Mehr als 400 Gäste kamen zum Frühjahrsempfang der IHKs nach Weingarten. Im Mittelpunkt standen Wirtschaftskrise, Weltpolitik und notwendige Reformen.
Beim Frühjahrsempfang der Industrie- und Handelskammern Bodensee-Oberschwaben und Ulm im Kultur- und Kongresszentrum Weingarten haben Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland diskutiert.
Mehr als 400 Gäste aus der Region zwischen Alb und Bodensee nahmen an der Veranstaltung teil. Festredner war Dr. Jörg Stratmann, Vorstandsvorsitzender der Rolls-Royce Power Systems AG. Er sprach zum Thema „Zwischen Weltpolitik und Wertschöpfung: Regionale Wirtschaft im Umbruch“.
IHK-Präsident Martin Buck kritisierte in seiner Begrüßung langsame politische Prozesse und zunehmende Bürokratie. Investitionen entstünden längst nicht mehr selbstverständlich in Deutschland. Andere Standorte würden schneller und entschlossener handeln.
„Wir sehen heute die Folgen nicht getroffener Entscheidungen“, sagte Buck. Deutschland brauche mehr Tempo bei Reformen sowie einen gemeinsamen Willen, die Wirtschaft wieder zu stärken.
Wirtschaft unter geopolitischem Druck
Dr. Jörg Stratmann betonte in seiner Keynote, dass sich die Grundlagen wirtschaftlichen Handelns weltweit stark verändern. „Wir erleben eine Hyperunsicherheit und eine Neuordnung der Welt“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Rolls-Royce Power Systems.
Wirtschaft und Geopolitik ließen sich nicht mehr voneinander trennen. Sicherheitspolitik werde zunehmend zum Standortfaktor. Unternehmen müssten lernen, mit geopolitischen Risiken umzugehen und neue Märkte strategisch zu erschließen.
Stratmann sieht dennoch gute Voraussetzungen für Deutschland und Europa. Leistungsfähigkeit, Ingenieurskunst und hohe Arbeitsqualität seien weiterhin große Stärken der Region.
Fachkräftemangel bleibt großes Thema
Auch der Fachkräftemangel spielte bei der anschließenden Podiumsdiskussion eine wichtige Rolle. Anke Traber, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg, betonte die Bedeutung von Qualifizierung und Weiterbildung.
Zudem müsse das Potenzial gut ausgebildeter Frauen stärker genutzt werden. Dafür brauche es bessere Rahmenbedingungen wie Familienfreundlichkeit und Kinderbetreuung.
Zum Abschluss warb Dr. Jan Stefan Roell, Präsident der IHK Ulm, für Optimismus. Der neue wirtschaftsfreundliche Koalitionsvertrag der Landesregierung mache Mut für Reformen und bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
(Quelle: MediaPartner Ravensburg)