Der Hundebesuchsdienst im Hospiz Johannes in Sigmaringen ist weit mehr als eine nette Geste – er ist ein wertvoller Beitrag zum Wohlbefinden schwerkranker Menschen. Labrador Nero und seine Begleiterin Elina Michelsohn schenken den Gästen Momente der Ablenkung, Trost und Entspannung. Seit über einem Jahr sorgen sie wöchentlich für leuchtende Augen und herzliche Gespräche.
Ein Herz auf vier Pfoten: Nero im Einsatz
Die Gäste strahlen, sobald Nero den Raum betritt. Mit seiner neugierigen und liebevollen Art nimmt der siebenjährige Labrador sofort Kontakt zu den Menschen auf. „Er schenkt jedem seine bedingungslose Zuneigung, egal wie krank er ist“, sagt Hildegard Burger, Leiterin des Hospizes. Nero bringt mit seinem Körperkontakt Zärtlichkeit, Wärme und Freude – und eröffnet ganz neue Gesprächsthemen. Plötzlich rücken die Sorgen in den Hintergrund, und es geht um Haustiere, Urlaubserinnerungen oder Lebensgeschichten.
Vorbereitung für besondere Begegnungen
Bevor Nero und Elina ein Zimmer betreten, wägt das Hospiz-Team sorgfältig ab, ob die Gäste gesundheitlich für den Besuch bereit sind. „Wir fragen auch immer, ob jemand grundsätzlich den Wunsch nach einem Besuch hat“, erklärt Burger. So wird jeder Einsatz individuell abgestimmt, damit die Begegnung den größtmöglichen Nutzen für die Gäste bringt.
Ein eingespieltes Team: Elina und Nero
Elina Michelsohn und Nero sind perfekt aufeinander abgestimmt. Beide absolvierten bei den Maltesern eine intensive Ausbildung für den Besuchs- und Begleitdienst. Besonders beeindruckend ist Neros Fähigkeit, intuitiv auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen: „Er entscheidet selbst, ob er sich streicheln lassen, einfach nur nahe sein oder sich still zu den Betroffenen legen soll“, erzählt Elina.

Berührung, die die Seele heilt
Allein die Anwesenheit von Nero hat eine beruhigende Wirkung. Der Kontakt mit seinem weichen Fell hilft den Gästen, sich zu entspannen und für einen Moment die Schwere ihrer Erkrankung zu vergessen. Oft zaubert Nero ein Lächeln auf die Gesichter der Gäste, selbst in den schwierigsten Stunden. „Wir besuchen das Hospiz jeden Montag, aber auch spontan, wenn ein Gast in seinen letzten Lebensstunden den Wunsch äußert“, erklärt Elina.
„Ein Eisbrecher für Herz und Seele“
Für das Pflegeteam und die Ehrenamtlichen im Hospiz Johannes ist Nero ein „Eisbrecher“. Krankenschwester Petra Schubert beschreibt, wie sich nicht nur die Gäste, sondern auch ihre Angehörigen durch die Besuche entspannen. Besonders Kinder profitieren von der Ablenkung und vergessen für einen Moment ihre Sorgen.
Ein bisschen Normalität in schwierigen Zeiten
„Nero und Elina bringen Normalität ins Hospiz“, sagt Hannah Oppler, psychosoziale Fachkraft im Haus Johannes. „Sie schenken unseren Gästen Momente, die Freunde oder Bekannte oft nicht mehr bewirken können. Ihre Präsenz lenkt ab, schenkt Trost und schafft ein kleines Stück Freude.“ Für die Menschen im Hospiz und ihre Angehörigen ist dieser Dienst ein Lichtblick, der in den Herzen nachhallt.
Ein Hund, der Trost spendet, und eine Begleiterin, die mit Herz und Hingabe bei der Sache ist – Nero und Elina sind wahre Seelentröster im Hospiz Johannes.
(Quelle: St. Elisabeth-Stiftung)