Studierende aus Polen, der Türkei und Thailand arbeiten bei „ELEVATE Energy“ an nachhaltigen Energiesystemen. Die RWU erprobt damit ein neues Lehrformat.
Knapp zwanzig Teilnehmende bereiteten sich zunächst individuell mit digitalen Selbstlerneinheiten auf die gemeinsame Praxisphase vor. Dabei ging es um erneuerbare Energien, Energiespeicherung, nachhaltige Energienutzung und das systemische Verständnis von Energiesystemen.
Nach einem digitalen Kick-off am 6. Juli kamen die Studierenden vom 27. bis 31. Juli auf dem Campus der Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU) in Weingarten zusammen. Eine Woche lang arbeiteten sie dort und bei Exkursionen in der Region intensiv an gemeinsamen Projekten.
Eigene Energiesysteme entwickelt
Neben Fachimpulsen und Selbstlerninhalten führten die Studierenden selbstständig Laborversuche durch. In internationalen Teams entwickelten sie eigene Energiesysteme aus Photovoltaik, Speichern und Verbrauchern. Dabei untersuchten sie unter anderem deren Effizienz und Anwendbarkeit sowie die Integration in unterschiedliche private und industrielle Nutzungskontexte.
Die Summer School war Teil des von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre geförderten Projekts „ELEVATE“. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines interdisziplinären Lehr-Lern-Ökosystems, das praxisnahes und sicheres Arbeiten an Hochvoltbatteriesystemen und nachhaltigen Energiesystemen ermöglicht. Die internationale Summer School wurde aus Projektmitteln des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) finanziert.
Energiewende aus internationaler Perspektive
Neben den technischen Fragestellungen beschäftigten sich die Studierenden mit gesellschaftlichen und politischen Aspekten der globalen Energie- und Mobilitätswende. Beim öffentlichen Länderabend „Global Energy Stories“ stellten die internationalen Gäste ihre Heimatländer vor. Dabei gaben sie Einblicke in Energiemix, Projekte und gesellschaftliche Debatten zur Energiewende in Polen, der Türkei und Thailand.
Exkursionen zu Unternehmen aus den Bereichen Photovoltaik und nachhaltige Energieerzeugung ergänzten das Lehrprogramm. So konnten die Studierenden ihre theoretischen Kenntnisse unmittelbar mit konkreten Anwendungen und Herausforderungen der regionalen Wirtschaft verbinden.
Den Abschluss bildeten öffentliche Präsentationen im E-Mobility Lab der RWU. Dort stellten die Studierenden ihre Ergebnisse vor und diskutierten innovative Ansätze für nachhaltige Energiesysteme. Dabei zeigte sich, dass technische Lösungen immer auch vom jeweiligen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und regionalen Kontext abhängen.
Professor Dr. André Kaufmann hob eine Erkenntnis aus einer der Abschlusspräsentationen hervor: „Dass verschiedene Umstände verschiedene Lösungen erfordern, zeigte die Gruppe, indem sie die Zuckerproduktion in Thailand und Polen miteinander verglich.“
Die Präsentationen richteten sich an Interessierte aus Hochschule, Wirtschaft und Region und gaben Einblicke in die internationale Zusammenarbeit sowie die Verbindung von Studium, Forschung und Praxis an der RWU.
Neues Modul startet im Wintersemester
Mit „ELEVATE Energy“ stärkte die RWU ihre internationalen Hochschulpartnerschaften und schuf neue Anknüpfungspunkte zur regionalen Wirtschaft. Die Erfahrungen aus der Summer School fließen nun in die Weiterentwicklung des ELEVATE-Lehrkonzepts ein.
Ab dem Wintersemester wird das Konzept in einem eigenständigen Modul umgesetzt. Individuelle Lernpfade, selbstgesteuerte Experimente und ein enger Praxisbezug ermöglichen Studierenden aus Bachelorstudiengängen aller Fakultäten den Zugang zu den Inhalten. Damit verbindet das neue Lehrangebot technisches Wissen mit interdisziplinärem Denken und gesellschaftlicher Verantwortung.
(Quelle: Hochschule Ravensburg-Weingarten)