„Erinnern statt vergessen“ lautet der Titel eines Buchs, das die Stadt Tuttlingen jetzt herausgibt, und das die Gedenkkultur in der Stadt darstellt. Öffentlich vorgestellt wird es im Rahmen der Gedenkfeier zum Kriegsende vor 81 Jahren am Freitag, 8. Mai 2026, um 17 Uhr vor der Ehrenhalle auf dem Alten Friedhof.
Ob Gedenkpfad Lager Mühlau, Stolpersteine oder der Julius-Fröhlich-Platz – welche Geschichten stehen hinter diesen Mahnmalen? Warum wurden sie errichtet? Wer hat sich dafür eingesetzt? Antworten auf diese Fragen gibt ein neues Buch, das die Stadt Tuttlingen in Zusammenarbeit mit dem Meßkircher Blanzelot-Verlag herausgegeben hat. Unter dem Titel „Erinnern statt vergessen“ wird auf knapp 170 Seiten dargestellt, wie sich die Stadt mit ihrer eigenen Geschichte – vor allem mit der der NS-Zeit – auseinandersetzt. Konzipiert wurde das Buch gemeinsam von Verleger und Autor Stefan Blanz sowie Stadtsprecher Arno Specht, die auch die Texte verfasst beziehungsweise vorliegendes Material überarbeitet haben.

Für OB Michael Beck kommt das Buch genau zum richtigen Zeitpunkt: Er habe zusehends den Eindruck, dass eine sachliche Aufarbeitung der Vergangenheit wieder auf Widerstand stoße, schreibt er im Vorwort. „Die Kommentare, die uns nach der letzten Stolperstein-Verlegung über die sogenannten „sozialen“ Medien erreichten, waren teils sehr deutlich und wenig erfreulich“, so Beck. Umso wichtiger sei es, ein solches Buch jetzt herauszugeben – als Erklärung, aber auch als Statement.
In ausführlichen und reich illustrierten Kapiteln beschreibt das Buch den Bürgerpark Alten Friedhof, den Gedenkpfad Lager Mühlau, die Stolpersteine und den Julius-Fröhlich-Platz. Es geht aber auch auf die Frage ein, wie man mit Orten wie dem Schneckenburger-Denkmal angemessen umgeht, beschreibt die Aktivitäten des Gemeinderates im Bereich der Erinnerungskultur und schildert, wie sich die Aufarbeitung der NS-Geschichte im Zusammenspiel von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Akteuren im Laufe der Jahre entwickelt hat.

Das Buch versteht sich dabei als Bestandsaufnahme: „Nichts ist schlimmer für eine lebendige Gedenkkultur“, so OB Beck in seinem Vorwort, „als wenn man sie eines Tages für abgeschlossen erklärt, zwischen Buchdeckel presst und ins Regal stellt.“ Aus diesem Grund sei das Buch auch eher als Appell zu verstehen, die Gedenkkultur wachzuhalten: Durch weitere Projekte, regelmäßige Veranstaltungen oder auch bürgerschaftliche Aktionen zur Pflege der Erinnerungsorte.
Vorgestellt wird das Buch im Rahmen der öffentlichen Gedenkfeier zum Kriegsende vor 81 Jahren am Freitag, 8. Mai, ab 17 Uhr auf vor der Ehrenhalle auf dem Alten Friedhof. OB Michael Beck wird dort zunächst zum Gedenktag sprechen, bevor Stefan Blanz und Arno Specht das Buch vorstellen und das erste Exmplar an OB Beck übergeben. Jürgen Illigasch vom Stadtarchiv wird dann bei einem kurzen Spaziergang über den Alten Friedhof verschiedene der dortigen Gedenkorte erläutern.
(Quelle: Stadt Tuttlingen)