Das Kinderpalliativteam PalliKJUR begleitet schwerstkranke Kinder und ihre Familien in Bodensee-Oberschwaben. Die Stiftung Valentina macht mit einer Social-Media-Kampagne auf das Angebot aufmerksam.
Mit Videos aus dem Ravensburger St. Elisabethen-Klinikum möchte Stiftungsrat Kurt Peter von der Stiftung Valentina auf das Schicksal sterbenskranker Kinder aufmerksam machen. Gleichzeitig soll das Projekt PalliKJUR unterstützt werden, das von der Kinderklinik am St. Elisabethen-Klinikum und der Oberschwabenklinik begleitet wird.
Kurt Peter und seine Frau Renate mussten im April 2016 den Tod ihrer Tochter Valentina verkraften. Sie starb nach langem Kampf an einem aggressiven Knochentumor. Seitdem engagiert sich die Familie für die bestmögliche Versorgung krebs- und leukämiekranker Kinder in der Region. Mit der Stiftung Valentina werden medizinische und caritative Projekte gefördert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Palliativversorgung von Kindern, deren Erkrankung nicht mehr heilbar ist.
Versorgung zu Hause ermöglichen
Das größte Projekt der Stiftung ist das mobile Kinderpalliativteam PalliKJUR. Die spezialisierte ambulante pädiatrische Palliativversorgung arbeitet eng mit den Kinderkliniken der Uniklinik Ulm und der Oberschwabenklinik zusammen.
Das Team begleitet schwerstkranke Kinder und Jugendliche zwischen Freiburg und München medizinisch und palliativ. Ziel ist es, den Betroffenen möglichst viel Zeit in ihrer vertrauten Umgebung bei ihren Familien zu ermöglichen. Neben der medizinischen und intensivpflegerischen Betreuung steht die ganzheitliche Begleitung der gesamten Familie im Mittelpunkt.
PD Dr. Andreas Artlich, seit 24 Jahren Chefarzt der Kinderklinik am St. Elisabethen-Klinikum, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Uniklinik Ulm, dem Team PalliKJUR und der Stiftung Valentina. Das Einzugsgebiet der Ravensburger Kinderklinik umfasst die Landkreise Ravensburg, Bodenseekreis, Sigmaringen und Biberach. Dort leben nach seinen Angaben rund 154.000 Kinder und Jugendliche.
„Wenn sie ernst krank werden, kommen sie in erster Linie zu uns“, sagt Dr. Artlich. „Unsere Aufgabe ist, eine exakte Diagnose zu stellen und dann zu entscheiden, wo Eltern und Kinder das richtige Versorgungsangebot finden. Wer kümmert sich darum, dass die Patienten gesund werden? Das sind in den meisten Fällen wir, manchmal, wenn es um bösartige Erkrankungen geht, auch die Unikliniken in Ulm oder Tübingen.“
Rund um die Uhr erreichbar
In seltenen Fällen könne Kindern medizinisch nicht mehr geholfen werden, erklärt der Chefarzt. Dann stelle sich die Frage, wo die betroffenen Kinder sterben dürfen und welche Unterstützung die Familien auf diesem Weg erhalten.
„Weil diese Fälle glücklicherweise sehr selten sind, haben wir uns vor Jahren überlegt: Könnten wir eine solche Palliativversorgung nicht gemeinsam mit anderen organisieren? Denn hier geht es auch darum, dass man rund um die Uhr für die Familie erreichbar ist“, sagt Dr. Artlich. „In Prof. Dr. Daniel Steinbach, Oberarzt und Leiter der Kinder-Hämatologie, Onkologie und von PalliKJUR an der Uniklinik Ulm, haben wir einen tollen Partner gefunden, der vom Geist der Versorgung her genauso denkt wie wir. Wir sind deshalb sehr froh darüber, dass wir jetzt schon seit vielen Jahren dieses Palliativprojekt hier in der Region Bodensee-Oberschwaben begleiten und unterstützen können.“
PalliKJUR organisiert und koordiniert die Versorgung vor Ort. Das Team arbeitet eng mit Pflegediensten, niedergelassenen Ärzten, ambulanten und stationären Hospizdiensten sowie weiteren Kinderkliniken zusammen. Die speziell geschulten Kinderärzte und Kinderkrankenpfleger sind rund um die Uhr erreichbar und besuchen die Kinder bei Bedarf in ihrem häuslichen Umfeld.
Zum PalliKJUR-Team gehören unter anderem Dr. Johanna Köpp, Oberärztin der Ravensburger Kinderklinik, sowie Simone Barensteiner, Fachkinderkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin, Palliative Care und Pain Nurse in der Klinik für Anästhesie am St. Elisabethen-Klinikum.
Weitere Informationen gibt es unter stiftungvalentina.de.
(Quelle: Oberschwabenklinik Ravensburg)