Wie können Städte den Folgen des Klimawandels wirksam begegnen? Dieser Frage widmete sich die Vortragsveranstaltung „Gebäudegrün und Schwammstadt“ am 26. Februar, zu der die Wifo-Gruppe Handwerk Pro Ravensburg in die Stadtwerkstatt eingeladen hat. Rund 50 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer folgten den Ausführungen von Dr. Gunter Mann, Präsident des Bundesverbands GebäudeGrün e.V. (BuGG), und beteiligten sich im Anschluss an einer angeregten Diskussion mit Dirk Bastin, Baubürgermeister der Stadt Ravensburg.
In seinem Vortrag machte Dr. Mann deutlich, dass die Folgen des Klimawandels in Städten bereits spürbar sind: zunehmende Hitzetage, mehr tropische Nächte, häufigere Extremwetterereignisse sowie ein fortschreitender Verlust an Biodiversität. Hauptursachen seien unter anderem die fortschreitende Versiegelung von Flächen und eine dichte Bebauung mit hohem Anteil an Stein und Asphalt. Diese Strukturen speichern Wärme, verhindern die Versickerung von Regenwasser und verschärfen so sowohl Hitze- als auch Starkregenproblematiken.
Als zentrale Lösung stellte Dr. Mann das Prinzip der „Schwammstadt“ vor – eine Stadtentwicklung nach dem Konzept der blau-grünen Infrastruktur. Ziel ist es, Regenwasser möglichst dort zu speichern, zu nutzen und zu versickern, wo es anfällt, statt es schnellstmöglich abzuleiten. Gleichzeitig tragen Grünflächen und Vegetation zur Kühlung, Luftreinigung und Förderung der Artenvielfalt bei.
Ein wesentlicher Baustein dieser klimaresilienten Stadtentwicklung ist die Gebäudebegrünung. Dach- und Fassadenbegrünungen entfalten laut Dr. Mann vielfältige, sogenannte multifunktionale Wirkungen: Sie verbessern das Mikroklima, reduzieren die Aufheizung von Gebäuden und Umgebung, halten Regenwasser zurück, fördern Biodiversität und erhöhen die Aufenthaltsqualität im urbanen Raum.
Besonders betonte er die Vorteile von Dach- und Fassadenbegrünungen: Sie sind vergleichsweise kostengünstig, technisch ausgereift und schnell umsetzbar. Zudem entfalten sie ihre Wirkung unmittelbar nach der Installation und benötigen keine zusätzlichen Flächen – ein entscheidender Vorteil in dicht bebauten Innenstädten.
In der anschließenden Diskussionsrunde mit Baubürgermeister Dirk Bastin und Vertretern von Handwerk Pro Ravensburg wurde die Bedeutung kommunaler Strategien für die Umsetzung solcher Maßnahmen hervorgehoben. Themen waren unter anderem Förderinstrumente, bauplanerische Rahmenbedingungen sowie die Rolle von Bauherrinnen und Bauherren bei der Umsetzung blau-grüner Infrastruktur. Die rege Beteiligung aus dem Publikum zeigte das große Interesse an konkreten Lösungen für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung in Ravensburg.
Die Veranstaltung machte deutlich: Gebäudebegrünung ist kein Nischenthema mehr, sondern ein zentraler Baustein auf dem Weg zur klimaangepassten und lebenswerten Stadt.
(Quelle: Stadtmarketing Ravensburg)