Wie geht es mit den E-Lastenrädern und E-Scootern in Tuttlingen weiter? In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wurden wichtige Entscheidungen zur Zukunft der beiden Sharing-Angebote getroffen. Sie sind Bestandteil des Mobilitätskonzepts 2035, das auf nachhaltige und flexible Mobilitätslösungen setzt.
Die E-Scooter in Tuttlingen erfreuen sich großer Beliebtheit. Seit Beginn der Kooperationsvereinbarung mit ZEUS wurden bereits 73 000 Fahrten registriert. Besonders in den Sommermonaten oder bei Großveranstaltungen wie dem Stadtfest ist die Nutzung besonders hoch. Laut einer aktuellen Umfrage werden die meisten Fahrten für den Arbeitsweg oder in der Freizeit unternommen.
Auf Rückmeldungen der Bürgerschaft wurde bereits mit einigen Anpassungen reagiert: So wurden in Nendingen und Möhringen spezielle Parkverbotszonen eingerichtet, um die Nutzung geordneter zu gestalten. Zudem kommen zunehmend neue, verkehrssichere E-Scooter-Modelle mit Blinkern zum Einsatz.
Der Gemeinderat hat nun beschlossen, die Flotte auf maximal 200 Fahrzeuge zu erweitern. Dabei soll sichergestellt werden, dass mindestens fünf E-Scooter pro Stadtteil verfügbar sind. Zudem wird die Reaktionszeit des Anbieters ZEUS bei Beschwerden von 24 auf 12 Stunden verkürzt. Auch der Betrieb der Servicefahrzeuge soll nachhaltiger werden: Diese sollen bevorzugt elektrisch betrieben werden. Falls dies nicht möglich ist, wird eine CO2-Kompensation vorgenommen. Kosten entstehen der Stadt hier keine. Sie stellt lediglich städtische Flächen kostenfrei zur Verfügung, alles Weitere regelt ZEUS.
Etwas anders sieht es bei den E-Lastenrädern aus. Sie sind ebenfalls Teil des Mobilitätskonzepts 2035 und bieten eine umweltfreundliche Alternative für den innerstädtischen Transport von Personen und Gütern. In den letzten zwei Jahren haben 141 Personen das Angebot über ein eigenes Nutzerkonto in Anspruch genommen. In den vergangenen Monaten wurde das Angebot weiter optimiert, unter anderem durch Lastenräder mit Kindersitzen und neue Standorte.
Dennoch blieb die breite Akzeptanz in der Bevölkerung aus. Zwar sind die Nutzungszahlen im Sommer gestiegen und der Nutzerkreis hat sich erweitert, jedoch bleibt die Gesamtzahl der aktiven Nutzer*innen mit rund 140 Personen weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Alles in allem wurden bisher keine 10 000 Kilometer mit den Lastenrädern gefahren – bei gleichzeitigen städtischen Zuschüssen von rund 20 000 Euro, Sponsorengelder bereits abgezogen. „Pro Kilometer legen wir also mehrere Euro drauf“, so OB Michael Beck, „das können wir auf Dauer nicht verantworten.“
Mehrheitlich beschloss der Gemeinderat daher, den Vertrag nach Ende der zweijährigen Laufzeit nicht zu verlängern. Auch der Antrag der LBU, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern, damit das Angebot noch bekannter werden kann, wurde abgelehnt. Ende Juni 2025 wird der Vertrag nun auslaufen.
(Pressemitteilung: Stadt Tuttlingen)