Ein Erzieher aus Hessen sitzt wegen schwerer Vorwürfe in Untersuchungshaft. Die Ermittler prüfen, ob neben sechs betroffenen Jungen möglicherweise weitere Kinder geschädigt wurden.
Ein 34 Jahre alter Kita-Erzieher aus dem Vogelsbergkreis ist wegen des Verdachts des sexuellen Kindesmissbrauchs festgenommen worden und befindet sich in Untersuchungshaft. Der bislang nicht vorbestrafte Mann steht laut Staatsanwaltschaft Gießen und Polizeipräsidium Osthessen unter dringendem Verdacht, sechs Jungen im Alter von etwa vier Jahren während seiner Tätigkeit sexuell missbraucht und kinderpornographische Inhalte hergestellt zu haben. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es weitere Übergriffe gegeben habe.
Bei der Vorführung vor dem Ermittlungsrichter habe sich der Beschuldigte nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er befindet sich inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt.
Spur führte ins Darknet
Aufmerksam wurden die Ermittler durch Nachforschungen auf einschlägigen Plattformen im Darknet. Zunächst bestand der Verdacht auf Besitz kinderpornographischer Inhalte. Im Zuge einer Durchsuchung stellten Polizei und Staatsanwaltschaft zahlreiche Datenträger sowie weiteres Beweismaterial sicher. Darunter befanden sich Bilder und Videos. Bis zu seiner Festnahme war der Mann als Erzieher in einer Kita in Grebenhain tätig.
Die Ermittlungen sind nach Angaben der Behörden sehr umfangreich und dauern an. Insbesondere die Auswertung der sichergestellten Datenträger sowie weitere Zeugenvernehmungen nehmen Zeit in Anspruch. Aus ermittlungstaktischen Gründen und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte könnten derzeit keine weiteren Details veröffentlicht werden, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft.
Die Polizei stehe in engem Austausch mit den Betroffenen. In Zusammenarbeit mit zuständigen Fachstellen werde eine umfassende Betreuung und Unterstützung sichergestellt.