Gemeinderat Weingarten zur Ganztagsbetreuung Ganztagsbetreuung: Rat bringt Weingartener Modell final auf den Weg

Ganztagsbetreuung: Rat bringt Weingartener Modell final auf den Weg
Für Eltern besonders relevant: Das Entgelt für die Betreuung im Ganztagszeitfenster während der Schulzeit bleibt auf dem Niveau der bisherigen Nachmittagsbetreuung. (Symbolbild: GettyImages/Stock Fotografie)
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Weingarten – Mit dem Beschluss der künftigen Entgelte hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. April das Weingartener Modell zur Ganztagsbetreuung mehrheitlich verabschiedet. Damit sind alle Grundlagen geschaffen, um den ab dem Schuljahr 2026/2027 geltenden Rechtsanspruch umzusetzen.

Bereits in der vergangenen Sitzung hatte der Rat das neue Betreuungskonzept beschlossen – offen war bislang die konkrete Gebührenstruktur. Auf Basis der nun vorliegenden Fördersummen des Landes konnte eine belastbare Neukalkulation vorgenommen werden. Ziel ist es, die Finanzierung langfristig vollständig über Landesmittel und Elternbeiträge zu tragen und den städtischen Anteil so gering wie möglich zu halten.

Eine zentrale Herausforderung bleibt allerdings die anstehende Übergangsphase ab dem Schuljahr 2026/2027: Da die Landesförderung stufenweise aufgebaut ist und erst ab 2029/2030 vollständig für alle vier Grundschulklassen greift, entsteht in den kommenden Jahren eine Finanzierungslücke. Die Stadt hat sich bewusst entschieden, diese mit eigenen Mitteln abzufedern – damit alle Kinder ein einheitliches und verlässliches Angebot erhalten. Das neue Fördermodell bringt außerdem veränderte Rahmenbedingungen mit sich: Gefördert wird künftig pro Kind und Betreuungsstunde im festgelegten Zeitfenster von täglich 8 bis 16 Uhr. Für Betreuung außerhalb dieser Kernzeit – am frühen Morgen oder späten Nachmittag – wird ein pauschaler Aufschlag von 20 Prozent erhoben.

Für Eltern besonders relevant: Das Entgelt für die Betreuung im Ganztagszeitfenster während der Schulzeit bleibt auf dem Niveau der bisherigen Nachmittagsbetreuung. Für Geschwisterkinder wird an Schultagen ein reduzierter Beitrag (50 Prozent) erhoben, und Kinder der Klassenstufen zwei bis vier können bestehende Angebote weiterhin nutzen. Erfreulich ist zudem, dass alle vorliegenden Anmeldungen von rechtsanspruchserfüllenden Kindern mit den vorhandenen Kapazitäten abgedeckt werden können. Die betroffenen Familien erhalten in Kürze individuelle Schreiben mit den konkreten Kosten auf Grundlage ihrer Anmeldung.

Die Kalkulation wird künftig jährlich überprüft, um auf Veränderungen reagieren zu können. Im Vergleich mit anderen Kommunen bewegt sich Weingarten mit seinem Entgeltmodell derzeit im guten Mittelfeld – andernorts stehen entsprechende Entscheidungen vielfach noch aus.

Detaillierte Informationen zu den konkreten Entgelten und dem Gesamtmodell stellt die Stadt auf einer eigenen Themenseite unter www.stadt-weingarten.de/ganztag bereit.

(Quelle: Stadt Weingarten)