Tag des Hörens: So wichtig ist unser Sinn wirklich

Der sogenannte „Sinn des Lebens“ ist das Hören. Am 3. März 2024 soll auf die Wichtigkeit des Gehörs hingewiesen werden.
Der sogenannte „Sinn des Lebens“ ist das Hören. Am 3. März 2024 soll auf die Wichtigkeit des Gehörs hingewiesen werden. (Bild: mheim3011/ iStock / Getty Images Plus)

Hingehört! Am 3. März ist der „Tag des Hörens“. Der Austausch mit der Familie, das Genießen von Musik oder das Erleben der Naturklänge – all diese kostbaren Augenblicke sind eng mit der Fähigkeit von gutem Hören verbunden. Wieso wir ohne diesen wichtigen Sinn aufgeschmissen wären, steht hier.

Einer der leisesten Plätze der Welt liegt im US-Bundesstaat Minnesota: der Raum des Unternehmens „Orfield Laboratores“ absorbiert 99,99 Prozent aller Geräusche. Er ist nur über zwei Panzertüren zu erreichen und die Wände bestehen aus etwa einem Meter dicken Fiberglas. Wer länger dort verweilt, kann sein eigenes Herz schlagen und die Lungen arbeiten hören – bislang soll das noch niemand länger als eine dreiviertel Stunde ertragen haben!

Wer nun denkt leiser geht nicht mehr, der liegt falsch. Seit 2015 gilt die schalltote Kammer des Microsoft-Labors in Redmond, Washington, mit minus 20,35 Dezibel als „leisester Ort der Welt“.

Unser aktives Leben hängt stark von unseren Sinnen ab. Die Weltgesundheitsorganisation und der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie rufen nun zur Achtsamkeit auf.  Dass das Hören auch als „Sinn des Lebens“ bezeichnet wird, hat seine Gründe.

Das Gehör ist der feinste unserer Sinne

Unser Gehör ist der feinste und vielfältigste unserer fünf Sinne. Im Vergleich zum Sehsinn verarbeitet das Ohr mehr als doppelt so viele Eindrücke. Die Hörschnecke im Innenohr kann 7.000 verschiedene Tonhöhen unterscheiden.

Töne haben unterschiedliche Höhen (Frequenzen) und Lautstärken. Der menschliche Hörsinn reicht von leisen Geräuschen wie Flüstern (0-20 dB) bis zu lauten Klängen wie einem Düsenjet (120 dB). Die normale Unterhaltungslautstärke liegt bei etwa 40-60 dB. Ein gesunder, jüngerer Mensch kann Töne von ungefähr 16 bis 20.000 Hz hören.

Hemmschwelle zum Tragen eines Hörgeräts ist hoch

Viele können diese Töne nicht mehr wahrnehmen: Etwa 17 Prozent der Deutschen galten 2021 als schwerhörig. Viele Menschen können sich dabei nicht dazu durchringen ein Hörgerät zu nutzen, auch wenn sie es benötigen würden.

Im Gegensatz zu Brillen sind Hörgeräte heute immer noch eher verpönt. Gedanken wie „es ist nicht so schlimm“ oder „ich brauche das doch gar nicht“ werden als Ausrede vorgeschoben. Daher entscheiden sich viele Menschen zu spät für ein Hörgerät.

Je länger damit gewartet wird, desto eher verlernt das Gehirn zu hören. Dabei muss man sich für die kleine Unterstützung im Ohr überhaupt nicht schämen. Bereits über drei Millionen Menschen in Deutschland nutzen die Vorteile des mittlerweile beinahe unsichtbaren Helferchens, das auf so vielen Ebenen die Lebensqualität verbessert.

Hörhilfen sind heutzutage recht klein und dementsprechend unauffällig. (Bild: peakSTOCK /iStock / Getty Images Plus)

Gutes Hören ist enorm wichtig, weil es…

  • eine bessere Kommunikation ermöglicht

Kommunikation umfasst Sprechen, Zuhören und Verstehen. Für Kinder ist das wichtig, um Sprechen zu lernen. Im Erwachsenenalter hilft es, Bedeutungen in Gesprächen aufzunehmen und zu verstehen.

  • Stress verringert

Im Alltag kommt es häufig zu Situationen, in denen Nebengeräusche oder Lärm die eigentlichen Gespräche überlagern. Das können zum Beispiel andere Menschen, Baulärm oder Handyklingeln sein. Wer schlechter hört, kann sich bei solchen Störungen nicht mehr so gut auf ein direktes Gespräch konzentrieren.

  • Selbstsicherheit bringt

Zufriedenheit und Optimismus hängen davon ab, wie gut wir uns in unserem Umfeld verständigen können. Wenn wir gut hören, können wir selbstbewusster auftreten und schlagfertiger sein. Ständiges Nachfragen mach zudem unsicher und kann peinlich berühren.

  • bei der Orientierung hilft

Besonders wenn es dunkel ist unterstützt uns das Hören dabei, uns zu orientieren. Es trägt auch zur räumlichen Wahrnehmung bei und kann in solchen Situationen sogar das Sehen ersetzen.

  • für Sicherheit sorgt

Das Gehör dient nicht nur unserer Lebensqualität, sondern schützt ebenfalls unser Leben. Es warnt uns vor Gefahren, wie etwa einem herannahenden Auto oder dem Ton eines Alarms.

  • Erfolge unterstützt

In Beruf und Privatleben ist Kommunikation essenziell. Unsere Ohren sind dabei rund um die Uhr im Einsatz und beeinflussen viele Bereiche unseres Lebens.

Nicht nur ältere Leute sind von Schwerhörigkeit betroffen – doch weder Jung noch Alt müssen sich dafür schämen.
Nicht nur ältere Leute sind von Schwerhörigkeit betroffen – doch weder Jung noch Alt müssen sich dafür schämen. (Bild: Sladic/ iStock / Getty Images Plus)

Dass sich der kleine Helfer im Ohr wirklich lohnt, sollte nun wirklich nicht mehr zur Debatte stehen. Zukünftig könnte sich die Technologie sogar noch mehr lohnen…

Die Hörgeräte der Zukunft

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung berichtet über ein faszinierendes Zukunftsprojekt: Im Saarland wird an einer Hörhilfe gearbeitet, die erkennen soll, welche Absichten der Träger hat. Möchte dieser beispielsweise auf einer Party nicht mit einer Person sprechen, soll die Technologie das richtig deuten und dafür sorgen, dass die Richtmikrofone sich in eine andere Richtung ausgerichten.

Kurz und knapp: Personen die man weniger leider kann, müsste man damit gar nicht mehr zuhören. Ob sich der Kauf eines Hörgeräts demnach trotz gutem Gehör für die Nutzung im Job lohnt…? 😉

Übrigens: Am Welttag des Hörens kann jeder Interessierte in der Regel einen kostenlosen Hörtest bei einem Hörakustiker in der Nähe absolvieren – und so checken, wie es um sein Gehör steht.

 (Quellen: fgh-info.de, einfacher-hoeren.de widex.com feierabend.de, kind.com, meinhoergeraet.de, fr.de)