Ein neues Fahrzeug macht es der städtischen Forstverwaltung in Tuttlingen jetzt möglich, zügig, wirtschaftlich und in eigener Regie Sturm- oder Käferholz zu verarbeiten. Diese Woche wurde der Spezialschlepper übergeben und auch gesegnet.
Dass Pfarrer Richard Grotz einen Forstschlepper segnet, kommt nicht alle Tage vor. Aber das Fahrzeug, das die städtische Forstverwaltung am Dienstag auf dem Gelände des Bauhofs feierlich in Dienst stellte, ist schon eine besondere Anschaffung: Es macht die Stadt Tuttlingen unabhängiger von externen Dienstleistern und die Forstarbeit noch effizienter – immerhin besitzt Tuttlingen den siebtgrößten kommunalen Forst in Baden-Württemberg. „In unserer Nachhaltigkeitsstrategie spielt der Forst eine zentrale Rolle“, so OB Michael Beck, „also müssen wir hier auch in die nötige Technik investieren.“
Der neue Forstspezialsattelschlepper wird künftig vor allem eingesetzt, um die sogenannte „zufällige Nutzung“ besser zu bewerkstelligen. Darunter versteht man die Ernte von Holz, die in dieser Form nicht geplant war – also zum Beispiel nach Wind- und Schneebruch oder bei starkem Käferbefall. Und im Gegensatz zur regulären Holzernte können die Bäume hier nicht systematisch gefällt werden, so dass man unter Umständen auch auf umständlichen Wegen tief ins Gelände muss.
Bisher wurden für solche Aufträge meist Spezialfirmen beauftragt, die aber oft lange Wartezeiten haben – zum Beispiel nach schweren Stürmen, die in vielen Wäldern gleichzeitig Schäden angerichtet haben. Mit dem neuen Schlepper kann das Team um Forstwirtschaftsmeister Christian Taschler und Martin Jäckel nun sofort zur Tat schreiten. Auch im Bereich der Wegeunterhaltung, für Mulcharbeiten und als Zugmaschine im Holztransport kann der Schlepper eingesetzt werden. „Wir sind hier jetzt insgesamt deutlich flexibler. Trotz der hohen Kosten wird sich der Schlepper amortisieren“, so Michael Hager, Leiter der Abteilung Forst.
Investiert wurden in das geländegängige Fahrzeug 300 000 Euro. Es beruht auf der Basis des finnischen Herstellers Valtra, aus 7,5 Liter Hubraum holt der Sechszylinder 175 PS. Eine Spezialfirma aus Engen hat den Schlepper forsttauglich umgerüstet.
(Pressemitteilung: Stadt Tuttlingen)