärmebildkamera erleichtert. Die Auslastung liegt bei 120 Prozent. Die Piloten sind Florian Köberle und Otto Kehrle. Der Jagdgesellschaft Berg und den beiden liegt die Rettung der Rehkitze sowie allem anderen Wild besonders am Herzen. Der Zeitraum der Kitzrettung hängt von der Vegetation ab, Schwerpunkt ist meistens Ende Mai, da hier die Vielzahl der Kitze von der Ricke (Rehmutter) ins hohe Gras gesetzt werden.

Die Drohne mit Wärmebildkamera erleichtert das Retten der Rehkitze im hohen Gras. (Bild: Jägervereinigung Ravensburg/Kitzrettung Berg)

Nichts mit Ausschlafen

Kündigt der Landwirt seinen Termin zum Mähen an, muss alles gut koordiniert werden und für das „Rettungsteam“ der Berger Jagdgesellschaft gibt es dann kein gemütliches Ausschlafen. Ein Team besteht aus 4 bis 5 Personen: Pilot, Fachmann am Bildschirm der Wärmebildkamera und mindestens 2 sportliche Helfer, die am Wiesenrand parat stehen. „Die wenigen Stunden nach Tagesanbruch müssen genutzt werden, bevor es für die Technik zu warm wird und jeder Maulwurfhaufen zu leuchten beginnt“, so Otto Kehrle. Die Kamera sieht immer nur einen Wärmepunkt, daher laufen die Helfer auch mal für Katze, Fuchs oder Hase in die Wiese und vertreiben die dann auch.

Das „Rettungsteam“ der Berger Jagdgesellschaft besteht aus 4 bis 5 Personen, hier trägt jeder zur Kitzrettung mit seiner wichtige Aufgabe bei. (Bild: Jägervereinigung Ravensburg/Kitzrettung Berg)

Happyend für Ricke und Kitz

Wird ein Rehkitz ausgemacht, muss schnell gehandelt werden.

Ein schlafendes Rehkitz in hohem Gras. (Bild: Otto Kehrle)

Mit einem großen Wisch Gras wird das Kitz sanft in eine mitgebrachte Kiste gelegt. Hierfür eigenen sich am besten ausgediente Brotkisten vom Bäcker. Die sind luft- und lichtdurchlässig. Obendrauf kommt ein behelfsmäßiger Deckel. So weit als möglich werden alle Kitze zuvor mit Ohrenmarken markiert und die Nummern an die WFS (Projekt von der Wildforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg) in Aulendorf gemeldet.

Das ganze `Paket` wird dann vorsichtig an den nahen Waldrand gelegt. Jetzt gilt es, nach weiteren Rehkitzen zu suchen.

Die geretteten Rehkitze schlafen sicher in einem Körbchen. (Bild: Otto Kehrle)

Im Anschluss nimmt der zuständige Jagdpächter Kontakt mit dem Bauern auf und gibt grünes Licht, damit dieser dann schnell mit dem Mähen seiner Wiese anfängt. Erst wenn alles abgemäht ist, werden die geretteten Rehkitze aus den Kisten genommen und im Wald freigelassen. Die Rehmutter findet ihr Junges in der Regel in kürzester Zeit durch das Fiepen ihres Kitzes.

„In den zwei Saisonen, in denen wir mit der Drohne im Einsatz sind, konnten pro Jahr im Durchschnitt an die 65 Kitze gerettet werden“, so Otto Kehrle stolz. Finanziert wurde die kostspielige Drohne durch die Jagdgenossenschaft Berg, die Gemeinde Berg und die Jagdpächter.