Langjährige Klinikseelsorgerin ist verstorben Schwester Ludwina hat der Klinikseelsorge ein Gesicht gegeben

Schwester Ludwina hat der Klinikseelsorge ein Gesicht gegeben
Schwester Ludwina mit Chefarzt Dr. Thomas Sapper bei der Feier zu ihrem 70. Geburtstag. (Bild: Oberschwabenklinik gGmbh)

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Die langjährige Bad Waldseer Klinikseelsorgerin Schwester Ludwina Bühler ist im 85. Lebensjahr verstorben. 16 Jahre lang, von 1992 bis 2008, stand sie Patienten, Angehörigen und auch Beschäftigten des Krankenhauses Bad Waldsee zur Seite. Als „die schönste Zeit meines Lebens“ hat sie diese Jahre in einem Gespräch einmal bezeichnet.

Schwester Ludwina kannte sich im Krankenhaus bestens aus. 30 lange hatte sie als Krankenschwester und dann als Röntgenassistentin im St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg gearbeitet. Ihre wahre Berufung aber fand sie in der Seelsorge. Bewusst kleidete sie sich als in Weiß wie die Ärzte und die Pflegekräfte. „Ich wollte keinen Unterschied machen. Ich wollte immer zeigen, dass ich eine von Euch bin“, sagte sie.

Ungezählten Sterbenden stand sie in der letzten Phase ihres Lebens bei. Vielen Familien aus Bad Waldsee und Umgebung war sie in Trauergesprächen Trösterin und Helferin in schwersten Stunden. Über Konfessions- und Glaubensgrenzen hinweg kümmerte sie sich um diejenigen, die geistlichen Beistand brauchten und suchten. Für Schwester Ludwina zählte der Mensch.

Immer wieder war sie Motor für Aktionen, um gerade den Schwerstkranken und ihren Angehörigen ihr Los leichter zu machen. Sei es bei der Einrichtung eines würdigen Abschiedsraumes im Krankenhaus oder sei es bei der Sammlung von Spenden für ein Palliativzimmer, immer wieder trieb Schwester Ludwina die Aktivitäten voran.

Über all den ernsten Themen bewahrte sie sich ihren Humor. „Das Krankenhaus steht seit 100 Jahren, davon 84 Jahre ohne mich“, wiegelte sie bei ihrer Abschiedsfeier das für ihr Empfinden zu reichlich verteilte Lob ab. Oder wenn sie offen eingestand, sich nicht immer an geltende Verkehrsregeln gehalten zu haben. Zum Beispiel, wenn sie den Fußweg am See entlangradelte. Und zwar mit „Tempo“, wie ihr ein Ordnungshüter bescheinigt habe.

Schwester Ludwina hat die Atmosphäre im Krankenhaus Bad Waldsee über viele Jahre hinweg wesentlich mitgeprägt. Auch im hohen Alter wirkte sie unbeirrt für die Menschen an der Schwelle zum Tode. Nach ihrer Bad Waldseer Zeit war sie in einem Hospiz in Stuttgart eingesetzt. „Sie haben der Krankenhausseelsorge ein Gesicht gegeben“, würdigte sie Chefarzt Dr. Thomas Sapper anlässlich ihres Abschieds.

(Pressemitteilung: Oberschwabenklinik gGmbH)