Die Günstigsten sind die Besten Stiftung Warentest checkt Kombi-Kinderwagen: Das sind die Sieger 2022

Stiftung Warentest checkt Kombi-Kinderwagen: Das sind die Sieger 2022
Der Testsieger: Der BabyOne ist kompakt, passt in Bus & Bahn und ist ein echtes Schnäppchen. Bild: Stiftung Warentest

DEN perfekten Kinderwagen zu finden, ist eine Wissenschaft für sich. Im Dschungel der Anbieter und Modelle kann man sich leicht verlieren. Orientierungshilfe gibt der aktuelle Test der Stiftung Warentest. Die Ergebnisse sind für Eltern und deren Geldbeutel erfreulich.

Was für eine Kinderkutsche darf es denn sein? Es gibt Hunderte verschiedene Modelle. Wer das erste Kind bekommt, fühlt sich im Fachgeschäft, als müsse man einen Neuwagen anschaffen. Sportwagen oder Kombi? Gummi- oder Luftreifen? Wie groß wird das Baby denn voraussichtlich? Der Papa ist ja eher groß. Wenn der auch mal den Kinderwagen schieben will, braucht der eine Karre mit Beinfreiheit. Sonst latscht er ständig versehentlich auf die Bremse und erschüttert das friedlich schlafende Baby. On top kommen gewaltige Preisunterschiede. Für einen neuen Kinderwagen kann man zwischen 400 und 1.500 Euro auf den Tresen legen. Für Geschwister-Kinderwägen darf es gern noch mehr sein. Doch das ist heute nicht das Thema.

Der Kombikinderwagen: Das gehört dazu und DAS muss er können


Jetzt geht es um den Einstiegs-Kinderwagen: Den Kombi. Ein Kombikinderwagen besteht aus einem Gestell, dass sich im Idealfall platzsparend in Kofferraum und Garage verfrachten lässt. Dazu kommt eine Wanne für das Baby. Eine ovale, flache Schale für das Neugeborene, die so lange genutzt werden kann (und sollte) bis der Nachwuchs dazu in der Lage ist, sich SELBSTSTÄNDIG aufzusetzen. Wenn das Baby diesen Skill drauf hat, kann es in den Sportsitz wechseln. Darin darf es dann sitzen und ist meistens auch sofort sehr viel zufriedene mit der Gesamtsituation, weil es mehr von der Welt sehen kann. Experten empfehlen übrigens, besonders kleine Kinder in Blickrichtung des Kinderwagen-Schiebers zu positionieren. Da können sie Mama oder Papa sehen und haben dadurch mehr Sicherheit und überreizen nicht so schnell. ABER: Das ist eine sehr individuelle Geschichte. Das müssen Eltern und Kind für sich entscheiden. Macht meistens das Kind. Und dann passt das auch.

Ein so kleines Baby hat im Sportsitz noch nichts verloren. Doof, wenn es trotz des zarten Alters nicht mehr in die mitgelieferte Wanne des Kinderwagens passt.
Ein so kleines Baby hat im Sportsitz noch nichts verloren. Doof, wenn es trotz des zarten Alters nicht mehr in die mitgelieferte Wanne des Kinderwagens passt.

Kinderwagen-Features, die das Eltern-Leben leichter machen


Schön ist es immer, wenn sowohl Wanne als auch Sportsitz bestimmte Annehmlichkeiten haben. Im Verdeck der Wanne zum Beispiel ist ein Netz sehr praktisch, das besonders an heißen Tagen in den Sommermonaten Gold wert ist. Dazu Tragegriffe, um das schlafende Baby samt Wanne zwei Stockwerke rauf zu tragen, ohne es wecken zu müssen, indem man es herausnimmt. Der Sportsitz sollte nach vorn und rückwärtsgerichtet zu positionieren sein und ganz wichtig: Auch dieser Sitz sollte sich in die Liegeposition stellen lassen. Kleinkinder ruhen sich auf längeren Strecken gern im Kinderwagen aus und es ist unfassbar praktisch, wenn man es für den Mittagsschlaf direkt im Wagen hinlegen kann. Das macht Eltern viel flexibler und die allermeisten Kinder schlafen früher oder später (nehmen wir das erste Babyjahr mal aus) gern im Wagen.

Haben manche Kinderwagenhersteller schon einmal ein Baby gesehen?


So. Das also sollte die Kinderkarre können. Wissen die Hersteller sicher auch alle. Oder etwa nicht? Bei manchen Modellen bekamen die Tester der Stiftung Warentest den Eindruck, dass sie sich nicht ausreichend mit den Bedürfnissen von Eltern und Kind auseinandergesetzt haben. So waren zum Beispiel die meisten Babywannen zu klein. Ein Baby kann im Schnitt mit acht, neun Monaten aufrecht sitzen. So lange sollte es in der Wanne bleiben. Doch die getesteten Varianten boten zu wenig Platz. Die von Stokke (übrigens ein sehr teures Modell) reicht einem Durchschnittsbaby nur vier Monate bis es mit Kopf und Füßen anstößt. Zusätzlich kann man das Kind in diesem Kinderwagen nicht einmal im Sportsitz hinlegen. Doch es gibt ein weiteres Modell, dass noch schlechter abgeschnitten hat.

Im Emmaljunga waren die Gurte selbst in der kleinsten Einstellung viel zu lang. Sie geben dem Baby keinen Halt.
Im Emmaljunga waren die Gurte selbst in der kleinsten Einstellung viel zu lang. Sie geben dem Baby keinen Halt.

Krebserregende Stoffe im Regenverdeck gefunden

Der Kombi der Marke Moon hatte Stoffe im Regenverdeckt, die in der nachgewiesenen Konzentration gesundheitsschädlich sein können. Die Tester sprechen von krebserregenden Paraffinen. Der Hersteller hat das betroffene Verdeck inzwischen vom Markt genommen. Betroffene Eltern können es kostenlos umtauschen unter service@moon-buggy.com.

Klare Testsieger unter den Kombikinderwagen sind die günstigsten getesteten Modelle


Die besten Gesamtwertungen der Stiftung Warentest für Kombi-Kinderwagen fuhren die beiden günstigsten Modelle ein. Die Empfehlung der Tester geht klar zum BabyOne B.O. StartKlar Comet für rund 400 Euro (Testnote: 2,2) und zum Hauck Vision X für rund 500 Euro. Der bekam eine solide 2,5 im Test. Für viele Eltern sollte das eine gute Nachricht sein, dass nicht immer das Teuerste auch das Beste fürs Baby sein muss. In dem Sinne: Gute Fahrt!

Die ausführlichen Bewertungen und Testergebnisse bekommen Sie in der Juli-Ausgabe der Stiftung Warentest und unter test.de/Kinderwagen im Test.