Bald beginnt in Baden-Württemberg wieder die Schule. Der BUND gibt Eltern Tipps, wie sie bei Schulmaterialien Schadstoffe vermeiden und Ressourcen schonen können.
Rund eine Million Schülerinnen und Schüler kehren nach den Sommerferien an die Schulen im Land zurück. Schon vor dem ersten Schultag steht für viele Familien die Anschaffung der benötigten Ausstattung an.
„Ob Ranzen oder Rucksack, Schreibmaterial oder Brotdosen und Trinkflaschen – mit dem richtigen Wissen kann man dabei Schadstoffe vermeiden und umweltbewusst einkaufen“, sagt Birgit Eschenlohr, Referentin für Umweltbildung beim BUND Baden-Württemberg.
Dabei rät der Umweltverband, auf gute Qualität zu achten, Schulranzen möglichst gebraucht zu kaufen und recyceltes Papier sowie Stifte aus Holz zu verwenden. Schadstoffe in Plastikprodukten sollten vermieden und vorhandene Materialien möglichst weitergenutzt werden. Auch beim Schulweg empfiehlt der BUND, auf das sogenannte Eltern-Taxi zu verzichten.
Schulranzen besser gebraucht kaufen
Schulranzen sind teuer und können die Familienkasse stark belasten. Dennoch sollten Eltern laut BUND bei der Qualität nicht sparen. „Der Schulranzen begleitet Ihr Kind über viele Jahre fast täglich. Hochwertige Hersteller achten dabei nicht nur auf das Design, sondern auch auf die richtige Ergonomie und den Tragekomfort für Kinder“, sagt Eschenlohr.
Wer sparen muss oder möchte, sollte deshalb lieber nach gebrauchten Modellen suchen. Dadurch werden zugleich Ressourcen geschont.
Recyclingpapier und Holzstifte bevorzugen
Auch wenn der Unterricht zunehmend digitaler wird, kommt an den meisten Schulen über das Jahr eine große Menge Papier zusammen. Bei Heften, Blöcken, Ordnern oder Umschlägen aus Papier empfiehlt der BUND deshalb Produkte mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“.
Recyceltes Papier ist inzwischen qualitativ mit Papier aus frischen Holzfasern vergleichbar. Gleichzeitig schont es Wälder und spart Wasser und Energie.
Bei Bunt- und Bleistiften sollten Eltern naturbelassenes Holz bevorzugen. Filzstifte und Marker enthalten laut BUND häufig Lösungsmittel, die bei der Entsorgung Probleme bereiten können. Auch Produkte, die duften, glitzern oder leuchten, enthalten häufig zahlreiche Chemikalien.
„Sie enthalten oft Lösungsmittel, die Probleme beim Entsorgen bereiten können. Produkte, die duften, glitzern oder leuchten, enthalten ebenfalls oft zahlreiche Chemikalien. Auch wenn sie Kinderaugen noch so strahlen lassen, sollten Eltern darum lieber einen großen Bogen machen“, empfiehlt Birgit Eschenlohr.
Material bei Brotdosen genau prüfen
Für Brotdosen und Trinkflaschen sind Glas oder Edelstahl nach Angaben des BUND die nachhaltige Wahl. Allerdings sind diese Materialien schwerer und für Kinder nicht immer geeignet.
Bereits vorhandene robuste und leichte Plastikbehälter können weiterverwendet werden. Solange sie unbeschädigt sind, können Behälter aus Polypropylen oder Polyethylen, die am Boden mit PP beziehungsweise PE gekennzeichnet sind, laut BUND bedenkenlos für Pausenbrote genutzt werden.
Beim Neukauf sollten Eltern dagegen auf Produkte aus Melamin verzichten. Die Europäische Union (EU) hat den Stoff inzwischen als „besonders besorgniserregend“ eingestuft. Problematisch sind auch sogenannte „Bambus-Behälter“.
„Sie bestehen aus einem Melamin-Formaldehyd-Harz, das Blase und Niere schädigen kann und im Verdacht steht, die Fruchtbarkeit zu verschlechtern. Formaldehyd kann zudem Krebs verursachen“, erklärt Eschenlohr. Hitze und Säure lassen diese Schadstoffe noch schneller in Lebensmittel übergehen. Behälter aus Aluminium eignen sich zudem nicht für saure oder salzige Lebensmittel.
Schulweg möglichst ohne Auto
Auch beim täglichen Weg zur Schule sieht der BUND Möglichkeiten für mehr Nachhaltigkeit. Für Gesundheit, Sicherheit und Klima sollte dieser möglichst nicht mit dem Auto zurückgelegt werden.
„Eltern-Taxis sind zu Recht in Verruf geraten, weil es vor manchen Schulen zu chaotischen und gefährlichen Situationen zu Unterrichtsbeginn kommt“, betont Eschenlohr.
Mit etwas Übung können Kinder den Schulweg selbstständig zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen – möglichst gemeinsam mit anderen Kindern. Das stärkt nach Angaben des BUND das Selbstbewusstsein und den Zusammenhalt und hilft zugleich der Umwelt.
ToxFox-App hilft bei der Schadstoffsuche
Mit der ToxFox-App des BUND lassen sich Schadstoffe in Alltagsprodukten aufspüren. Dazu wird mit der Smartphone-Kamera der Barcode von Produkten wie Kosmetik, Spielzeug oder Textilien gescannt.
Ist ein Produkt noch nicht in der App erfasst, kann direkt eine Giftanfrage an den Hersteller oder Händler geschickt werden. Die Antwort fließt anschließend in die Datenbank ein und steht bei der nächsten Anfrage zur Verfügung. Im Januar 2026 wurde ToxFox mit dem deutschen App-Award 2026 in der Kategorie Produkt-Scanner-Apps ausgezeichnet.
Weitere Informationen bietet der BUND Baden-Württemberg unter anderem mit seinen „Zehn Tipps zur Abfallvermeidung“, dem Angebot „Gut leben statt viel haben“ sowie seinen weiteren Tipps für einen umweltbewussten Alltag.
(Quelle: BUND Baden-Württemberg)