VfB Friedrichshafen: Das Gesetz der Serie brechen

VfB Friedrichshafen: Das Gesetz der Serie brechen
Tim Peter war schon zwei Mal Matchwinner gegen Giesen. (Bild: Alexander Hoth)

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Am Dienstag machte sich der VfB Friedrichshafen zum dritten Mal in dieser Halbfinalserie gegen die Helios Grizzlys nach Hildesheim auf. Für beide Teams geht es im Entscheidungsspiel am Mittwoch (10. April, 19 Uhr live bei Dyn) um nicht weniger als um den Einzug ins Finale.

Der VfB hat am vergangenen Samstag den ersten Matchball der Grizzlys in Friedrichshafen abgewehrt. Deshalb sollte das Team vom Bodensee das Momentum auf der eigenen Seite haben. Wäre da nicht das Gesetz der Serie.

Schon vor der finalen Entscheidung am Mittwochabend in Hildesheim ist klar: dieses Halbfinale ist rekordverdächtig. Noch nie in der Bundesligageschichte ging eine Serie der Top Vier über die volle Distanz. VfB-Cheftrainer Mark Lebedew kennt diese Situation aus anderen Ligen und weiß um die eigene Dynamik solcher Entscheidungen im fünften Spiel. „Das ist wie ein fünfter Satz. Es ist kein Münzwurf, aber eben ‚Alles oder Nichts‘“, wie er es beschreibt. „Das Spiel hat einen ganz anderen Charakter als die bisherigen.“

Und auch sonst hat das Duell seinen Reiz. Nach vier Spielen konnten beide Teams jeweils zuhause ihre Auftritte für sich entscheiden. Die Grizzlys holten keinen einzigen Satz auf fremdem Boden, den Häflern gelang das zumindest im ersten Aufeinandertreffen. Lebedew sieht deshalb ganz klar den Druck beim Gegner. „Wir sind praktisch der Außenseiter und können ganz entspannt in die Partie gehen“, sagt er und möchte doch das Gesetz der Serie brechen. „Je öfter du in einer gegnerischen Halle spielst, desto kleiner wird der Heimvorteil für die Gastgeber“, so Mark Lebedew, der die Situation kennt, erst im Hintertreffen zu sein und dann im Finish zuzuschlagen. Vor gut einem Jahr lag das Team von Cheftrainer Mark Lebedew im Viertelfinale ebenfalls null zu eins zurück und setzte sich schließlich noch mit zwei zu eins durch. Auch damals waren die Giesener der Gegner.

Beim fünften Spiel innerhalb von zwei Wochen und mit vielen Busfahrten in den Knochen, wird die bessere physische Verfassung sicher einen Einfluss auf die Partie haben. In Sachen Volleyball wird Lebedew die Marschrichtung vom 3:0 Heimsieg am vergangenen Samstag beibehalten. Einen großen Teil wird ganz sicher aber der mentale Part ausmachen. „Ich habe in meiner Karriere vier oder fünf Halbfinals erlebt, die über fünf Sätze gingen“, erinnert sich Lebedew und lächelt. „Immer wenn wir geführt hatten, ging es schief. Gewonnen haben wir solche Serien, wenn wir zurücklagen und dann zurückgekommen sind.“

Für das fünfte Halbfinale bietet der VfB Friedrichshafen ein Public Viewing in der SPACETECH ARENA an. Hallenöffnung ist um 18:30 Uhr, der Eintritt ist frei. Sollten die Häfler ins Finale einziehen, träfen sie dort zuerst am 15. April auswärts auf die bereits qualifizierten Berlin Recycling Volleys. Tickets für das erste Heimspiel (17. April, 19:00 Uhr) in der „best-of-five“-Serie würden die Häfler, im Fall eines Sieges gegen Giesen, direkt am Mittwochabend unter zuhause-aufschlagen.de freischalten.

(Vereinsmitteilung: VfB Friedrichshafen Volleyball)