Zwei Biber blockieren ein Regenwasser-System in Rietheim-Weilheim. Die Tiere müssen wegen drohender Überschwemmungen umgesiedelt werden.
Ein ungewöhnlicher Einsatz beschäftigt vergangene Woche die Mitarbeiter des Bauhofs Rietheim-Weilheim. Beim Öffnen eines Gullideckels an der Kreuzung der Straßen Höfle und Schmidten, kurz vor der Brücke zur Rußberger Straße, entdecken die Mitarbeiter zwei Biber in der Kanalisation.
Die Tiere haben sich im Regenwasser-Abflusssystem niedergelassen und mehrere Verbindungsrohre mit Geäst und weiterem Naturmaterial blockiert. Betroffen ist unter anderem die Leitung, die das Regenwasser aus dem höher gelegenen Wohngebiet ableitet.
Wegen angekündigter Regenfälle wird schnell deutlich, dass durch den Rückstau des Regenwassers Gefahr im Verzug besteht. Das Biberpärchen muss deshalb kurzfristig umgesiedelt werden.
Behörden und Bauhof arbeiten zusammen
Mit Genehmigung des Regierungspräsidiums Freiburg werden die beiden Biber am frühen Nachmittag vorsichtig durch die Kanalisation in Richtung des Ausgangsrohres geleitet. Dort sichern Einsatzkräfte die Tiere einzeln in Transportbehältern.
Die Aktion erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Tuttlingen, dem zuständigen Biberbeauftragten und seinen Mitarbeitern sowie dem Bauhof Rietheim-Weilheim.
Freilassung an Donaualtarm
Die Umsiedlung verläuft laut Mitteilung reibungslos. Nach einem kurzen Transportweg werden die Tiere an einem nahegelegenen Donaualtarm freigelassen, wo sie künftig bessere Habitatbedingungen vorfinden sollen.
Nach anfänglicher sichtbarer Irritation scheinen sich die Biber rasch an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Das Regenwasserabflusssystem kann kurze Zeit später wieder freigespült werden.
(Quelle: Landratsamt Tuttlingen)