Seit zehn Jahren betreut ein eingespieltes Team Patientinnen im Gesundheitszentrum Spaichingen. Die Nachfrage nach gynäkologischer Versorgung ist dabei unverändert hoch.
Zehn Jahre sind im modernen Gesundheitswesen eine lange Zeit. Umso bemerkenswerter ist es, wenn ein Praxisteam über einen solchen Zeitraum hinweg unverändert zusammenarbeitet. In der Frauenarztpraxis des MVZ Klinikum Landkreis Tuttlingen gGmbH im Gesundheitszentrum Spaichingen bilden Frauenarzt Sébastien Dussault sowie die Praxismanagerinnen Birgit Neukirch und Silke Wank seit einem Jahrzehnt ein eingespieltes Team.
Pro Quartal versorgt das Trio routiniert und fachkundig mehr als 1.000 Patientinnen. Sébastien Dussault deckt dabei das gesamte Spektrum der Frauenheilkunde ab. Neben der Krebsvorsorge begleitet er Patientinnen mit Beratung und Nachsorge im Falle einer Krebserkrankung. Zudem betreut er schwangere Frauen mit ärztlichem Rat sowie Vorsorge- und Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien. Hinzu kommen Impfungen sowie weitere wichtige Aufgaben in den Bereichen Beratung und Diagnostik.
Die Arbeit mit Menschen schätzt Dussault besonders. Für ihn spiegelt sie die wahre Vielfalt des Lebens wider. „Das Gute und das Schlechte“, hat er früh erkannt, „liegen oft so eng beieinander.“
Vertrauen und Empathie im Praxisalltag
Birgit Neukirch beschreibt Dussault als „sehr angenehmen Chef“, der freundlich, verständnisvoll und mitfühlend sei und deshalb bei den Patientinnen sehr gut ankomme. Gerade in der Frauenheilkunde spiele Empathie eine wichtige Rolle, um Vertrauen aufzubauen.
In den Gesprächen gehe es nicht immer nur um medizinische Fakten. Oft sei es ebenso wichtig, Zusammenhänge zwischen körperlichen Beschwerden und seelischen Belastungen zu erkennen sowie Ängste und Hürden abzubauen.
Frauenärzte seien heute vergleichsweise rar. Die Praxis im MVZ ist eine von nur zwei gynäkologischen Praxen in Spaichingen. Entsprechend hoch sind Nachfrage und Auslastung.
„Wir bekommen sehr viele Anfragen von Frauen, die neu als Patientinnen aufgenommen werden wollen“, sagt Birgit Neukirch. „Das ist nicht immer einfach. Es ist aber genauso schwierig, solche Anfragen zurückzuweisen.“
Mehr als 30 Jahre Erfahrung
Die 62-Jährige kennt ihr Fachgebiet genau. Mehr als 30 Jahre arbeitete sie in der früheren Praxis von Dr. Hans Bögelspacher, wo sie auch ihre Ausbildung zur Arzthelferin absolvierte. Heute lautet die Berufsbezeichnung Medizinische Fachangestellte (MFA).
Als ihr damaliger Chef in den Ruhestand ging und das Klinikum Landkreis Tuttlingen 2015 dessen Arztsitz übernahm, wechselte Birgit Neukirch in das neu gegründete MVZ in der Robert-Koch-Straße. Dort unterstützt sie seit 2016 gemeinsam mit ihrer Kollegin Silke Wank den Frauenarzt Sébastien Dussault.
Vom Klinikarzt in die Praxis
Der heute 51-Jährige trat die Nachfolge von zwei Kolleginnen an, die jeweils nur ein Jahr in der Praxis tätig gewesen waren. Dussault brachte umfangreiche klinische Erfahrung mit. Zuvor hatte er als Arzt in der Schweiz gearbeitet und anschließend acht Jahre an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikums Landkreis Tuttlingen verbracht.
Dorthin war er vom früheren Chefarzt Dr. Hans Roll geholt worden. Für Dussault erwies sich dies gleich in mehrfacher Hinsicht als Glücksfall. In der Klinik fand er nicht nur einen Arbeitgeber, sondern lernte auch seine heutige Frau Claudia kennen, die weiterhin im Hebammenteam tätig ist.
Ursprünglich hatte der Sohn eines französischen Vaters andere Pläne verfolgt. Er hatte eher mit einer Tätigkeit in der französischen Schweiz gerechnet als mit einem Wechsel in den Landkreis Tuttlingen. Doch Dr. Roll überzeugte ihn davon, ins Weltzentrum der Medizintechnik zu kommen.
Als später die Familie wuchs und das ältere der beiden Kinder drei Jahre alt geworden war, entschied sich Dussault für den Wechsel in die MVZ-Praxis. Ausschlaggebend waren unter anderem die familienfreundlicheren Arbeitszeiten. Diesen Schritt hat er ebenso wenig bereut wie seine Berufswahl.
Mit einem Lächeln erinnert er sich an seine Studienzeit in Freiburg und Straßbourg, als der Begriff „Ärztemangel“ noch kaum bekannt war. „Damals hat man mir gesagt: Mit deinem Medizinstudium kannst du allenfalls Taxifahrer werden.“
(Quelle: Landkreis Tuttlingen)