Am Montag kam es zu einer besonders großen Herausforderung für die Schweizer Rettungskräfte. Sie mussten zwei vietnamesische Bergsteiger aus einer lebensbedrohlichen Situation am Matterhorn retten.
Der Notruf ging am Montagmorgen kurz nach 7 Uhr ein, teilte Air Zermatt mit. Zwei Bergsteiger aus Vietnam seien am Matterhorn in Bergnot. Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt derart schlecht, dass an eine Rettung sowohl aus der Luft als auch über den Landweg nicht möglich war.
Um 13 Uhr entschieden drei Rettungsspezialisten der Rettungsstation Zermatt, das Matterhorn bis zur Unglücksstelle zu Fuß zu besteigen. Die Zermatt Bergbahnen konnte die Retter bis nach Schwarzsee fahren, von wo aus sie zu Fuß weitergehen mussten. Sie waren dabei Schnee, Wind, Eis, Nebel und Kälte ausgesetzt. Auf über 3.500 Metern entdeckten die Rettungsspezialisten dann die zwei Männer.
Halbschuhe und Trainerhose
Sie saßen unterhalb der Normalroute in unwegsamem Gelände fest und waren stark ausgekühlt. Das Unglaubliche: Beide waren mit leichten Halbschuhen und dünnen Trainerhosen ausgerüstet. Wegen der widrigen Wetterbedingungen konnten die Bergsteiger zu diesem Zeitpunkt nicht aus der Matterhorn-Wand geflogen werden. Deswegen mussten sich die Spezialisten zu den verunglückten Alpinisten abseilen und sie dann mittels Seilzugs zurück auf die Normalroute bringen.
Ohne die Rettungsaktion wären die Bergsteiger wahrscheinlich erfroren
Nun folgte ein äußerst schwieriger Abstieg zum Winterlager der Hörnlihütte. Neuschnee und Eis machten den Rettungseinsatz zu einer enormen Herausforderung für die Retter. Beim Winterlager angekommen, konnten die Retter und die zwei Vietnamesen Schutz suchen. Gleichzeitig stand die Air Zermatt mit einem Helikopter auf Abruf, um bei einem geeigneten Wetterfenster die Alpinisten zu evakuieren.
Die Heli-Crew startete nachts um 2 Uhr in Richtung Matterhorn. In zwei Flügen konnte alle Personen in Sicherheit gebracht werden. Ohne den enormen Einsatz der Rettungskräfte und der Crew hätten die beiden Bergsteiger die extremen Bedingungen kaum überlebt und wären erfroren, heißt es von Air Zermatt. Nach einer ärztlichen Untersuchung konnten die beiden Bergsteiger erschöpft nach Hause kehren. Die Rettungskräfte haben Unglaubliches geleistet!
Geklettert wird nur in Eis und Fels
Das Matterhorn gilt als Wahrzeichen der Schweiz und einer der schwierigsten Klassiker der Alpen. Besonders bekannt ist der Berg wegen seiner dreieckigen Form. Die Spitze ist 4478 Meter hoch und der Auf- und Abstieg erfolgt in Fels und Eis. Für die Tour ist eine ausgezeichnete Erfahrung im Felsklettern mit und ohne Steigeisen Voraussetzung, so erfahrene Bergsteiger. (Die Air Zermatt ist eine Schweizer Fluggesellschaft und Flugschule mit Sitz in Zermatt).
(Quelle: Air zermatt)