Ulmer Basketballer entscheiden das Württemberg-Derby für sich

Ulmer Basketballer entscheiden das Württemberg-Derby für sich
Haben auch im Derby die Nase vorne: die Basketballer von ratiopharm Ulm um Troy Caupain (orangenes Trikot). (Bild: Harry Langer)
WOCHENBLATT
Redaktion

Ulm – Fünf Tage nach dem Auswärtserfolg in Oldenburg, ist ratiopharm Ulm auch gegen den Tabellenfünften aus Crailsheim der nächste wichtige Sieg gelungen. Durch die vorangegangene Niederlage der Hamburger in Bayreuth (83:90) rücken die Ulmer nach dem 93:78-Sieg gegen die HAKRO Merlins in der easyCredit-BBL damit auf den sechsten Platz in der Tabelle vor.

Der überragende Mann in den Reihen der Hausherren war – laut Vereinsmitteilung – dabei erneut Troy Caupain, der sich mit 25 Punkten und sieben Rebounds in den Vordergrund spielte. Mit Osetkowski (13), Klepeisz, Petrucelli (jeweils zwölf) und Obst (elf) punkteten zudem vier weitere Ulmer im Derby zweistellig.

Und: Nachdem die Partie zweieinhalb Minuten vor dem Ende beim Stand von 81:78 noch auf Messers Schneide stand, beendeten die Ulmer das Spiel mit einem überzeugenden 12:0-Run, um den sechsten Sieg in Serie feiern zu können. „Wir haben im Schlussviertel nur 14 Zähler zugelassen, was am Ende spielentscheidend war“, kommentiert ein zufriedener Headcoach Jaka Lakovic nach dem Spiel.

Für die Crailsheimer, die einen starken Fight ablieferten, nahm die Partie – so die Ulmer weiter – auch unabhängig von der Niederlage ein unschönes Ende: 90 Sekunden vor Schluss verletzte sich Big Man Jermaine Haley nach einer unglücklichen Landung am Knie und musste vom Feld getragen werden.  

Zum Spielverlauf: Nach einem zerfahrenen Start ins Spiel brachte Troy Caupain die ersten vier Punkte für die Hausherren auf die Anzeige. Der anschließende Dreier von Andi Obst sorgte nach drei Minuten dafür, dass Tuomas Iisalo früh die erste Auszeit im Spiel nahm (7:3). Danach kam sein Team dann aber auch besser in die Spur und übernahm nach Punkten von Hilliard (9:10) erstmalig die Führung.

Doch ratiopharm Ulm ließ sich davon nicht beeindrucken und schlug prompt mit einem 7:0-Lauf zurück (16:10, 8.). Die aggressive Verteidigung des Lakovic-Teams wurde im ersten Viertel mit insgesamt vier Steals belohnt. Die Gäste blieben aber dennoch hartnäckig und nutzten eine kleine Offensiv-Flaute der Ulmer, um Anfang des zweiten Abschnitts wieder mit 21:22 in Front zu gehen (12.).

In der Folge entwickelte sich ein offensiver Schlagabtausch: Fünf Punkte in Serie von Caupain brachten den Vorsprung zunächst schnell wieder auf die Seite der Hausherren. Doch nur zwei Minuten später waren die Gäste nach zwei erfolgreichen Distanzwürfen und einem Layup von Bell-Haynes am Drücker (29:30, 14.).

Von außen konnte Aric Holman dann aber erst ausgleichen und nach einem sehenswerten Alley-Oop-Anspiel von Dylan Osetkwoski per Dunk die erneute Führung besorgen (40:38, 18.). Dass sich die Ulmer bis zur Hälfte jedoch nicht weiter absetzen konnten, lag auch daran, dass die Merlins in der ersten Hälfte insgesamt 50 Prozent (7/14) ihrer Dreier netzten (44:43). 

Nach einem 4:0-Run der Gäste zu Beginn der zweiten Hälfte war es erneut Caupain, der seinen Farben mit einem Dreier und einem Anspiel auf Osetkowski wieder in die Spur verhalf (49:47, 23.). Energische Defense und zwei weitere Distanzwürfe von Petrucelli und Clark, der dabei Fabian Bleck mit einem Cross-Over-Dribble zu Fall brachte, hatten dann die erste zweistellige Ulmer Führung im Spiel zur Folge (57:47, 25.).

Doch Crailsheim präsentierte sich nach wie vor treffsicher von „downtown“, kämpfte sich zurück und war spätestens nach einem Dreier von Stuckey wieder im Spiel (63:59, 29.). Die folgenden Minuten gehörten aber wieder den Gastgebern, vor allem dank Tommy Klepeisz. Zunächst verwandelte der Guard vier Freiwürfe sowie einen Dreier und klaute sich kurz vor dem Ende des dritten Viertels hinten den Ball, wodurch Dylan Osetkwoski am anderen Ende mit dem ertönenden Buzzer einen Korbleger verwandeln konnte (72:64, 30.).

Am Anfang des Schlussviertels hatte ein 9:3-Run der Crailsheimer, bei dem Trae Bell-Haynes sechs Zähler markierte, dann eine Auszeit von Jaka Lakovic zur Konsequenz (75:73, 33.). Doch auch im Anschuss lief es für sein Team vor allem offensiv nicht mehr so rund, was die Gäste für ihre erste Führung im zweiten Durchgang nutzten (75:76, 36.). Zwei Dreier von Obst und Klepeisz sorgten drei Minuten vor Schluss aber wieder für etwas Entlastung (81:76).

Einen extrem wichtigen Stop besorgte dann Dylan Osetkowski, der die Fingerspitzen an einen Drei-Punkt-Versuch von Bell-Haynes heran bekam und damit einen Ulmer Angriff einleitete, den Troy Caupain mit zwei Freiwürfen verwertete (86:78, 39.). Damit war der Bann für die Hausherren gebrochen, die spätestens nach einem weiteren Korbleger von Clark als der sichere Sieger zum 93:78-Erfolg feststanden.