Krebskranker Familienvater: „Ich kämpfe, damit mein Sohn eine Zukunft hat!“

Krebskranker Familienvater: „Ich kämpfe, damit mein Sohn eine Zukunft hat!“
Der 44-jährige Mohammad kämpft gegen den Krebs, um für seine Familie da sein zu können. (Bild: Familienkrebshilfe Sonnenherz)

Familienvater Mohammad lebt in Afghanistan, als er an Darmkrebs erkrankt – ohne Aussicht auf Heilung. Doch seine Schwester Roqia zögert nicht lange und holt ihn nach Deutschland. Aber sein Überlebenskampf ist noch nicht vorüber.

Wenn der 44-Jährige über seine Familie in der Heimat spricht, dann strahlt sein Gesicht. Denn Familie steht für ihn schon immer an erster Stelle. „Ich bin in einem kleinen Dorf mit nur 100 Menschen in Afghanistan aufgewachsen“, erzählt er.

Für ihn war schon als Jugendlicher klar, dass er einen vernünftigen Job brauchte, um seine Familie zu unterstützen. Mohammad ist fleißig, arbeitet schon als Teenager auf Baustellen fernab der eigenen Heimat und schafft es bis zum Bauleiter. Als sein Vater unerwartet stirbt, zögerte er nicht und nimmt seine Stiefmutter und Halbgeschwister zu seiner Familie in sein Haus auf.

Eine Diagnose ändert plötzlich alles

Als der 44-Jährige eines Morgens mit Bauchschmerzen zum Arzt geht, denkt er sich nicht viel dabei. „Die medizinische Versorgung ist in Afghanistan nicht wie in Deutschland, es gibt keine Hausärzte, die wissen, was zu tun ist“, erklärt seine Schwester Roqia.

Nach einer ersten Untersuchung bei einem Facharzt wird Mohammad wieder nach Hause geschickt. Doch die Magenbeschwerden werden immer schlimmer. Erst die Untersuchungsergebnisse einer Privatklinik zeigen: Er hat Krebs.

Familie gibt nicht auf

Die Diagnose ist eine echte Schocknachricht. Für Roqia ist klar: Mohammad muss aus Afghanistan raus, sonst ist sein Schicksal besiegelt. Doch das ist leichter gesagt als getan. „Du darfst nicht einfach ausreisen, sondern musst erst beweisen, dass du schwer krank bist, um überhaupt das Land verlassen zu dürfen“, erklärt Roqia.

Aber die Familie lässt sich nicht unterkriegen. Und dann nach 8 Wochen kommt die erlösende Nachricht: Ein Kontakt in einem Krankenhaus in einer Grenzstadt bestätigt Mohammads Diagnose. Er kann ausreisen. Seine Schwester holt ihn sofort zu sich nach Waldenburg.

Schwester Roqia zögerte nicht lange und holte ihren Bruder nach Deutschland.
Schwester Roqia zögerte nicht lange und holte ihren Bruder nach Deutschland. (Bild: Familienkrebshilfe Sonnenherz)

Verzichtserklärung ermöglicht Einreise

„Andere Menschen sagen, wir sind verrückt“, erzählt Roqia. Doch die junge Frau gibt im Spätsommer 2022 die Verpflichtungserklärung für ihren Bruder ab, denn für sie ist klar: „Wir können uns immer aufeinander verlassen! Ich würde meinen Bruder immer unterstützen.“

Mit der Erklärung, die sie bei den Behörden einreichte, versichert Roqia, dass sie alle entstehenden Kosten für ihren Bruder in Deutschland übernimmt – egal ob Arztkosten oder Unterkunft. „Wir haben selbst gerade unser zweites Kind bekommen, und noch zwei Pflegekinder von meinem Mann bei uns. Aber es war gar keine Frage, dass wir das machen“, sagt Roqia unbeirrt. So wurde dem 44-Jährigen die Einreise ermöglicht.

Langwierige Behandlungen

Doch um Mohammad zu sich holen, war auch die Zusicherung einer Klinik zur Behandlung nötig. Letztlich gab das Krankenhaus in Schwäbisch Hall grünes Licht und Mohammad bekam ein Visum.

Der 44-Jährige hatte im Frühjahr 2023 einen OP-Termin und bekam einen künstlichen Darmausgang, darauf folgen Strahlentherapie und Chemo. Danach konnte der 1,90 Meter große Mann wieder feste Nahrung zu sich nehmen.

Doch die Behandlung geht noch weiter. Mohammad muss alle zwei Wochen zur Chemo-Therapie in die Klinik, dann folgt eine Antikörpertherapie. Er bekommt drei verschiedene Chemo-Medikamente, ist müde und schlapp.

„Ich gebe die Hoffnung nicht auf“

Dennoch ist Mohammad zuversichtlich und lässt sich nicht unterkriegen. An guten Tagen lernt er die deutsche Sprache, kocht für seine Neffen, macht Fotos von der Natur. Und blickt unbeirrt nach vorne. „Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Ich bin so wahnsinnig dankbar für mein Leben und meine Familie. Und ich möchte die Zukunft meiner Kinder ermöglichen. Ich habe einen siebenjährigen Sohn. Für ihn mache ich immer weiter.“

Mohammad bleibt zuversichtlich und gibt die Hoffnung nicht auf.
Mohammad bleibt zuversichtlich und gibt die Hoffnung nicht auf. (Bild: Familienkrebshilfe Sonnenherz)

Familienkrebshilfe Sonnenherz: gemeinsam Großes bewirken

Mohammads Familie kämpft weiter – auch wenn die finanzielle Belastung alle an ihre Grenzen treibt. In solchen Fällen hilft die Familienkrebshilfe Sonnenherz mit ihrer Arbeit. Die Organisation sammelt Spenden, um Menschen mit einer Krebserkrankung und ihren Familien finanziell zu helfen.

Außerdem betont Gründer Christian Neumeir: „Wir wollen den Menschen zeigen, dass sie nicht alleine sind.“ Wenn zum Beispiel der ganze Ort bei einer Benefizveranstaltung zusammenkommt, schaffe das ein Gefühl von Solidarität. Die Familienkrebshilfe organisiert deshalb Veranstaltungen und spendet die Einnahmen an Krebskranke.

Jede kleine Spende hilft

Wer ein Stück Hoffnung weitergeben möchte, kann sich an der Spendenaktion der Familienkrebshilfe Sonnenherz beteiligen, deren Gelder zu 100 Prozent an Mohammed weitergeleitet werden. Die Spendendaten finden sich auf der Webseite.

Der Organisation Sonnenherz liegt Transparenz besonders am Herzen. Hilfsbereite Spender sollen wissen, dass ihre Unterstützung genau dort ankommt, wofür sie es vorgesehen haben – und zwar im vollen Umfang. Alle Informationen zur Organisation sind unter der Web-Adresse www.fkh-sonnenherz.de zu finden.

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