Gut gemeint, aber… Fuchswelpe stirbt qualvoll in Eimer

Fuchswelpe stirbt qualvoll in Eimer
Spaziergänger wollten einem kleinen Fuchswelpen helfen und haben leider vieles falsch gemacht. (Bild: neil bowman // iStock / Getty Images Plus)

Tierretter wollten einem hilflosen Fuchswelpen in München helfen und haben leider alles falsch gemacht. Das Tier starb nach einer Verkettung unglücklicher Umstände schließlich qualvoll in einem Mörteleimer.

Das Schicksal eines etwa vier Wochen alten Fuchswelpen bewegt aktuell die Mitarbeiter des Tierschutzvereins München. Sie wollen die traurige Geschichte um das Fuchsjunge öffentlich machen, damit kein weiteres Tier diese Qualen erleiden muss. Was war passiert?

Spaziergänger entdeckten das Jungtier am Montagmorgen bei einer Autobahnunterführung Richtung Unterföhring regungslos im Gras sitzend. Anstatt den offenbar geschwächten und hilflosen Welpen direkt mitzunehmen und zu einer fachkundigen Stelle zu bringen oder wenigstens umgehend die Polizei, den zuständigen Jäger oder die Feuerwehr telefonisch zu benachrichtigen, ließen sie das Tier zurück.

Eine E-Mail mit wenig Details sollte reichen

Stattdessen schrieben die Passanten dem Tierschutzverein München um 10 Uhr eine E-Mail. Da das zuständige E-Mail-Postfach nicht durchgehend kontrolliert werden kann, wurde die E-Mail erst gegen 13 Uhr entdeckt. Darin befand sich ein Video des Fuchses und ein Foto, in welchem leider nur Gras und keine Umgebung zu sehen war, sowie eine eher irreführende Ortsbeschreibung.

Eine Telefonnummer für weitere Fragen war nicht hinterlegt. Umgehend wurde ein Tierschutzinspektor zu der vermuteten Stelle geschickt. Über eine Stunde lang hat er dort und im Umkreis gesucht, leider vergeblich. Ebenso wurde der zuständige Jagdaufsichtsberechtigte informiert, der bis dahin noch gar keine Meldung erhalten hatte. Währenddessen versuchten wir unentwegt per E-Mail, die Passanten zu erreichen, um eine genaue Wegbeschreibung oder telefonische Kontaktaufnahme zu erwirken.

Tier lag 18 Stunden lang ohne Schutz in einem Mörteleimer

„Am nächsten Morgen war eine Antwort im E-Mail-Postfach. Darin teilte man uns mit, dass der Fuchswelpe noch immer vor Ort ist und nun von einer Nachbarin mitgenommen wurde“, schreibt der Tierschutzverein München“. Das Tier könne in einem Eimer abgeholt werden.

Als der Kollege an der angegebenen Adresse die entsprechende Hausnummer nicht fand, rief er die nun wenigstens hinterlegte Telefonnummer an. Am Telefon musste er zu seinem Entsetzen erfahren, dass der Fuchs nicht, wie angenommen, in Obhut untergebracht, sondern im Freien an einer Straße neben einer Mülltonne abgestellt worden war. Nicht einmal für durchgehend Schatten war gesorgt worden. Dort hatte man den Fuchswelpen am Vortag in einen Mörteleimer, mit einem kleinen Glas Wasser, gesperrt.

Wer sich einmischt, ist verantwortlich

Beim Öffnen des Eimers konnte der erschütterte Tierschützer nur noch eine nasse Fuchsleiche vorfinden. Der Kleine war lieblos in dem Plastikbehälter im Freien zurückgelassen worden, ohne Möglichkeit, sich Wettereinflüssen zu entziehen oder sich zu trocknen und durch Einstreu oder Decken zu wärmen. 18 Stunden hat das Wildtier dort zubringen müssen, bevor es vermutlich irgendwann in der Nacht verstorben ist.

Vom Tierschutzverein heißt es: „Bürger sind nicht verpflichtet, einem kranken oder verletzten Wildtier zu helfen. Aber sobald man sich in den Lauf der Natur einmischt, ein Wildtier dieser entnimmt oder die normalen Bewegungs- und Fluchtmöglichkeiten einschränkt, ist man dafür verantwortlich“.

Wie kann man richtig helfen?

  • Beim Auffinden eines in Not geratenen Wildtieres sollte man grundsätzlich die Polizei oder die Feuerwehr verständigen.
  • Wenn möglich vor Ort warten oder die Koordinaten wie Ortsfotos weitergeben.
  • Für das Rettungsteam die betroffene Stelle beispielsweise mit einem Taschentuch markieren, das man an einen Baum bindet
  • Ist man sich bei einem jungen Wildtier nicht sicher, ob es Hilfe braucht, sollte man es auf keinen Fall anfassen, sondern mit Abstand eine fachkundige Stelle anrufen und die Lage schildern.

Für den Fuchswelpen wäre es stressärmer gewesen, ihn in der freien Natur zu belassen.

(Quelle: Tierschutzverein München)