Immer wieder kommt es vor, dass sich Spaziergänger am Riesen-Bärenklau verletzen. Die problematische Pflanze ist auch in unserer Region auf dem Vormarsch. Letztes Wochenende erlitten in NRW 17 Sportler gefährliche Verbrennungen.
In der Natur verdrängt der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude genannt, heimische Pflanzen und breitet sich schnell aus. Bis zu vier Meter wird die Pflanze groß. Der Blütenstand sieht aus wie ein großer, runder Schirm und ist ein Magnet für viele Insekten. Das Gift der Pflanze führt bei Menschen in Kombination mit UV-Strahlung zu Verbrennungen – Hunde und Katzen können davon ebenso betroffen sein.
Kontakt mit dem giftigen Gewächs löste Großaktion aus
Am vergangenen Wochenende hatten sich 17 Menschen in NRW am Riesen-Bärenklau verletzt. Bei einem Mammut-Marsch über 100 Kilometer waren sie bei Essen in Kontakt mit dem giftigen Gewächs gekommen. Wie es in einer Meldung der Feuerwehr Essen heißt, zeigten mehrere Teilnehmer Hautreaktionen im Bereich der Knöchel und Wadenbeine. Fünf von ihnen mussten sogar in Krankenhäuser gebracht werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Läufer die Pflanzen im Vorbeilaufen gestreift haben.
In Baden-Württemberg ist die Staude inzwischen fast überall verbreitet mit Schwerpunkten im mittleren Neckarraum, südöstlichen Oberschwaben sowie auf der südlichen Ostalb und im Bodenseekreis. Das Umweltschutzamt des Landratsamts Friedrichshafen warnt vor direktem Kontakt mit dem Gewächs und bittet um Mithilfe bei der Bekämpfung.
Der Saft enthält giftige Substanzen (Furancumarine). Kontakte mit der Haut führen vor allem bei intensiver Sonneneinstrahlung durch phototoxische Inhaltsstoffe zu Hautrötungen und Schwellungen bis hin zu schweren Verbrennungen und im Einzelfall zu allergischen Reaktionen. Deshalb sollte der Riesen-Bärenklau gemieden und insbesondere Kinder von ihm ferngehalten werden.
Riesen-Bärenklau im heimischen Garten – was tun?
Der BUND gibt Tipps zur Bekämpfung:
- Dichte Schutzkleidung tragen und Haut bedecken: Overall, Handschuhe, Staubmasken, Schutzbrillen/Schutzhelme mit Visier.
- Zum richtigen Zeitpunkt arbeiten: bei bewölktem Himmel im April/Mai.
- Bei Kontakt mit Pflanzensaft, diesen sofort abwaschen und bei Hautirritationen einen Arzt aufsuchen. Bei Atembeschwerden den Notarzt rufen.
- Verwendete Werkzeuge, Kleidung und Haut danach sofort und gründlich reinigen, um spätere Auswirkungen auszuschließen.

Wie erkennt man den Riesen-Bärenklau?
Der Riesen-Bärenklau unterscheidet sich vom heimischen, harmlosen Wiesen-Bärenklau. Der Wiesen-Bärenklau wird maximal 150 cm groß und hat einen grünen, stachelig behaarten Stängel. Der Riesen-Bärenklau kann bis zu 400 cm groß werden. Sein Stängel ist glatt und an seinen purpurfarbenen Flecken gut zu erkennen. Die Blüten sind weiß bis rosa gefärbt.
Verbrennungen durch Kontakt mit dem Riesen-Bärenklau treten meist in den warmen Sommermonaten von Juni bis August auf, wenn die Pflanze ihre beachtliche Höhe erreicht hat und in der Blüte steht.
Was tun bei Kontakt mit dem Riesen-Bärenklau?
Ist es zu einer Berührung mit der Pflanze gekommen, sollte man die betroffene Stelle mit Wasser und Seife abwaschen. Sind bereits Hautreaktionen wie Schwellungen und weitere Entzündungsreaktionen aufgetreten, kann Kühlung mit Eisbeuteln oder feuchten Kompressen helfen. Wichtig ist, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden. Die ersten Symptome nach Hautkontakt mit dem Riesen-Bärenklau können häufig mit einer Verzögerung von bis zu 48 Stunden auftreten.
Insgesamt sollte ein Arzt oder die Notaufnahme aufgesucht werden, wenn starke Reaktionen auf der Haut auftreten (wie Blasen oder Quaddeln) oder größere Hautflächen betroffen sind. Bei tiefen Brandwunden zweiten oder dritten Grades sollte die Behandlung unabhängig von der Größe der betroffenen Hautfläche in einem Verbrennungszentrum erfolgen, heißt es auf der Homepage von DRACO (Dr. Ausbüttel & Co. GmbH).
(Quelle: FFW Essen/BUND/DRACO)