Neuer Ort des Gedenkens Mariaberg schafft würdevollen Erinnerungsort für Verstorbene

Mariaberg schafft würdevollen Erinnerungsort für Verstorbene
(v.l.): Silvia Weeber, Kirchengemeinderätin der Evangelischen Verbundkirchengemeinde Gammertingen-Trochtelfingen, sowie Einwohnerin und Beschäftigte von Mariaberg, Lars Kehling, Vorstand Mariaberg e.V., und Clemens Lutz, Betriebsleiter der Mariaberger Gärtnerei beim Abstellen einer Pflanzschale beim Grab der ewigen Ruhe auf dem Friedhof von Mariaberg. (Bild: Mariaberg e.V.)
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Auf dem Friedhof von Mariaberg ist ein neuer Gedenkort entstanden. Das „Grab der ewigen Ruhe“ ermöglicht künftig eine dauerhafte und würdevolle Bestattung.

Auf dem Friedhof des diakonischen Unternehmens Mariaberg e.V. in Gammertingen-Mariaberg ist ein besonderer Ort entstanden: das „Grab der ewigen Ruhe“. Ermöglicht wurde dies durch eine Förderung des Spendenfonds des Diakonischen Werks der evangelischen Kirche in Württemberg in Höhe von 5.896,00 Euro. Künftig wird alljährlich am Totensonntag ein Gedenkgottesdienst gefeiert, bei dem den Verstorbenen in würdevollem Rahmen gedacht wird.

Friedhof mit begrenzten Kapazitäten

Der kleine Friedhof im Gammertinger Stadtteil Mariaberg gliedert sich in vier Bereiche mit unterschiedlichen Grabkulturen, darunter historische Gräber, Erdgräber und drei Urnenstelen mit jeweils 16 Urnenplätzen. Eine Erweiterung beziehungsweise Vergrößerung des Friedhofs ist aus verschiedenen Gründen nicht möglich, weshalb schon seit Jahren ausschließlich Urnenbestattungen durchgeführt werden.

Im Jahr 2024 liefen erstmals die vertraglich vereinbarten Liegezeiten von 15 Jahren für die Urnengräber aus. Der Mariaberg e.V. entschied sich aus ethischen und christlichen Überzeugungen heraus für eine dauerhafte und würdevolle Nachfolgelösung, das sogenannte „Grab der ewigen Ruhe“.

Gestaltung und Nutzung des Grabes

Im Friedhofsfeld wurde ein Betonring in die Erde eingelassen, der mit einer Steinplatte aus Jurakalkstein abgedeckt ist. Eingraviert ist der Schriftzug „Wie sie so sanft ruhen, alle die Seligen“, derselbe Satz, der auch das Grabkreuz von Dr. med. Karl Zimmer ziert, einem ehemaligen Arzt der Einrichtung, der auf dem historischen Teil des Friedhofs beigesetzt ist. Steinsplit, wie er auch bei den Urnenstelen verwendet wird, sowie eingelassene Trittsteine ergänzen das Ensemble zu einem stimmigen und zurückhaltenden Erscheinungsbild.

Einmal jährlich werden die Urnen, bei denen die Liegezeit abgelaufen ist, aus den Urnenstelen entnommen und die Asche im Grab der ewigen Ruhe beigesetzt. Am Totensonntag finden die Angehörigen sowie die gesamte Einrichtungsgemeinschaft bei einem Gedenkgottesdienst Raum für Erinnerung und Trauer. Auf diese Weise verbindet das Grab der ewigen Ruhe diakonische Arbeit mit evangelischer Seelsorge und macht den christlichen Anspruch der Einrichtung an einem konkreten Ort sichtbar.

Teil einer gelebten Trauerkultur

Das Projekt steht im Zeichen einer gelebten Trauerkultur, die in Mariaberg e.V. seit Jahren fest verankert ist. Grundlage ist das bundesweit beachtete Projekt „Entwicklung einer Trauerkultur in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung“, das von 2009 bis 2011 unter der Leitung von Pfarrer i. R. Hans Heppenheimer durchgeführt wurde. Seitdem gehören Themen wie Abschied und Tod zum festen Bestandteil des Alltags, Menschen mit Behinderungen wird das Recht auf Trauer ausdrücklich zugestanden und aktiv begleitet.

Das Grab der ewigen Ruhe gibt insbesondere Menschen ohne Angehörigenkontakt die Gewissheit, dass sie nach ihrem Tod dauerhaft Teil der Gemeinschaft von Mariaberg bleiben können. „Für uns hört die Würde des Menschen nicht mit dem Tod auf“, betont Lars Kehling, Vorstand von Mariaberg. „Wir bedanken uns beim Diakoniespendenfonds für die wichtige Unterstützung.“

(Quelle: Mariaberg e.V.)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.