Polizei bittet um Vorsicht Anlagebetrug nimmt rasant zu – Bodensee und Oberschwaben betroffen

Anlagebetrug nimmt rasant zu – Bodensee und Oberschwaben betroffen
Die Polizei warnt vor Anlagebetrügern, die mit hohen Renditen locken und dann die Betroffenen um ihr Erspartes bringen (Symbolbild: Supatman // iStock / Getty Images Plus)

Immer wieder werden Geschädigte über Werbeanzeigen auf Instagram oder im Internet auf vermeintlich lukrative Investitionsmöglichkeiten aufmerksam. Ein Mann aus Wangen verlor 300.000 Euro. Das Polizeipräsidium Ravensburg verzeichnet aktuell einen enormen Anstieg des Anlagebetrugs.

Das wichtigste zuerst: Das investierte Geld wird nicht angelegt, sondern verschwindet in kriminellen Netzwerken. Während eine Seniorin aus Aulendorf die Betrugsmasche nach einer vermeintlichen Investition in Höhe von 250 Euro durchschaute, brachten die Betrüger einen Mann aus Wangen um seine ganzen Ersparnisse. Eine 27-jährige Frau aus dem Bodenseekreis verlor insgesamt rund 70.000 Euro.

Angelockt durch utopische Renditen

Im Bodenseekreis liegt nach Ermittlerangaben die Schadenssumme zwischen Januar und August bei 3,5 Millionen Euro, schreibt der SWR. In Baden-Württemberg verzeichnen die Behörden einen Anstieg der Fallzahlen beim Online-Anlagenbetrug um über 400 Prozent auf über 1.000 gemeldete Fälle. 

Die Täter, die meist aus dem Ausland heraus agieren, locken ihre Opfer im Internet und in den sozialen Medien mit utopisch hohen Renditen. Oft werden dadurch auch KI-generierte Videos von Prominenten genutzt. Aber auch über Dating-Plattformen gelangen die Banden an ihre Opfer: nach einer kurzen vermeintlichen Kennenlernphase überzeugen sie ihre Gegenüber zu einer augenscheinlich gewinnbringenden Geldanlage in Kryptowährung.

Mit 250 Euro fängt es oft an

In den meisten Fällen werden die Geschädigten anfänglich von einer Investition von etwa 250 Euro auf ein ausländisches Konto überzeugt, so die Polizei. Mit einer gefälschten Kontoübersicht wird den Opfern suggeriert, dass der investierte Betrag bereits enorme Renditen erwirtschaftet habe. Dies führt dazu, dass die Geschädigten größere Beträge überweisen, in dem Glauben, eine gewinnbringende Investition getätigt zu haben.

Gefakter Kontoauszug

Auf dem virtuellen Kontoauszug steigt der investierte Betrag vermeintlich kontinuierlich, in Wirklichkeit ist das Geld jedoch in fast allen Fällen unwiederbringlich weg. Das Opfer aus Wangen erhielt zwischendurch sogar eine Auszahlung seines Geldes, die sein Vertrauen in eine gute Geldanlage wachsen ließen.

Erst als die Betrüger immer mehr Geld für angebliche Steuern und Gebühren forderten, wurde der Mann hellhörig und erstattete Anzeige bei der Polizei. Die Ermittler der Kriminalpolizei raten eindringlich dazu, bei vermeintlich hohen Renditen und verlockenden Angeboten zur Geldanlage Vorsicht walten zu lassen – insbesondere bei Investitionen in Kryptowährungen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und informieren Sie sich über die Seriosität der Trading-Plattformen.

Keine Ausweisdokumente übermitteln

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bietet eine Unternehmensdatenbank, die für jedermann zugänglich ist. Gewähren Sie niemandem mittels Fernwartungssoftware Zugriff auf Ihren Computer und übermitteln Sie keine Ausweisdokumente. Auch vor Überweisungen auf ausländische Konten warnen die Ermittler eindringlich.

Hilfe und Tipps gibt’s bei der Polizeilichen Kriminalprävention.

(Quelle: Polizeipräsidium Ravensburg)