VfB-Volleyballer haben in Frankfurt den längeren Atem

VfB-Volleyballer haben in Frankfurt den längeren Atem
Auch in der Mainmetropole gehen die VfB-Volleyballer als Sieger vom Feld. (Bild: Corinna Seibert)
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Redaktion

Frankfurt – Der VfB Friedrichshafen hat sich am Mittwochabend den 18. Sieg im 19. Spiel der 1. Volleyball-Bundesliga gesichert. Das Team von Cheftrainer Michael Warm rang in einer hart umkämpften Partie über zweieinhalb Stunden den frisch gebackenen Pokalsieger aus Frankfurt mit 3:2 (19:25, 25:23, 25:23, 19:25, 17:15) nieder.

Nach einem – laut Vereinsmitteilung – schwachen Anfang, vor allem in der Annahme, steigerte sich das Häfler Team zusehends. Wer den Schwung aus den Siegen vom vergangenen Wochenende mitnehmen konnte, war ziemlich schnell klar. Der frisch gebackene Pokalsieger aus Frankfurt ging – so der VfB weiter – deutlich spritziger in die Partie gegen den Bundesliga-Tabellenführer aus Friedrichshafen.

Die United Volleys schlugen stark auf und die Annahme um Nicolas Marechal, Martti Juhkami und Avery Aylsworth hatte – wie erwähnt – große Probleme, den Ball zu Zuspieler Dejan Vincic zu bekommen. Die Bälle flatterten entweder gleich zum Gegner (9:11), oder aber die Angreifer bekamen den Ball nicht auf den Boden, sondern Frankfurt holte zum Konter aus (11:14).

Linus Weber machte dann zwar noch fünf Punkte in Folge – zwei davon durch ein Ass (16:15). Die Führung hielt allerdings nicht lange. Jochen Schöps tat es seinem Pendant auf Häfler Seite nämlich gleich. Der ehemaliger Häfler Champions-League-Sieger servierte erst mit Wirkung, dann zum Ass (16:19). Als Mario Schmidgall dann noch Martti Juhkami blockte, war es mit der Aufholjagd der Männer vom Bodensee vorbei.

Maleschas Ass (19:23) und ein Notzuspiel auf Weber, das ebenfalls in Schmidgalls Block landete (19:25), beendeten schließlich Satz Nummer eins. Wer jetzt auf eine Trotzreaktion der Gäste vom Bodensee wartete, musste sich noch gedulden. Dejan Vincic rutschte fast symptomatisch aus und bekam den Ball nicht mehr (0:2). Und auch sonst wollte das Spielgerät sehr selten dorthin, wo die Häfler Annahme es plante.

Als Aylsworth der Ball durch die Finger rutschte (10:14), schien auch der zweite Satz in den Büchern. Es fehlte aber noch die Trotzreaktion – und die kam. Aylsworth warf sich in einen Angriff von Malescha und löffelte den Ball zurück ins Frankfurter Feld (16:19). Weil nun auch die Feldabwehr funktionierte und der gelernte Diagonalangreifer Malescha eine Annahme verbaggerte, konnte Linus Weber den Ausgleich markieren (22:22).

Mario Schmidgall versuchte es dann durch die Mitte, doch Arno van de Velde hatte etwas dagegen (23:22). Marechal holte clever mit dem Frankfurter Block den Satzball (24:22), den Juhkami dann im zweiten Versuch verwandelte (25:23). Die Mannschaft fand also über den berühmten Kampf ins Spiel. Kämpfen musste das Team um Kapitän Dejan Vincic aber weiter.

Den Rückstand, den sich Friedrichshafen zu Beginn des dritten Durchgangs wieder eingefangen hatte, machte Juhkami mit zwei sehenswerten Abwehraktionen (4:5, 8:8) wieder wett.  Nach vielen Aufschlagfehlern und wenigen Schwächen auf beiden Seiten, ging es Kopf an Kopf in die Schlussphase (13:13, 21:21). Mario Schmidgall – zwischenzeitlich ausgewechselt – fügte sich gleich mit einer guten Aktion ins Spielgeschehen ein (23:21).

Und obwohl Marechal noch eine Annahme direkt zum Gegner schickte (23:23), holte sich Weber mit brachialer Gewalt den Satzball. Juhkami – der Häfler Spezialist für wichtige Punkte – erledigte dann mit starker Abwehr und souveränem Angriff den Rest (25:23). Es roch nach einem Sieg für die Häfler, allerdings nur in den drei Minuten Satzpause.

Nach Juhkamis Block gegen Malescha (3:3), drehte der Deutsche auf und punktete unter anderem mit dem Ass (4:7). Auch Schmidgalls Aufschläge zeigten so viel Wirkung, dass die Häfler wenig Druck in den Angriff bekamen. Grozer machte erst aus großer Bedrängnis den Punkt für die Hessen (8:12) und dann nochmal aus dem Hinterfeld (8:15). Joe Worsley kam zum Aufschlag und machte seine Sache genauso gut (11:15) wie Lukas Maase (13:18, 14:19).

Marechals Ass verlieh der Operation „drei Punkte“ noch einmal kurz Hoffnung (18:21), allerdings waren es dann wieder zu viele Fehler bei Friedrichshafen. Marechal veredelte seine gute Leistung zum 25:19 für sein Team. Frankfurt hatte den angestrebten Punkt und Friedrichshafen die ersten beiden Breaks. Marcus Böhme – zurück im Spiel – richtete sich Baxpöhler im Block her (2:0).

Schöps und Malescha für Frankfurt und die verflixte Annahmeschwäche beim Rekordmeister machten den Vorsprung allerdings erst wieder zunichte (3:3) und drehten ihn zum Seitenwechsel im Entscheidungssatz (6:8). Drehen konnte aber auch der VfB. Joe Worsley stellte mit dem „Einerblock“ gegen Grozer wieder auf 9:8.

Und erneut wurde es knapp, wobei vor allem Rares Balean für die Gäste punktete (13:13, 15:15). Am Ende entschied dann auch die physische Stärke das Duell für den Spitzenreiter. Tim Grozer, der nach fünf Sätzen und einem Pokalfinale sichtlich Schmerzen hatte, schlug den letzten Ball zum Häfler Sieg ins Aus (17:15).

„Es ist schon so, dass wir immer noch einen gehörigen Trainingsrückstand haben“, betonte Kapitän Dejan Vincic nach dem Spiel. „Ich bin aber froh, dass wir so ein enges Match für uns entschieden haben. Wenn du hier mit 3:0 gewinnst, bist du vielleicht zu sicher. Wir haben bis zu den Playoffs noch eine Menge Arbeit vor uns.“