35 Jahre Partnerschaft mit Draguignan, 45 Jahre mit Bex – am Wochenende wurden die Jubiläen gefeiert. Was dabei immer wieder betont wurde: Der Austausch in Europa ist wichtiger denn je.
Streng genommen, so erinnerte OB Michael Beck in seiner Ansprache, feiere man sogar drei Jubiläen: Denn bereits vor 65 Jahren fand der erste Schüleraustausch zwischen Bex und Tuttlingen statt. „Wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg war das keine Selbstverständlichkeit“, so der OB. Umso mehr freute sich Beck, gleich fünf Teilnehmer der ersten Begegnung bei der Feier auf dem Marktplatz begrüßen zu dürfen: DavidRomano, Michael Rumo und Jacqueline Bossotto waren eigens aus Bex angereist. Aus Tuttlingen gehörten Marianne Hintz und Albrecht Manz zu den Teilnehmenden der ersten Stunde, die am Samstag in der ersten Reihe vor der Marktplatzbühne standen.
Insgesamt waren über das Festwochenende rund 160 Gäste aus Bex und Draguignan angereist und gestalten das Programm des Drei-Städte-Festes mit: Bands und Tanzgruppen aus den Partnerstädten bereicherten das Bühnenprogramm, und die Alphornbläser aus Bex gehörten am Wochenende fast schon zum Stadtbild. Im Partnerschaftsdorf konnte man Spezialitäten aus den Schweizer Alpen und der Provence genießen, und der ökumenische Gottesdienst am Sonntag wurde zweisprachig von Pfarrern aus drei Ländern zelebriert.
„Unseren Amtsvorgängern kann man nur danken“, so OB Beck in seiner Ansprache, „sie hatten bei der Wahl unserer Partnerstädte ein ausgesprochen glückliches Händchen.“ Beck betonte aber auch, dass Städtepartnerschaften nicht nur einen touristischen Aspekt haben: Gerade in Zeiten, in denen das Vereinte Europa immer häufiger in Frage gestellt wurde, sei es wichtig, das Bewusstsein für die europäische Einigung zu stärken – immerhin habe diese zu über 70 Jahre Frieden, Freiheit und Wohlstand in Europa beigetragen.
Diesen Aspekt betonten auch die Redner aus der den Partnerstädten. Die Bexer Gemeindevertretung um Syndic Alberto Cherubini erinnerte in ihrem gemeinsamen Grußwort daran, dass die Unterschiede zwischen den Ländern und Kulturen eine große Bereicherung seien. Und Draguignans Bürgermeister Richard Strambio bezeichnete Frieden als „eine der besten Erfindungen der Menschen.“ Umso mehr müssen man denen danken, die Brücken bauen – wie zum Beispiel Lore Lutz, die die Jumelage über Jahre aufbaute und betreute. „Wir müssen“, so Strambio, „gemeinsam für unser Europa kämpfen.“ Gemeinsam mit den Vorsitzenden der Partnerschaftskomitees unterschrieben die drei Bürgermeister Urkunden, in denen die Städtepartnerschaften offiziell erneuert wurden.
Als Ehrengäste sprachen die Generalkonsuln der Schweiz und Frankreich, Urs Schnider und Gaël de Maisonneuve. Schnider erinnerte an die engen Bindungen Baden-Württembergs und der Schweiz. Ein Schüleraustausch wie der zwischen Bex und Tuttlingen, so Urs Schnider, der bereits auf über 200 Begegnungen komme, sei „ein großartiges Mittel, um junge Menschen für Land und Sprache zu begeistern.“ Gaël de Maisonneuve. betonte, dass es trotz über 400 deutsch-französischen Städtepartnerschaften allein in Baden-Württemberg nur wenige gebe, die so intensiv gepflegt werde wie die zwischen Draguignan und Tuttlingen. Besonders die Dreier-Partnerschaft mit Bex sei etwas Besonderes und trage zu einem guten Austausch über die Grenzen bei. „Gemeinsam“, so de Maisonneuve, „können wir eine bessere Zukunft bauen.“
(Pressemitteilung: Stadt Tuttlingen)